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Entscheidung vertagt

Weiter Streit über Kultur im Mühldorfer Corona-Sommer – Jetzt soll es ein Arbeitskreis richten

Einer der Höhepunkte im Feierjahr in Mühldorf: Das Altstadtfest. Ob es während der Corona-Zeit stattfinden kann, ist fraglich. Viele fordern deswegen ein Alternativprogramm. in das heimische Vereine und Künstler einbezogen werden sollen.
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Einer der Höhepunkte im Feierjahr in Mühldorf: Das Altstadtfest. Ob es während der Corona-Zeit stattfinden kann, ist fraglich. Viele fordern deswegen ein Alternativprogramm. in das heimische Vereine und Künstler einbezogen werden sollen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Der Streit dürfte weitergehen: Der Mühldorfer Stadtrat fand keine Einigung darüber, wie ein Kulturprogramm im Sommer in aussehen könnte. Jetzt müssen sich Kulturamt und Kulturreferentin zusammenraufen

Mühldorf – In einem Arbeitskreis sollen Vertreter des Kulturamts zusammen mit Kulturreferentin Claudia Hungerhuber (SPD) ein Programm für den Corona-Kultursommer entwerfen. Das hat der Stadtrat nach langer, teils hitziger Diskussion beschlossen. Auf ein gemeinsames Vorgehen konnte sich das Gremium nicht verständigen. Die SPD hatte beantragt, dass das Kulturamt ein konkretes Konzept vorlegen solle, wie ein Veranstaltungsprogramm „losgelöst vom städtischen Kulturprogramm“, aussehen könne, sagte Hungerhuber. Es gehe darum, Angebote für Vereine und heimische Künstler zu koordinieren und nicht nur zu warten, dass etwas kommt.

Kompromis war nicht möglich

Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen der Stadträte und Parteien in der Frage, wie eine Zusammenarbeit von Stadt und Vereinen aussehen könne. Wie Kulturreferentin Hungerhuber forderte Thomas Enzinger (SPD) ein stärkeres Engagement des Kulturamts für heimische Vereine und Künstler. Das Kulturamt müsse überlegen, wie Veranstaltungen unter Coronabedingungen möglich sein könnten, forderte er.

Kathrin Enzinger (Grüne) betonte, dass es in der Diskussion nicht um das städtische Kulturprogramm gehe. Sie nannte das Kulturbüro einen „Dienstleister für die Vereine und heimischen Künstler“, es sei seine Aufgabe ein Konzept vorzulegen.

Auch interessant: Nach Eklat im Stadtrat Mühldorf: Streit um Kultur-Veranstaltungen im Sommer geht weiter (Plus-Artikel ovb-online.de)

Sie forderte die Stadt auf, Mitarbeiter des Kulturamts aus Kurzarbeit zurückzuholen, damit sie ein Konzept erarbeiten könnten. Das müsse fertig in der Schublade liegen, um auf die Corona-Entwicklungen reagieren zu können.

Die andere Position kennzeichnete Kulturamtsleiter Walter Gruber. Er betonte: „Wir können nicht als Veranstalter für die Vereine auftreten.“ Diese Haltung teilte Stefan Schörghuber (CSU): „Wir sind richtig gut aufgestellt und es wurde auch überlegt, was man machen kann.“ Das sei ausreichend, Alternativen zu planen sei Verschwendung von Ressourcen und Arbeitszeit.

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Gruber und Bürgermeister Michael Hetzl (UM) verwiesen auf zwei Gespräche mit Wirten und Vereinen im vergangenen Jahr und auf den jüngsten offenen Brief des Bürgermeisters, in dem die Stadt auf Auftrittsmöglichkeiten hingewiesen und die Zusammenarbeit angeboten hat. Gruber sagte, er erwarte, dass Vereine „das Signal der Stadt aufgreifen und mit Ideen und Konzepten auf uns zu gehen“.Andreas Seifinger (UM) wünschte sich konkrete Vorschläge als Reaktion auf den Brief des Bürgermeisters. „Es geht nicht darum, die Stadt immer aufzufordern, etwas zu tun.“ Karin Zieglgänsberger (UM) sagte, es sei Aufgabe „Ideen zu kanalisieren. Da müsste die Stadt unterstützende Leistungen erbringen.“

Stadt plant 76 Kultur Veranstaltungen

Bürgermeister Hetzl stellte die Aufgabe der Stadt grundsätzlich infrage, ein Kulturprogramm für die Vereine schaffen zu müssen: „Wo liegt der Vorteil, wenn wir etwas erarbeiten?“

Zur Abstimmung über den Antrag der SPD kam es nicht. CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Lasner besprach sich in einer von ihm geforderten Sitzungspause mit den übrigen Fraktionssprechern. Danach beantragte Markus Saller (UM), dass ein Arbeitskreis mit Kulturreferentin Hungerhuber und Kulturamtsleiter Gruber die Zusammenarbeit von Stadt und Vereinen und ein Kulturprogramm konzipieren solle. Das Ergebnis wird dem Kulturausschuss voraussichtlich in der Ma

Vor der Diskussion über ein gemeinsames Kulturprogramm von Stadt und Vereinen hatte Kulturamtsleiter Gruber die Pläne der Stadt für das städtische Kulturprogramm vorgestellt. Die unsichere Coronasituation und das derzeitige Veranstaltungsverbot mache „eine seriöse Planung sehr schwierig“, sagte er. Er betonte, dass die Stadt in diesen Sommer 76 Kultur-Veranstaltungen anbieten werde, „wenn es die Coronasituation zulässt“.

Auftritte im Haberkasten-Innenhof

Zugleich bot er an heimischen Künstlern und Kulturvereinen städtische Veranstaltungsorte zur Verfügung stellen. Gruber nannte den Haberkasteninnenhof, Eisbahn und Rennbahn. Der Haberkasten-Innenhof dürfe zwischen dem 1. Juni und 31. August an 18 Tagen genutzt werden. Ein Großteil sei für auswärtige Künstler reserviert. Eine Möglichkeit sei es, bereits gebuchte Veranstaltungen auf die Eisbahn zu verlegen. „Damit könnten zehn Veranstaltungstage freiwerden, die auch doppelt belegt werden könnten.“

Künstler könnten die Bühne im Haberkasten mit eigenem Equipemnt nutzen. „Das gilt auch das Hygienekonzept, das wir mit dem Landratsamt abgesprochen haben.“

Planung fürs Volksfest läuft weiter

Bürgermeister Michael Hetzl (UM) verteidigte das Vorgehen der Stadt, an der Planung des Volksfests Ende August festzuhalten. „Wir sind so weit, dass, wenn es stattfinden dürfte, es durchführbar wäre, sofern das Testzentrum nicht mehr auf dem Volksfestplatz steht.“

Alternativ könne es einen kleinen Vergnügungspark geben, eine abgespeckte Version des Fests ohne Zelte und Bierausschank, das aber nicht Volksfest heißen würde. „Wir haben bereits Gespräche geführt und uns wurde Zustimmung signalisiert.“

Eine frühzeitige Absage und die Schaffung eines Alternativkonzepts lehnte er zum jetzigen Zeitpunkt ab: „Vor Ende Mai muss man nicht absagen.“ Er verwies auf große Feste in Nachbarstädten im Spätsommer, die ebenfalls noch nicht abgesagt seien.

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