"Der Bürgermeister machte es kaputt"

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Monika und Dragomir Slavkovic.

Töging - Monika und Dragomir Slavkovic verlassen nach nur vier Jahren die Stadt Töging. Auslöser ist ein Konflikt mit russlanddeutschen Pächtern und die Enttäuschung über den Bürgermeister und den Stadtrat.

Sie wollten ihren Lebensabend in Töging verbringen und haben in der Stadt ehrenamtlich den Kleingartenverein und die Schrebergartenanlage aufgebaut. Enttäuscht von Bürgermeister und Stadtrat und wegen Streitigkeiten in der Kleingartenanlage verlassen Monika und Dragomir Slavkovic nach vier Jahren nun wieder die Stadt. Das Rentnerehepaar kehrt nach Baden-Württemberg zurück.

Monika und Dragomir Slavkovic sind froh, dass sie Ende Januar der Stadt den Rücken kehren können. Die von ihnen aufwendig renovierte Eigentumswohnung ist verkauft. Dem Neuanfang in Stuttgart steht nichts mehr im Wege. Was bleibt ist ihr Ärger über das Durchlebte, die große Enttäuschung nach dem guten Anfang im Mai 2005.

Damals waren die Slavkovics begeistert vom Engagement des Bürgermeisters Horst Krebes für die Stadt, für die Vereine. Die Slavkovics traten wegen Krebes der SPD bei und bauten mit Unterstützung der Stadt die Kleingartenanlage unterhalb des Innkanals auf.

Die positive Einstellung hat sich aber schnell geändert. "Der Bürgermeister machte alles kaputt mit seiner Hin- und Herschwätzerei", sagt Dragomir Slavkovic heute.

Auslöser waren Auseinandersetzungen zwischen deutschen und russlanddeutschen Pächtern in der Kleingartenanlage über das Einhalten von Regeln.

Konsequente Unterstützung durch den Bürgermeister haben die Slavkovics vermisst. Dabei hatte sich Monika Slavkovic nicht nur über Ruhestörungen beklagt, sondern sich auch nach Kritik an Pächtern in der Kleingartenanlage von "aggressiven Reaktionen" bedroht gefühlt.

Die öffentlich, auch in der Bürgerfragestunde des Stadtrats, geäußerte Kritik der Slavkovics an einigen, ausdrücklich nicht allen, russlanddeutschen Pächtern kam nämlich nicht gut an. Für den gebürtigen Serben war mit Töging Schluss, als ihn SPD-Stadtrat Werner Lehner vor einem Jahr deshalb in einer Stadtratssitzung sogar als "Rechtsradikalen" bezeichnet hatte.

Kurz darauf trat Monika Slavkovic als Vorsitzende des Kleingartenvereins zurück. Sie hatte die Auseinandersetzungen mit "schwierigen" Pächtern zunächst im kleinen Kreis mit dem Bürgermeister, später auf der Bürgerversammlung thematisiert. Dabei forderte sie eine geradlinige Haltung des Bürgermeisters ein. Gleichzeitig beklagte Slavkovic eine "mangelnde Rückendeckung" durch Krebes. Slavkovic hatte damals erneut auf Einhaltung der städtischen Verordnungen in der Kleingartenanlage gepocht und den Bürgermeister als Vertreter der Stadt und damit Verpächter der Parzellen um Unterstützung gebeten.

"Das war nicht gut. Das hat seine Folgen", soll Krebes zu Monika Slavkovic kurz nach ihrer Rede noch auf der Bürgerversammlung zu ihrer Kritik gesagt haben. Slavkovic wundert sich noch heute über die Aussage Krebes', sie habe die Verordnung "zu eng ausgelegt".

Die Streitereien nagten an der Gesundheit des Rentnerpaares. Vom ruhigen Lebensabend war ab da keine Rede mehr. Die Freude an der Kleingartenanlage war dahin.

Das Fazit der Slavkovics nach vier Jahren Töging: Wenn "der Bürgermeister sich raushält", so die Ansicht Dragomir Slavkovics, könne ein Verein auch in Töging in Ruhe leben. Die SPD, der sie wegen ihrer Sympathie für Horst Krebes beigetreten waren, haben sie mittlerweile wieder verlassen.

Krebes sagte gestern auf Anfrage zu den Vorwürfen: "Ich habe jetzt Ruhe in der Kleingartenanlage. Den Rest kommentiere ich nicht. Es steht jedem frei, nach Töging zu kommen. Den begrüßen wir gerne. Aber es steht auch jedem frei wegzuziehen."

rob/Mühldorfer Anzeiger

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