Für neues Fahrzeug fehlt das Geld

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Die spektakulärste Rettungsaktion im vergangenen Jahr: Die Bergung einer Jungkuh aus dem Innkanal.

Töging/Winhöring - Die Wiederbeschaffung eines Einsatzfahrzeuges stellt sich als Herausforderung für die Wasserwacht Töging-Winhöring heraus, wie die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung erfuhren.

Wie geht es weiter mit der Beschaffung eines Mannschaftswagens für die Ortsgruppe, lautete die Frage, die im Raum stand. Martin Wiedenmannott erklärte im Saal des Gasthauses Isensee die Wiederbeschaffung zum größten Vorhaben der nächsten beiden Jahre.

Das bisherige Fahrzeug habe das Alter von 20 Jahren überschritten und leiste nur noch bedingt gute Dienste. "Für die Einsatzkräfte ist mit diesem Fahrzeug ein schnelles Anrücken nicht mehr gewährleistet." Ein großes Problem, so Wiedenmannott, denn Schnelligkeit sei entscheidend für den Erfolg einer Rettung aus Wassernot.

Der Bezirksverband der Wasserwacht, zuständig für die Genehmigung einer Wiederbeschaffung, verweigere diese jedoch mit der Begründung, dass die Ortsgruppe durch das weitere, wesentlich jüngere Wasserrettungsfahrzeug gut ausgestattet und ein zweites nicht notwendig sei.

"Diese Argumentation übersieht jedoch, dass die Wasserwacht in Töging eine der am stärksten frequentierten Einsatzgruppen in ganz Oberbayern ist und für ihre Einsätze vier verschiedene Anhänger zur Verfügung stehen. Wie dies mit nur einem Fahrzeug bewältigt werden soll, erklärt der Wasserwacht-Bezirk nicht", kritisierte Wiedenmannott.

"Außerdem", so Wiedenmannott, "geht es nicht um die Finanzierung von zusätzlichem Luxus, sondern um das Beibehalten des bewährten Ausrüstungsstandes." Er zeigte sich dennoch optimistisch: "Wir werden die Beschaffung notfalls auch alleine packen."

Auch die Ehrengäste zeigten sich von der Notwendigkeit der Beschaffung überzeugt. Allerdings machte Bürgermeister Horst Krebes wenig Hoffnung auf eine starke finanzielle Beteiligung der Stadt. Er erläuterte die finanzielle Schieflage der Kommune und bat um Verständnis, wenn er keine konkreten Zusagen machen könne. "Ohne die Stadt wird es nicht gehen", hatte Vorsitzender Wiedenmannott vorher erläutert. Er kündigte an, sich mit dem Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden im Vorfeld beraten zu wollen, um Alternativmöglichkeiten zu prüfen.

Einig waren sich Wasserwacht-Vorstandschaft und die Gäste bei der Bewertung der Wasserwacht-Arbeit im abgelaufenen Jahr. Die stolze Summe von 19956 erbrachten Dienststunden hob Technischer Leiter Christoph Buchner in seinem Bericht hervor. Die Wasserwacht Töging-Winhöring wurde 26- mal durch die Rettungsleitstelle zum Einsatz gerufen. Damit mussten ähnlich viele Einsätze wie im Rekordjahr 2008 bewältigt werden.

Unter den zahlreichen Einsätzen der Wasserretter war auch eine erfolgreiche Lebensrettung aus dem Inn bei Neuötting. Ein Mann hatte dort angedroht sich umbringen zu wollen. Ohne die Rettung durch die Wasserwachtler wäre sein Tod durch Erfrieren unabwendbar gewesen.

Spektakulär auch ein tierischer Fall am Innkanal: Die Rettung einer Jungkuh aus dem Fließgewässer hatte großes überregionales Medieninteresse hervorgerufen.

Neben diesen erfreulichen Rettungen waren aber auch vier Totenbergungen zu bewältigen. So waren es Taucher der Töginger Wasserwacht, die einen jungen Mann aus seinem im Alzkanal bei Mehring versunkenen Fahrzeug tot bergen mussten.

Positiv fiel der Bericht der Kassierin Petra Wiedenmannott aus. Die Ortsgruppe konnte im Jahr 2009 einen deutlichen Überschuss erwirtschaften und so einen kleinen Grundstock für die anstehende Beschaffungsmaßnahme legen.

Stolz zeigte sich Jugendleiter Sascha Kogoj über die Zahl von 57 Kindern und Jugendlichen, die in der Wasserwacht-Ortsgruppe mitarbeiten. Davon beteiligen sich rund 35 Kinder regelmäßig an den wöchentlichen Gruppenabenden und den Schwimmtrainings.

Höhepunkt des abgelaufenen Jahres war für die Jugendgruppe ein einwöchiger Besuch bei der Partner-Ortsgruppe im Erzgebirge. In diesem Jahr erwartet die Wasserwacht ihre sächsischen Kollegen wieder zu einem Zeltlager in Töging.

Ehrungen gab es für 30 Dienstjahre von Angelika Bauernfeind, Heike Obereisenbuchner und Martin Wiedenmannott. Die silberne Ehrennadel des BRK für 25-jährige Mitarbeit erhielt Silke Ebner. re

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