Wieder Streit übers Altstadtfest

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Entweder oder: Nur wenn der Schützenzug gestrichen wird, gibt es das Altstadtfest. Oder umgekehrt. Das jedenfalls will die Mühdorfer CSU, die einen jährlichen Wechsel der beiden Feste fordert.

Mühldorf - Die Mühldorfer CSU will Altstadtfest und Schützen- und Trachtenzug künftig nur noch im Wechsel durchführen. Einen entsprechenden Antrag hat Mühldorfs Ortsvorsitzender Georg Grundner jetzt an den Stadtrat gestellt.

Geht es nach der CSU, soll im kommenden Jahr lediglich das Altstadtfest stattfinden, im Jahr 2012 der Schützen- und Trachtenzug zum Volksfest. Das hat der Mühldorfer CSU-Ortsverband jetzt per Antrag gefordert. Eine Begründung hat Grundner in seinem Antrag nicht gegeben, auf Nachfrage erklärte er: "Die Stadt sollte in wirtschaftlich schweren Zeiten ein Zeichen setzen und Einsparungen vornehmen", nachdem Park- und Musikschulgebühren erhöht worden seien.

Kritik am Altstadtfest zieht sich schon länger durch den Stadtrat. Mal geht es um die Kosten, mal um Dreck oder Lärmbelästigung, mal um die vermeindliche Nichtteilnahme von Vereinen. Der Vorschlag, das Altstadtfest mit dem Schützenzug abzuwechseln, fiel auch von CSU-Stadträten in der jüngsten Haushaltsdebatte, wurde aber nicht vertieft.

Für Bürgermeister Günther Knoblauch ist der Antrag untragbar. "Das sind zwei zentrale Veranstaltungen der Stadt, sie gehören zum Höhepunkt des städtischen Lebens." Zugleich seien beide Werbeveranstaltungen für die Stadt, die viele Menschen nach Mühldorf brächten.

Das geplante Defizit, das die Stadt in diesem Jahr für das Altstadtfest tragen muss, beträgt nach seinen Angaben 25000 Euro, im Jahr 2008 lag es bei 31000 Euro. Ob der angespannten Finanzlage habe die Stadt aber reagiert und auf eine Bühne und damit eine Kapelle verzichtet.

Das Defizit für den Schützenzug liegt laut Knoblauch auch im Bereich von 25000 Euro; einen gesonderten Haushaltsposten gibt es dafür nicht, es wird mit dem gesamten Volksfest verrechnet, das heuer ein Plan-Defizit von 33000 Euro hat; 2008 waren es allerdings tatsächlich nur 13300 Euro. Das Defizit für das Altstadtfest und den Schützenzug ergibt sich laut Knoblauch vor allem aus den Kosten für die Stadtwerke und den Bauhof.

Dem Stadtrat teilte Bürgermeister Knoblauch jetzt auf Anfrage von CSU-Fraktionsvorsitzender Ilse-Preisinger-Sontag mit, dass der Antrag derzeit geprüft werde. Zum einen sei die grundsätzliche Zuständigkeit des Stadtrats fraglich, da es sich um eine Aufgabe der laufenden Verwaltung handeln könne. Laut Geschäftsordnung dürfe der Bürgermeister über Ausgaben bis zu 30000 Euro im Rahmen der laufenden Geschäfte verfügen, sagte Knoblauch auf Anfrage des Mühldorfer Anzeigers.

Außerdem sollten vor einer möglichen Diskussion im Stadtrat beteiligte und betroffene Gruppen eine Stellungnahme zu dem Antrag abgeben.

Neben der Einschränkung auf ein Fest fordert die CSU, dass das Altstadtfest "wieder ein Fest für die Kreisstadt unter Einbeziehung der Mühldorfer Vereine" werden soll.

Siehe auch die Glosse "Sieben magere Jahre".

hon/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser