Warten auf Wasser und Strom

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Die Versprechungen wurden bisher nicht eingehalten", kritisieren Johann Neumayer und Eugenia Stolz.

Mühldorf - Die neue Kleingartenanlage an der Töginger Straße nimmt langsam Gestalt an. Zu langsam, finden die ersten Pächter und kritisieren den Vorsitzenden des Vereins für Gartenbau und Landespflege, Lothar Köppel.

Der verspricht: "Noch im August wird Strom und Wasser verlegt." Sieben Gartenhäuschen stehen schon, nach Angaben von Lothar Köppel sind in der neuen Anlage bereits 15 Parzellen verpachtet. "Es könnten wesentlich mehr sein, wenn hier endlich etwas vorwärts gehen würde", glaubt Johann Neumayer und Eugenia Stolz nickt: "Immer wieder kommen Leute und fragen nach. Doch ohne Wasser und Strom und vernünftige Erde will hier niemand anfangen." Im vergangenen Jahr mussten die Kleingärtner die Anlage hinter dem Feuerwehrhaus räumen. Ihre Pachtverträge wurden nicht verlängert, die Kreisklinik benötigte an der Ahamer Straße den Platz für zusätzliche Parkplätze (wir berichteten). Weil die Kleingärtner keinen eigenen Verein gründen wollten, legte die Stadt die Geschicke in die Hand des Vereins für Gartenbau und Landespflege. Wer einen Platz in der neuen Anlage bekommen will, muss Mitglied werden. Im Gegenzug leistete die Stadt eine Bürgschaft in Höhe von 300000 Euro zum Aufbau der neuen Anlage.

Zunächst hieß es, dass das Gelände im Oktober 2008 bezugsfertig sei. Dann verkündete Gartenbau-Vorstand Lothar Köppel im Oktober , dass "Ende April, Anfang Mai" Strom und Wasser verlegt seien. Nun, Anfang August, warten Neumayer & Co. noch immer auf Wasser und Strom sowie die vereinbarte Umzäunung. Die Verzögerung erklärt Lothar Köppel mit Problemen bei der Finanzierung: "Es hat einfach gedauert, bis die Verhandlungen mit der Kreissparkasse abgeschlossen waren. Doch nun haben wir die ersten 50000 Euro abgerufen und können loslegen." Die Stadtwerke seien beauftragt, die Firmen benachrichtigt. "Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten für Strom und Wasser noch im August losgehen", sagt Köppel. In Sachen Mutterboden sei er in Verhandlungen mit der Stadt. "Wenn bei einer Baumaßnahme etwas anfällt, bekommen wir die Erde. Kaufen können wir sie nicht. Dafür fehlt uns das Geld." Die ursprünglich angedachte Lösung, den Mutterboden von der alten Anlage zu verwenden habe sich zerschlagen: "Die war zum Teil voller Schutt. Da hätten wir niemandem einen Gefallen getan."

Die Kritik der Kleingärtner kann Köppel nicht nachvollziehen: "Wir können die neue Anlage schon finanziell nur Schritt für Schritt aufbauen. Und bisher zahlen die Kleingärtner ja auch noch keinen Cent Pacht." Den Wegebau habe er beispielsweise aus eigener Tasche vorfinanziert. "Immerhin 20000 Euro." Außerdem müsse allen Beteiligten klar sein, dass er sich nur ehrenamtlich um die Anlage kümmern könne. Köppel machte gleichzeitig klar, dass das Vereinsheim mit den Toilettenanlagen erst entstehen könne, wenn die Anlage zu einem hohen Grad ausgelastet sei und Pacht fließe. "Sonst stemmen wir die Finanzierung nicht." Er rechne mit einer Realisierung nicht vor 2011.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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