Welt der Daten kommt nach Haun

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Unser Agenturbild zeigt einen Erdempfänger, wie er auch in Haun errichtet werden soll.

Rattenkirchen - Paris hat bereits einen, ebenso Madrid, London und Rom, und nun ist ein solcher auch in Rattenkirchen im Gewerbegebiet Haun geplant, ein so genannter Teleport.

Bürgermeister Rupert Aigner berichtete in der jüngsten Gemeinderatssitzung über den Stand der Verhandlungen.

Bürgermeister Rupert Aigner teilte mit, dass sich die Firma HorizonSat auf der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Teleport für Rattenkirchen entschieden hat. Als Gründe nannte er die gute Anbindung an das Verkehrsnetz durch die B12 und später durch die nahe A94, die sofortige Bereitstellung eines entsprechend großen Grundstückes sowie den günstigen Preis. "Die frühere Entscheidung für ein Gewerbegebiet in Rattenkirchen, Ortsteil Haun, erweist sich immer mehr als eine für die Entwicklung der Gemeinde wegweisende und vorteilhafte", sagte Bürgermeister Aigner.

Horizon Satellite Services (HorizonSat) ist ein führender Anbieter von satellitengestützten Diensten. Zum Angebot gehört eine breite Palette von Diensten wie etwa Wide Area Netzwerklösungen für Datenübertragungen, Internet Backbone Anbindungen oder satellitenbasierte ISDN-Lösungen. Durch den Einsatz neuester Technologien und diversifizierter Angebote ist das Unternehmen innerhalb der Satelliten-Industrie als bedeutender Anbieter von Satelliten-Dienstleistungen anerkannt und erhielt diverse Auszeichnungen für seine Leistung, Reputation und Qualität.

Als Teleport bezeichnet man eine Bodenstation, welche Satelliten basierte Netzwerke unterstützt. Sie erlauben terrestrischen Netzwerken den Zugriff auf Satelliten-Transponder. Somit können diese Netzwerke Anwendungen nutzen, die mittels Satelliten verbreitet werden. Zusätzlich wird der Teleport Teil eines Leitungsnetzwerkes, mit dem alle Teleports in Europa verbunden sind. Somit kann der "Teleport Haun" Daten und Inhalte mit allen Teleports in Europa austauschen.

"Mit der Satelliten-Industrie bekommen wir eine zukunftsorientierte Branche nach Rattenkirchen, die weltweit einen jährlichen Ertragszuwachs von elf Prozent erwirtschaftet. Teleports leisten dabei einen wichtigen Beitrag zum Wachstum der gesamten Satellitenbranche", erläuterte Bürgermeister Aigner.

Die Arbeiten im Teleport werden im Zwei-Schicht-Betrieb organisiert werden. Außerhalb der Geschäftszeiten wird die gesamte Anlage von Dubai aus überwacht und gesteuert werden, außerdem wird stets ein Ingenieur in Rufbereitschaft verfügbar sein. Das gesamte Personal wird aus Deutschland stammen.

Als ein besonderes Problem sprach der Gemeinderat die Sicherheit des Teleports und mögliche gesundheitliche Auswirkungen wegen elektromagnetischer Strahlung an. Dazu erklärt das Unternehmen, dass elektromagnetische Strahlung nur in der Hauptstrahlrichtung, also in direkter Sichtverbindung zwischen Antenne und Satellit abgegeben wird. Die Antennen würden in Richtung Himmel ausgerichtet, am Teleport Haun nach Südosten. "Die niedrigste mögliche Ausrichtung sind sieben Grad. Mit dieser Ausrichtung gibt es nachgewiesenermaßen keine Beeinträchtigung durch elektromagnetische Strahlung." Das Unternehmen bestätigt auch, dass alle Antennen und abgestrahlten Frequenzen bei der Bundesnetzagentur eingetragen werden und die Unbedenklichkeit bescheinigt wird.

Bürgermeister Rupert Aigner möchte das Projekt den Rattenkirchener Bürgern auf einer Informationsveranstaltung vorstellen, dazu wird er auch Vertreter der Firma HorizonSat einladen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die Teilfläche aus der Flurnummer 1523, rund 18400 Quadratmeter.

krl/Mühldorfer Anzeiger

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