Neulinger bleibt Kreisbrandbrat

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Mettenheim - Die Feuerwehren des Landkreises haben entschieden: Karl Neulinger bleibt Kreisbrandrat. Kehrt jetzt wieder Frieden im Verein ein?

Die Feuerwehren des Landkreises haben sich mit 62:11 für Neulinger ausgesprochen. "Ja ich nehme die Wahl an", freute sich der 60-Jährige, dem anschließend fast alle Kommandanten gratulierten. "Ich bin dankbar für diesen Vertrauensbeweis."

Vor der Wahl waren die Gemüter im großen Saal des Kreuzerwirt erhitzt. Elf Jahre lang gab es keinen Gegenkandidaten für Neulinger. Dass Richard Pointl überhaupt zur Wahl angetreten ist, hat viele Feuerwehrmitglieder verärgert. So machte auch Kreis-Jugendfeuerwehrwart Michael Matschi kein Geheimnis daraus, was er von der Kandidatur des Schwindeggers hält. "Es ist unmöglich, dass man mit einem Mann, der jahrelang einen guten Dienst geleistet hat, so umgeht. Ich bin tief bewegt und enttäuscht." Vor allem die Diskussion in der Öffentlichkeit werfe ein schlechtes Licht auf die Feuerwehren. "Es sieht so aus, als wären wir ein Streithanslverein. Die Feuerwehr muss aber ein eingeschworener Haufen sein, wo man sich gegenseitig vertraut. Wenn wir schon soweit sind, dass wir uns in der Öffentlichkeit zerfleischen, dann hör ich lieber auf. Karli, ich stehe hundert prozentig hinter dir!"

Versammlung Kreis-Feuerwehren

Auch Staatssekretär Dr. Marcel Huber appellierte an die Frauen und Männer, wieder Frieden in ihren Reihen einkehren zu lassen. "Es ist gut, dass ihr wählen könnt, dass es demokratisch zugeht. Aber die Feuerwehr ist kein Parlament, sie muss einig zusammenstehen." Dem schloss sich auch Landrat Georg Huber an.

Nach seiner Niederlage wandte sich Richard Pointl via Rednerpult an Neulinger. Mit einem Sieg habe er ohnehin nicht gerechnet, so der Schwindegger, er habe lediglich auf die Missstände bei den Feuerwehren hinweisen wollen. "Karl, du musst einen anderen Umgangston an den Tag legen! Das geht so nicht weiter."

Anette Mrugala 

Lesen Sei hier den Vorbericht:

Neulinger oder Pointl: Wer wird Kreisbrandrat?

Heute Abend ist es soweit: Die Feuerwehren des Landkreises wählen einen Kreisbrandrat. Bleibt Karl Neulinger in seinem Amt oder wird er von Richard Pointl abgelöst?

Die Kommandantenversammlung beginnt heute um 19 Uhr beim Mettenheimer Kreuzerwirt. Um den Posten des Kreisbrandsrates kämpfen dann Amtsinhaber Karl Neulinger und Richard Pointl.

Von mehreren Feuerwehrchefs sei Pointl die Kandidatur nahegelegt worden, denn mit Neulinger als Kreisbrandrat seien viele nicht zufrieden. Als Gründe nennt der Schwindegger den autoritären Führungsstil Neulingers. Außerdem kümmere er sich nicht ausreichend um die Probleme der Feuerwehren. Diese Vorwürfe kann Neulinger nicht nachvollziehen. „Ich sehe der Sache gelassen entgegen“, so der 60-Jährige, der sein Amt gerne noch drei Jahre lang ausführen würde. Seit 1999 ist er ohne Gegenkandidat immer wieder zum Kreisbrandrat gewählt worden.

Wahlberechtigt sind 73 Feuerwehr-Kommandanten. Einige halten zu Neulinger, andere sind auf Pointls Seite. Wer heute Abend bessere Karten hat, ist also nicht absehbar.

Das Wahlergebnis erfahren Sie aktuell hier.

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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