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In Schulen soll es sie geben

Wirksam gegen Corona: Warum Mühldorfs Kitas trotzdem keine Luftfiltergeräte bekommen

Mobile Luftfiltergeräte soll es in Mühldorfs Schulen geben, nicht in Kindergärten und -krippen.
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Mobile Luftfiltergeräte soll es in Mühldorfs Schulen geben, nicht in Kindergärten und -krippen.

Geplant waren für die fünf städtischen Kindergärten und vier Kinderkrippen insgesamt 38 Luftfiltergeräte für rund 265500 Euro. Doch nun gehen die Kleinsten im Gegensatz zu den Mühldorfer Schulen leer aus.

Mühldorf – Mit einer Gegenstimme hat der Mühldorfer Stadtrat die Ausstattung von Bestands-Kindergärten und Kinderkrippen mit dezentralen Raumlufttechnischen Anlagen (RLT) abgelehnt.

Nur die dezentralen RLT-Anlagen in den Klassen und Fachräumen der Grundschulen Mühldorf und Mößling sowie der Mittelschule sollen realisiert werden.

Das Thema ging bereits durch die Gremien der Stadt. Im Juli 2021 wollte die Stadtrat-Mehrheit neue Luftfilter in Schulen erst einrichten, wenn deren Wirksamkeit nachgewiesen ist. Im November 2021 beschloss der Bauausschuss einstimmig, die Grundschulen Mühldorf und Mößling, die Mittelschule sowie die Kindergärten und Kinderkrippen mit mobilen Lüftungsgeräten auszustatten.

Anlagen zu teuer und gar nicht gefragt

Jetzt schränkt die Stadt diese Maßnahme ein. Ein Grund dafür sind die Kosten. Laut Verwaltung hätte sich der Kostenanteil der Stadt für Anlagen in den beiden Grundschulen und in der Mittelschule „fast versechsfacht“, so Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner in der Sitzung. Diese Kosten konnte man auf eine „nur“ Verdoppelung senken. Dazu kämen Zusatzkosten für Fassadendurchdringungen, Kernbohrungen, Malerarbeiten und Wartungsverträge. Finanzierbar wahrscheinlich aus Haushaltsresten der Stadt.

Für die Nachrüstung mit mobilen RLT-Anlagen in Klassenzimmern von Schulen gebe es gute Argumente, so Weichselgartner: „Die Frischluftzufuhr ist gewährleistet, ohne dass im Winter die kalte Außenluft die Räume, in denen die Schüler sich aufhalten, stark abkühlt.“ Die Schulleitungen würden die RLT-Nachrüstung befürworten.

Grund Nummer zwei: Die städtischen Einrichtungen selbst sehen wenig Bedarf. Zum einen haben die Standgeräte einen relativ großen Platzbedarf, was den Bewegungsraum der Kinder einschränken würde. Geplant waren für die fünf städtischen Kindergärten und vier Kinderkrippen insgesamt 38 dezentrale RLT-Geräte. Zum anderen „sind die Kinder weniger ortsfest in Klassen sitzend“, so die Verwaltung. „Eine Ausrüstung der Gruppenräume hat also weniger Effekt – auch hinsichtlich Virenschutz – als in den Klassenzimmern der Schulen.“ Zudem gebe es in den Kinderbetreuungseinrichtungen keine sechs Wochen Sommerferien, während derer die lärm- und staubintensiven Arbeiten für festinstallierte Lüftungsanlagen durchgeführt werden könnten.

Die Folge: „Aufgrund der extrem gestiegenen Kosten und den Schwierigkeiten der Umsetzung in den Kinderbetreuungseinrichtungen, sowohl baulich, als auch im Alltag, empfiehlt die Verwaltung, den Maßnahmenbeschluss anzupassen“, verlas die Stadtbaumeisterin. Jugendreferent Gottfried Kirmeier (SPD) stimmte als Einziger gegen diese Anpassung des Maßnahmenbeschlusses nur zugunsten der Schulen. Er plädierte dafür, die Kinderbetreuungseinrichtungen weiterhin im Blick zu behalten: „Es geht um frische Luft für Kinder und Betreuer.“

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Bürgermeister Michael Hetzl (UM) stellte fest: „Wir müssen das heute entscheiden, sonst sind die Fördermittel weg.“ Stefan Lasner (CSU): „Im Vordergrund sollten die Kinder stehen, nicht die Kosten. Aber wenn schon die Kindergartenleitungen Nein sagen, dann bleibt es beim Nein.“ „Die Kosten sind im Haushalt nicht darstellbar, und die Leiter brauchen die Anlagen nicht. Dann ist der Beschlussvorschlag im Moment richtig“, pflichtete Markus Saller (UM) bei.

Angelika Kölbl (SPD) bat um Wiedervorlage des Themas, wenn es neue Erkenntnisse gebe. „Sobald es neue wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Fördermittel oder Forderungen der Leitungen gibt, kommen wir damit wieder auf den Stadtrat zu“, sicherte die Stadtbaumeisterin zu.

Mit Lüftungsanlagen gegen Corona-Viren: Wirksam, aber teuer

So beschreibt die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit, die während Corona so interessant gewordenen Raumlüfter: „Bei Lüftungsanlagen, auch Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) genannt, handelt es sich um alle Anlagen, die den Zustand der Raumluft hinsichtlich Lufttemperatur, Luftfeuchte und Luftqualität beeinflussen. Sie sorgen sowohl für den Luftaustausch als auch für die thermische Luftbehandlung in Räumen und Gebäuden. Die Lüftungsanlage transportiert die belastete Raumluft kontinuierlich ab und bringt Frischluft, welche mit wirksamen Filtern gereinigt wird, in den Raum ein.“

Laut Vorlage im Stadtrat würde die Anschaffung der dezentralen RLT-Geräte allein bei den Schulen für die Stadt Mehrkosten von rund 150000 Euro bedeuten. Dazu kämen die erforderlichen Zusatzleistungen von Einbau bis Wartung in Höhe von circa 362000 Euro.

Zusätzliche Geräte für die Kinderkrippen und -gärten, würden die Stadt Mühldorf noch einmal rund 265500 Euro kosten. Trotz staatlicher Förderung.

Christa Latta

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