Vorstandssuche geht weiter

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Gibt es bis Ende Oktober keinen Kandidaten für den Vorsitz, droht dem Verein die Auflösung.

Mühldorf - Der TSV 1860 Mühldorf geht in eine ungewisse Zukunft. Auf der Generalversammlung fand sich kein Nachfolger für den Vorsitzenden Robert Lauxen. Gibt es bis Ende Oktober keinen Kandidaten, droht dem Verein die Auflösung.

Es wurde viel diskutiert an diesem Abend im Vereinsstüberl des TSV Mühldorf, doch in den entscheidenden Augenblicken herrschte betretenes Schweigen. Immer dann, wenn Vorstand Robert Lauxen die Frage nach einem Nachfolger in den Raum stellte, wartete er vergeblich auf eine Wortmeldung.

Lauxen, der seinen Abschied bereits vor über einem Jahr angekündigt hatte, wird nun kommisarisch das Vorstandsamt noch bis Ende Oktober ausüben. Findet sich dann auf einer außerordentlichen Generalversammlung kein Nachfolger, droht laut Satzung die Auflösung des Vereins. Das Vermögen des TSV würde dann an die Stadt fallen, wobei von "Vermögen" im Grunde keine Rede sein kann. Denn der TSV kämpft laut Kassenbericht mit finanziellen Problemen, vor allem die eigene Halle hängt wie ein Klotz am Bein.

So sind die Nebenkosten für Strom, Wasser und Gas von 37000 Euro im Jahr 2007 auf knapp 47000 Euro in 2008 gestiegen. Diese Mehrkosten sowie gestiegene Abgaben an den Landessportverband (16000 Euro in 2008 gegenüber 12000 Euro in 2007) konnte der TSV nur über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge und einen Zuschuss durch die Stadt für das Kunstturn-Leistungszentrum (KTLZ) auffangen. Am Ende stehen Einnahmen in Höhe von 273000 Euro Ausgaben in Höhe von 278000 Euro gegenüber (siehe Kasten: "TSV in Zahlen").

Doch die Ungewissheit bleibt: weiter steigende Nebenkosten, anfallenden Reparaturen und - nicht zuletzt - der Sparzwang der Stadt machen die Kalkulation für die nächsten Jahre schwierig. "Sollte auch unser Zuschuss um 20 Prozent, gekürzt werden, ist ein wirtschaftliches Arbeiten für den TSV nicht mehr möglich. Dann fehlen uns rund 9000 Euro", sagte Lauxen.

Für emotionale Debatten sorgte anschließend der Antrag von Dr. Gerhard Bienek: Er forderte die Vereinsverantwortlichen zu Verhandlungen mit Stadt und Landkreis auf. Das Ziel: Die übernahme der TSV-Halle durch die Stadt. Das würde dem Verein als Mieter nicht nur mehr Planungssicherheit für die Zukunft verschaffen, sondern auch die Suche nach einem Vorsitzenden erleichtern. Dieses Argument wollte Bürgermeister Günther Knoblauch nicht gelten lassen. "Der wahre Grund sind nicht die Finanzen. Der wahre Grund ist doch, dass sich im Verein niemand findet, der genügend Engagement mitbringt um das Amt zu übernehmen." Darüber hinaus habe die Stadt alles getan um dem TSV zu helfen. "Mit dem KTLZ-Zuschuss haben wir doch eine einvernehmliche Lösung gefunden um die Mietausfälle durch die Schulen auszugleichen. Ihr braucht erst einmal einen Vorstand. Alles andere lässt sich regeln", sagte Knoblauch.

Den Befürchtungen, die Stadt könnte Zuschuss und Sportförderung um 20 Prozent kürzen, trat Knoblauch vorsichtig entgegen. "Es gibt Vereine, die nagen am Hungertuch. Und es gibt Vereine, die haben hohe Rücklagen. Wenn wir ehrlich mit dem Thema umgehen, werden wir bei manchen Vereinen überlegen müssen, ob die geforderte Kürzung hier vertretbar ist." Legt ein Verein entsprechende Unterlagen vor, werde sich der Finanzausschuss baldmöglichst damit beschäftigen. "Außerdem haben wir noch keinen Verein im Stich gelassen."

Dr. Gerhard Bienek zog seinen Antrag schließlich wieder zurück, die Debatte um die TSV-Halle war damit beendet. Nun haben die TSV-Mitglieder bis Donnerstag, 22. Oktober, Zeit die Suche nach einem Vorsitzenden fortzusetzen. Weitere Personalien stehen laut Lauxen nicht zur Debatte: "Die übrige Vorstandschaft steht."

Mühhldorfer Anzeiger/ha

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