Wasserkraft im Isental diskutiert

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Auf Betreiben des Wasser- und Bodenverbandes Isen 1 wurden an der Zangberger Durchfahrt Rohre verlegt, die das Wasser des Rohrwiesengrabens in die richtigen Bahnen lenken.

Mettenheim - Eine eindrucksvolle Bilanz legte jetzt der Wasser- und Bodenverbandes Isen 1 vor und packte wesentliche Probleme auf den Tisch.

Auf der jüngsten Sitzung des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) Isen 1 beim Kreuzerwirt zog Vorstand Hermann Strasser eine eindrucksvolle Bilanz der Arbeit im Jahr 2011 und packte wesentliche Probleme auf den Tisch.

Ein sorgfältig gepflegtes Bach- und Grabensystem durchzieht das Isental von Stefanskirchen bis Erharting. Über Gemeindegrenzen hinweg hilft es seit Jahrzehnten, einerseits verheerendem Hochwasser entgegenzuwirken und andererseits genug Wasser für ein fruchtbares Ackerland bereitzustellen.

Dass das gelungen ist, ist dem 1924 gegründeten Wasser- und Bodenverband (WBV) Isen 1 und seinen derzeit 540 Mitgliedern zu verdanken, die das Gebiet von über 1700 Hektar Fläche auf einer Gesamtlänge von 19,5 Kilometern im Sinne eines aktiven Landschafts- und Gewässerschutzes bewirtschaften. Hermann Strasser kennt die Situation genau, war er doch zunächst zehn Jahre stellvertretender Vorstandsvorsitzender und ist seit 27 Jahren Vorsitzender des WBV.

Anhand von Fotos zeigte Strasser gleich zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes, wie auf Betreiben des Verbandes kürzlich an der Zangberger Durchfahrt Rohre verlegt wurden, die das Wasser des Rohrwiesengrabens in die richtigen Bahnen lenken. Danach erinnerte er an den Kauf und die Einweihung des neuen Landschaftspflegegerätes mit Frontausleger und Mulcher, das ein Zuwachsen der Gewässer erfolgreich verhindern soll. Dann listete er die guten Arbeitsergebnisse der im WBV zusammengeschlossenen Landwirte und Landwirtschaftsmeister auf, die während des vergangenen Jahres Eigenleistungen in noch nie da gewesenem Umfang erbracht haben.

Dank der trockenen Witterung und der eifrigen Geräteführer konnte rund 114 Stunden lang gemäht werden - knapp 2500 Quadratmeter pro Stunde, rechnete Strasser vor.

Der Bagger war rund 95 Stunden im Berichtszeitraum im Einsatz und legte dabei rund 88 Meter pro Stunde zurück. In die Pflege und Reparatur von Geräten wurden etwa 33 Stunden investiert. Auch zwei Motorsägen kamen bei der Wuchspflege regelmäßig zum Einsatz, mit denen 450 Meter an einem Tag "geputzt" wurde. Mitglieder des Verbandes pflegten darüber hinaus Ökoflächen in einem Wertumfang von fast 61.000 Euro, so der Verbandsvorsitzende weiter.

Mit Zahlen aus dem Haushalt des Wasser- und Bodenverbandes wies Hermann Strasser nach, dass das Haushaltsvolumen noch nie so groß gewesen sei. Dennoch habe man 2011 gut gewirtschaftet, stellte er fest. So deckten die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Gebühren für Landschaftspflegemaßnahmen, Pachten, Zinsen, einer Zuführung aus dem Vermögenshaushalt die Ausgaben für den Grunderwerb, die Verwaltung, den Unterhalt und wirtschaftliche Unternehmungen, sodass noch ein Überschuss entstand. Außerdem erhielt der Vorstand Informationen zum Sach-, Maschinen- und Geldvermögen des Verbandes in einer Gesamthöhe von nahezu 203.000 Euro.

Um die Zukunftsvision von einem Kraftwerk an der Isen ging es bei der sich anschließenden Erörterung. Strasser erläuterte verschiedene Messungen mit einem Nivelliergerät an drei Punkten zwischen Stenging und dem Gaymooser Moos. Dabei verglich er die gegenwärtigen und früheren Absturz-, Sol- und Fallhöhen an den Gewässern anhand von kartografisch vermerkten Höhenlinien und wies auf unterschiedlich bedingte, gefährliche Geländeabsenkungen hin. Daher bringe die Aufstauung der Isen bei Stenging schwierig zu bewältigende Folgeprobleme mit sich, mahnte Strasser. Ein höherer Wasserstand mache etwa die Entwässerung Lochheims unmöglich. Wenn der Bau eines Wasserkraftwerkes auch im Hinblick auf eine notwendige Rentabilität trotzdem ins Auge gefasst würde, könne sich Strasser eine Mitgliederfinanzierung vorstellen.

Im Weiteren berichtete der Vorsitzende von dem für 25.000 Euro geplanten Ausbau des Aidenbaches auf dem Gebiet der Gemeinde Ampfing. Im Zuge dessen sollen Abstürze naturnah überbaut, die Bachsole angehoben, die Uferlinie unregelmäßig gestaltet sowie eine Fischtreppe eingebaut werden. Der Verband hoffe auf staatliche Zuschüsse für das Projekt von bis zu 65 Prozent. Außerdem sei die Renovierung einer Kapelle an der Feldlohbrücke bei Peitzabruck (Gemeinde Ampfing) durch die WBV-Mitglieder und deren Einweihung bei einer Feldmesse Mitte Mai 2012 vorgesehen.

Zum Schluss drehte sich die Aussprache um den Verkauf gut erhaltener Landschaftspflegegeräte, dessen Erlös in die Kasse des Vereins fließen soll.

kch/Mühldorfer Anzeiger

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