Widerstand gegen die B15 neu

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Buchbach - Der Widerstand gegen den Bau der autobahnähnlichen B15 neu hat jetzt auch den Landkreis Mühldorf erreicht. Am Freitag gründete sich eine Bürgerinitiative für den Bereich Buchbach und Schwindegg.

Sie will gegen das, aus ihrer Sicht, unsinnige Straßenbauprojekt kämpfen. Ziel ist es, die B15 neu aus dem Verkehrswegeplan des Bundes zu streichen.

Rund 25 Naturschützer und Autobahngegner aus den Landkreisen Landshut und Mühldorf trafen sich am Freitagabend auf der Ortsverbindungsstraße zwischen der Lebensgemeinschaft Höhenberg und dem Weiler Lehertshub. Ausgerüstet mit brennenden Fackeln übergaben sie den flammenden Widerstand aus dem Landkreis Landshut an die Natur- und Heimatsschützer des Landkreises Mühldorf, um so den Widerstand auf den Nachbarlandkreis überspringen zu lassen.

Deutlich über 100 Interessierte versammelten sich anschließend in Buchbach im Gasthaus zur Post zu einer Informationsveranstaltung. Gerd Ruchlinski, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Mühldorf, sagte bei der Begrüßung, man habe die Initiative ergriffen, weil die B15 neu jetzt wieder aktuell sei. Dabei machte er deutlich, dass die Gemeinde Buchbach elementar von dieser geplanten Straße betroffen sei. Die B15 neu werde nicht nur eine Bundesstraße, sondern mit einer Breite von 27 Metern autobahnähnlich ausgebaut. Bei der Gemeinde Obertaufkirchen sei ein Autobahnkreuz geplant, das etwa 20 Hektar (rund 20 Fußballfelder) wertvollen Ackerboden vernichten werde.

Den Bund Naturschutz nannte er einen Katalysator, der den Widerstand gegen dieses Straßenprojekt anschieben wolle. Der Kreisvorsitzende forderte, dass die B15 neu in Landshut enden solle. "Mit der A 92 haben wir bereits eine gute Nord-Süd-Verbindung." Abschließend sagte Ruchlinski, dass es bei der Planung der B15 neu die A 92 noch gar nicht gegeben habe.

Einen kurzen Blick zurück in die Entwicklung der B15 neu gab der Kreisvorsitzende des Landkreises Landshut, Paul Riederer. "Der Bau der B15 neu zwischen Saalhaupt und Essenbach ist nicht mehr zu verhindern". Wann sie allerdings fertig werde, sei fraglich; sicher nicht in den nächsten fünf Jahren, so Riederer.

In den vergangenen Monaten habe sich aber ein riesiger Widerstand im südlichen Landkreis Landshut gebildet. In Essenbach, Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg und Wurmsham wurden bereits Bürgerinitiativen gegründet. In diesen Gemeinden haben sich auch die Gemeinde- und Stadträte gegen die B15 neu ausgesprochen. Lediglich in der Gemeinde Velden ging die Abstimmung unentschieden aus.

Jetzt habe man den gesamten Widerstand gegen dieses Straßenbauprojekt dokumentiert und an den Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin, Winfried Hermann, geschickt. Mit dieser Dokumentation wurde auch gleich die Forderung verbunden, die B15 neu aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.

Riederer verdeutlichte, dass eigentlich eine Autobahn A93 von Hof über Regensburg, Landshut nach Rosenheim geplant war. Dieses Projekt habe man zwar namensmäßig herabgestuft, der Ausbau sei allerdings gleich geblieben. Ziel müsse es sein, dass alle Gemeinden entlang der geplanten Trasse sich gegen die B15 neu entscheiden.

Rechtsanwalt Dr. Uli Kaltenegger, der den Bund Naturschutz in Kampf gegen die B15 neu unterstützt, stellte die Planungen dieses Projektes vor. Dabei stellte er die Sinnfrage zu diesem Projekt. "Es wäre ein echter Frevel, wenn man die B15 neu durch unsere wunderschöne Landschaft schlägt". Die beiden Sprecher der Bürgerinitiativen Geisenhausen und Vilsbiburg, Dr. Herbert Jans und Peter Ecker erläuterten kurz, wie die Bürgerinitiativen vor Ort funktionieren und was sie bisher erreicht haben. "Je mehr mitmachen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Sieg erringen".

Schon während der Versammlung wurden Unterschriftslisten durchgegeben und viele Bürger signalisierten ihren Widerstand gegen die B15 neu. Spontan stellten sich Dr. Wolfgang Voll und Gerlinde Schwarzenböck als Sprecher einer Bürgerinitiative für den Bereich Buchbach und Schwindegg zur Verfügung. So hat der Widerstand nicht nur symbolisch den Landkreis Mühldorf erreicht.

hsc/Mühldorfer Anzeiger

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