Der Wind reicht nicht aus

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Umweltingenieur Otto Mittermair stellte den Windatlas vor.

Mühldorf - Der diesjährige Klimaschutztag im Stadtsaal stand ganz im Zeichen des Windatlas für den Landkreis Mühldorf.

Geringe Durchschnittswindgeschwindigkeiten machen die Aufstellung von Windrädern fast unmöglich. Landrat Georg Huber sieht den Landkreis bei der Energiewende auf einem guten Weg.

Umweltingenieur Otto Mittermair stellte im Mühldorfer Stadtsaal den Windatlas für den Landkreis vor. Nach seinen Berechnungen gibt es nur an den Standorten Kirchdorf und Reichertsheim Windgeschwindigkeiten in 140 Meter Höhe von 5,5 bis 5,9 Metern pro Sekunden. Diese Bereiche stehen aufgrund von Ausschlusskriterien, wie insbesondere Wohnbebauung im Außenbereich, für die Errichtung von Windkraftanlagen nicht zur Verfügung. Windgeschwindigkeiten von fünf bis 5,4 Metern pro Sekunde werden im nordwestlichen und südlichen Landkreis vermehrt und ansonsten sporadisch erreicht. Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage der Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen an den theoretisch möglichen, also nicht durch Ausschlusskriterien belegten Flächen. Derzeit wird von den Anlagenherstellern eine mittlere Windgeschwindigkeit von mindesten sechs Metern pro Sekunde für erforderlich erachtet, um eine Windkraftanlage wirtschaftlich betreiben zu können", erläuterte Mittermair.

Da im Landkreis Mühldorf nach den Darstellungen im Bayerischen Windatlas nur Flächen zur Verfügung stehen, die erheblich niedrigere Windgeschwindigkeiten aufweisen, wird die Realisierbarkeit entsprechender Anlagen äußerst schwierig, solange bessere Standorte in anderen Landkreisen zur Verfügung stehen.

Auch wenn im Landkreis Mühldorf derzeit die Realisierung von Windkraftanlagen aufgrund der geringen Windgeschwindigkeiten äußerst schwierig ist, kann durch innovative Entwicklungen im Bereich der Anlagen zukünftig ein wirtschaftlicher Betrieb auch in unserem Landkreis möglich werden", blickte der Umweltingenieur in die Zukunft.

Eine mehr als positive Bilanz der bisherigen Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes und der Energiewende zog Landrat Georg Huber. Der Landkreis hat sich zum Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2030 unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden. Im vergangenen Jahr haben der Landkreis und die vier Pilotkommunen Waldkraiburg, Haag, Buchbach und Schwindegg zusammen mit Experten und unter enger Einbindung der Bürger integrierte Klimaschutzkonzepte mit konkreten Handlungsempfehlungen erarbeitet.

"Für mich persönlich ist es sehr wichtig, im Bereich Klimaschutz und in der Energiewende nachhaltige Fortschritte zu erreichen", betonte der Landrat. Huber machte deutlich, dass wir eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung brauchen. "Der Energiewandel kann nur gelingen, wenn er auf allen politischen Ebenen und von allen Teilen der Gesellschaft getragen wird", stellte Huber heraus.

Umweltminister Dr. Marcel Huber verwies auf die extremen Wetterlagen, die sich durch den Klimawandel gebildet haben. 15 Prozent mehr Hochwasser würden derzeit von den Experten errechnet. "Wenn wir den Klimawandel bewältigen wollen, dann müssen wir sparen und intelligente Lösungen anbieten können", erklärte der Umweltminister. Huber betonte, dass bisher 56 Prozent des Stroms aus Kernkraft gewonnen wurde. "Diese Zahl durch regenerative Energien und Gaskraftwerke zu ersetzen muss unser Ziel sein. Wir müssen aber als Industrieland schauen, dass wir unserer Wirtschaft Energie zu einem bezahlbaren Preis anbieten können", stellte Dr. Huber heraus.

Der Minister sieht in den neuen Technologien eine enorme Chance auf dem Weltmarkt. "Wenn wir diese Chance nutzen, dann werden wir bei den neuen Technologien im Bereich der regenerativen Energieen und bei der Stromgewinnung Marktführer werden", stellte er heraus.

Die vier Pilotgemeinden Waldkraiburg, Haag, Buchbach und Schwindegg stellten im Rahmen des Klimaschutztages ihre Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzfahrplans vor. Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika verwies auf die Reduktion der Co2-Emissionen um 31 Prozent, diei energetische Sanierung des Hauses des Buches und von 293 Wohneinheiten. Nach seinen Worten ist durch die Geothermie in Waldkraiburg der Wärmebedarf der Stadt für die nächsten 50 bis 60 Jahre gesichert. "Wir können mit der Geothermie 11 000 Wohneinheiten versorgen.

Haags Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß verwies auf die energetische Sanierung des Vereinshauses und die Einführung neuer Straßenbeleuchtungen. In Haag habe man sich auch der Elektromobilität angenommen.

Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang stellt die energetische Sanierung der Liegenschaften heraus. Zugleich stellte er das Projekt Nahwärmeversorgung heraus, das in Buchbach verwirklicht werden sollte. Auch in Buchbach hat die Einführung von LED-Leuchten zu einer Einsparung von 60 Prozent geführt.

Auch in Schwindegg wurden die Ziele des Klimaschatzplans umgesetzt. Bürgermeister Dr. Karl Dürner führte dabei das Vereinshaus an. Als nächster Schritt soll der Kindergarten energetisch saniert werden.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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