Winterreifen werden knapp

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44 Reifen hat Mechaniker Marco Klaube beim Point-S-Reifenhändler in Altmühldorf bereits bis zur Mittagspause gewechselt.

Mühldorf (ma) - Bis zu 40 Euro muss zahlen, wer bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist. Der Wintereinbruch hat viele Autofahrer daran erinnert! **Gewinnspiel**

Entsprechend groß ist der Ansturm, berichtet Christina Aigner vom Point-S-Reifenhändler. Normalerweise beginne die Saison erst Ende Oktober, aber bei unter sieben Grad sei der Wechsel ratsam. Wer noch diese Woche einen Termin wolle, müsse sich auf Wartezeiten einstellen.

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Auch im Mazda-Autohaus Eichfeld sind fast alle Termine vergeben. "Wir haben unsere Arbeitszeiten bis 18 Uhr verlängert", sagt Rita Priller. 50 Autos pro Tag seien keine Seltenheit, berichtet Sebastian Rettenwander vom gleichnamigen Reifenhändler in Mettenheim. "Wir arbeiten zu viert, aber Wartezeiten bis zu zwei Stunden können wir trotzdem nicht verhindern."

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"Wir sind für die nächsten Tage ausgebucht", sagt BMW-Autohausinhaber Martin Auer. Zwar könne man Kunden dazwischenschieben, wer aber neue Reifen brauche, sollte sich frühzeitig anmelden. "Die Reifen, die wir vor eineinhalb Monaten auf Vorrat geordert haben, sind bald weg". Dann müsse er sich nach den Lieferzeiten der Hersteller richten, die acht Tage sein könnten.

Im Globus-Reifencenter stehen Kunden bereits vor 8 Uhr Schlange, die Telefonleitungen sind überlastet, um zehn Uhr ist der ganze Tag ausgebucht, berichtet Betriebsleiter Jürgen Kuznik. "Es herrscht absolute Panik." Wer nicht Punkt neun da sei, habe kaum eine Chance. Außerdem gebe es große Probleme, Reifen nachzubestellen, sagt er: "Die gängigen Größen gehen alle aus." Alle Hersteller hätten zu wenig produziert. "Durch die Abwrackprämie gibt es viele neue Kleinwagen, darauf war die Industrie nicht vorbereitet", vermutet er. Vor allem Reifen, die in Tests gut abgeschnitten hätten, könnten erst Ende Dezember geliefert werden.

"Nichts mehr lieferbar", das weiß auch Honda Schubert. "In einer Woche waren die kleinen Größen ausverkauft", sagt Manfred Schubert. Wenn noch Reifen lieferbar seien, seien sie bis zu 40 teurer als bisher. "Wer einen Kleinwagen fährt und neue Winterreifen braucht, muss sich beeilen." Das sagt auch Reifen-Experte Rettenwander. "Die Großhändler ziehen momentan die Preise stark an", berichtet er. "Reifen, die vor drei Wochen noch für 50 Euro das Stück zu haben waren, kosten jetzt 15 bis 20 Euro mehr."

Wenn es ab heute wieder wärmer wird, wird sich die Lage entspannen, ist Jürgen Kuznik vom Globus-Autocenter sicher. Prinzipiell sei es aber nicht verkehrt, jetzt die Reifen zu wechseln. "Es gibt die Regel von "O bis O - von Oktober bis Ostern", sagt er.

Dazu rät auch die Polizei, da Mitte Oktober die Temperatur immer wieder unter sieben Grad fällt. Wegen der weicheren Gummimischung bleibe der Winterreifen elastischer und griffiger. Die Lamellen des Profils sorgen für mehr Haftung. Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter Profiltiefe, empfohlen sind vier. "Vor allem wer nach Österreich zum Skifahren oder zum Tanken fährt, sollte darauf achten", rät Globus-Mann Kuznik. "Dort sind vier Millimeter Pflicht, darunter gilt ein Reifen nicht als wintertauglich." Spätestens nach sechs Jahren steht ein Neukauf an, die Gummimischung wird spröde.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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