Oldtimer: Von wegen altes Eisen

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Für Groß und Klein eine Augenweide: Max Götz und sein Sohn Max-Emanuel bestaunen einen MG aus den 50er Jahren.

Mühldorf - Zum 25. Mal fand nun der Oldtimer-Teilemarkt auf der Mühldorfer Rennbahn statt: Bei tollem Wetter und mit tausenden Besuchern.

Petrus fährt einen Oldtimer. Und wenn nicht, hat er zumindest ein großes Herz für die Freunde der alten Autos, für die Liebhaber der in die Jahre gekommenen Motorräder, für die Sammler und Bastler, die sich am gestrigen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein zum 25. Mal auf der Mühldorfer Rennbahn getroffen haben.

Rund 8000 Besucher hat Marktleiter Markus Mandl gezählt – so viele, wie in den Jahren zuvor. Konstant ist auch die Zahl der Händler, die nach Mühldorf kommen, 350 waren es gestern. „Viel mehr geht nicht“, sagt Mandl, der seit November an den Planungen sitzt. Zum zehnten Mal übrigens. Das kleine Jubiläum verdankt er einem ganz besonderen Umstand: „Den Job als Marktleiter habe ich mir sozusagen erheiratet.“ Der Schwiegervater, Herbert Kessler, war sein Vorgänger.

Natürlich haben sich im Lauf der Zeit die Abläufe eingespielt, von der Parkplatzeinweisung bis zur Verpflegung im Festzelt. Die große Unbekannte für Markus Mandl: "Wie viele Händler entschließen sich spontan doch noch zu kommen?"

Auf Robert Staudacher trifft das nicht zu. Er gehört zu den treuen Händlern und verkauft seit über 15 Jahren seine Motorenteile. "Mühldorf ist ein fester Bestandteil meiner Tour. Hier stimmt das Flair, hier stimmen die Preise, hier stimmt die Organisation." Obwohl: Das Geschäft ging schon einmal besser. "Das Internet drückt die Preise. Und dann ist es halt auch immer eine Frage des Glücks, ob man die richtigen Kisten eingepackt hat", erklärt der 49-Jährige.

Andreas Obermaier aus Garmisch zum Beispiel sucht Ventile für sein "Praga-Baby", Baujahr 1937. Über zehn Jahre steht der Oldtimer inzwischen zu Hause in der Garage, nun will er ihn endlich wieder flott bekommen. "4500 Mark habe ich damals bezahlt. Es war einfach eine wahnsinnig günstige Gelegenheit an einen echten Oldtimer zu kommen", grinst Obermaier.

So richtig erklären kann er seine Liebe zu dem Auto aber nicht. Macht auch nichts, viel wichtiger ist das Ventil, das es zu ersetzen gilt. Doch das passende Ersatzteil hat Staudacher nicht dabei. Man vertagt sich: "Zu Hause fliegen noch mal ein paar hundert Ventile rum. Da finde ich schon eins", verspricht der Landshuter. Karten und Telefonnummern werden ausgetauscht.

Das ist wohl ein Geheimnis, warum sich der Oldtimermarkt in Mühldorf zu einem Renner entwickelt hat: "Die Leute schätzen den persönlichen Kontakt", sagt Mandl. "Und weil hier mit den Oldtimerfreunden ein Verein dahinter steckt und kein kommerzieller Veranstalter."

Ein paar Meter weiter schiebt Alfred Eglsoer sein Wanderer-Fahrrad mit Hilfsmotor durch die Besucher. Der Mann aus Bodenkirchen sucht ein original Rex-Schutzblech. "Einen Nachbau hab' ich schon gefunden. Aber wer will das schon?", sagt Eglsoer.

Max Götz und sein Sohn Max-Emanuel sind den weiten Weg aus Straßlach bei München nicht wegen der Ersatzteile gefahren. "Wir wollen natürlich auch ein paar Oldtimer sehen", lächelt der Familienvater, obwohl sein Zweijähriger die Begeisterung für den MG aus den 50er-Jahren, den er im Rennbahn-Innenraum gerade bestaunt, noch nicht ganz teilen will. "Langsam ist es wohl genug", sagt Papa Götz. Doch gelohnt hat sich der Ausflug nach Mühldorf auf jeden Fall: "So etwas wie hier haben wir in München nicht."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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