Wenn die Quelle versiegt

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"Vielleicht wird er ja zum Sammlerstück": Werner Skoluda mit dem letzten Quelle-Katalog.

Mühldorf (MA) - Während in Waldkraiburg der Quelle-Shop Hofer seine Pforten schließen wird (wir berichteten), bleiben die übrigen Läden im Landkreis bestehen. **Schnäppchen-Jäger aufgepasst: Am Sonntag beginnt Quelle-Ausverkauf**

Sie setzen künftig auf andere Produkte oder Marken, Entlassungen wird es nicht geben. Im Moment leiden alle Verantwortlichen vor allem unter der Desinformation des Versandhauses.

Schnäppchen-Jäger aufgepasst: Am Sonntag beginnt Quelle-Ausverkauf

Werner Skoluda ist ein Quelle-Urgestein. Vor 25 Jahren organsisierte seine Frau die ersten Sammelbestellungen, er selbst betreute für Quelle im Außendienst sieben Jahre lang über 50 Shops in der Region. Dann schloss er selbst einen Rahmenvertrag mit dem Versandhaus und eröffnete vor fünf Jahren im Mühldorfer Oderpark seinen eigenen Laden: Ein Familienbetrieb.

Und nun? "Das ist schon alles sehr bitter", sagt der 57-Jährige nachdenklich. 80 Prozent seines Umsatzes waren auf Quelle ausgelegt, jetzt muss er neue Akzente setzen. Nebenbei betreibt er noch eine Postagentur, eine Reinigungs- sowie Schneidereiannahme und verkauft Kleinkram. "Die Situation ist schwierig. Alle hängen in der Luft", sagt Skoluda. "Nicht nur die Selbstständigen wie ich, sondern auch die Kunden." Die fragen nun regelmäßig nach dem Abverkauf oder dem Garantieanspruch, aber Antworten gibt es bislang nicht. "Vom Konzern kommen so gut wie keine Informationen."

Da geht es Skoluda wie den übrigen Quelle-Shop-Betreibern im Landkreis. "Wir bekamen letzte Woche nur die Anweisung, dass keine Ware mehr zurückgeschickt werden darf", erzählt beispielsweise Monia Essinger aus Ampfing. Sie wird ihren Shop auf alle Fälle weiterführen - mit Schreibwaren sowie Sammelbestellungen für Otto und Neckermann.

Auch in Gars kommen kaum E-Mails aus Fürth an. "Mehr als eine schriftliche Mitteilung über die Insolvenz gab es einfach nicht", sagt Helga Hein. Auch sie wird weitermachen - mit dem Getränkemarkt und der Reinigungsannahme sowie Sammelbestellungen für die anderen Versandhäuser. Im Oberneukirchener Quelleshop wird es laut Inhaberin Elisabeth Mayerhofer mit Sammelbestellungen bei Neckermann und Bauer weitergehen und selbstverständlich mit dem Lebensmittelgeschäft. Viele Kunden seien traurig, dass sie nicht mehr bei Quelle bestellen könnten, sagt sie. Im Quelle-Shop von Wilfried Kulik in Töging wird es "weitergehen wie bisher - exklusive Quelle natürlich".

Gleiches gilt für den Katalogshop von Marion Weiske-Lailach in der Ledererstraße in Mühldorf. Sie wird ihr Geschäft künftig auf die anderen Versandhäuser ausrichten und rechnet kaum mit einem spürbaren Verlust.

Anders sieht es da bei Werner Skoluda aus: Bis März will er sich und seinem Shop im Oderpark Zeit geben, nach dem Quelle-Aus wieder auf die Beine zu kommen. "Ich werde umstrukturieren, ganz andere Schwerpunkte setzen." Was die Dekoration betrifft, hat er bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Das Quelle-Logo am Schaufenster ist verschwunden, musste dem Neckermann-Schriftzug weichen. Denn auch Skoluda will künftig verstärkt auf Sammelbestellungen der anderen Versandhäuser anbieten.

Aufgeben will Skoluda aber nicht. "Kommt gar nicht in Frage", gibt er sich kämpferisch und nimmt auch seine Kundschaft in die Pflicht: "Es liegt ganz alleine an den Leuten, ob wir hier überleben."

ha/sag/Mühldorfer Anzeiger

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