"Keine Vetternwirtschaft beim BRK"

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Mühldorf - In der Diskussion um die Führungskrise des BRK-Kreisverbandes bestreitet der ehemalige Geschäftsführer den Vorwurf der Begünstigung seiner Assistentin.

"Ich lasse mich nicht länger öffentlich beschädigen", sagte Marc Elsner gestern im Gespräch mit dem Mühldorfer Anzeiger. Unverständnis zeigte der ehemalige Geschäftsführer vor allem für die Äußerungen seines Interims-Nachfolgers Josef Jung. "Es steht ihm einfach nicht zu, so abfällig über mich zu sprechen."

Zumal Jung laut Elsner einen entscheidenden Anteil daran habe, dass der umstrittene Auflösungsvertrag mit seiner Assistentin überhaupt zustande gekommen sei. "In einem Gespräch Ende August mit Herrn Jung wurde deutlich, dass im Falle meiner Ablösung Synergien mit Altötting geschaffen werden, um Personal zu sparen", erklärte Elsner.

Deshalb habe er sich mit seiner Assistentin, die zugleich Leiterin der BRK-Shops im Landkreis war, zusammengesetzt und ihr eröffnet, dass sie in der Geschäftsstelle keine Zukunft hat.

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Von einem Gespräch mit Elsner, in dem es um eine mögliche strukturelle Neuausrichtung des BRK-Kreisverbandes Mühldorf gegangen sei, wusste Josef Jung gestern nichts. "Ich habe ihm lediglich in der Woche nach dem 5. September unter Kollegen mitgeteilt, dass in BRK-Kreisen über seine Ablösung diskutiert wird. In keiner Weise ging es dabei aber um mich als kommissarischen Nachfolger oder gar um Personalfragen."

Warum die damalige Vorsitzende Susanne Engelmann den Kreisvorstand nicht über die Existenz des Aufhebungsvertrages informiert hat, begründete Elsner so: "Laut Satzung war sie dazu nicht verpflichtet. Und es war auch in der Vergangenheit bei derartigen Entscheidungen nicht Usus." Als vor zwei Jahren beispielsweise der Vertrag des Leiters Fahrdienst aufgehoben wurde, sei das ebenfalls ohne Zustimmung des Vorstands über die Bühne gegangen.

Außerdem habe Engelmann den Vorstand in der Sitzung am 16. September über die Entscheidung informieren wollen. "Doch dann kam es eben zuvor zu meiner Ablösung und ihrem Rücktritt."

In den Augen Elsners suche die Gegenseite derzeit akribisch nach Gründen, um "meine Person zu erschüttern" und um sich für einen bevorstehenden Rechtsstreit zu wappnen. Er habe sich in den entscheidenden Kritikpunkten nichts vorzuwerfen: So sei das Gehalt seiner Assistentin oder anderer Mitarbeiter Jahr für Jahr dem Vorstand bekannt gewesen. Von Vetternwirtschaft könne also keine Rede sein. "Es wurde niemand bevorteilt, ohne dass nicht eine entsprechende Leistung für das BRK dahinter stand."

Darüber hinaus verwies er auf positive Zahlen im Haushalt unter seiner Führung. "Das Betriebsergebnis ist gut, die liquiden Mittel sind mehr als ausreichend. Und die letzte Prüfung durch das Finanzamt hat ebenfalls keine negativen Auffälligkeiten gegeben."

Im Gegenzug forderte Elsner Antworten: Unter anderem auf die Frage, warum seine Assistentin am ersten Arbeitstag des neuen Geschäftsführers eine fristlose Kündigung erhalten habe. "Dazu gab es mit Sicherheit auch keinen Vorstandsbeschluss."

Josef Jung bestätigte die fristlose Kündigung auf Nachfrage. Dabei habe es sich allerdings um eine "wohl überlegte Entscheidung nach Rücksprache mit dem Personalrat gehandelt, für die es an diesem Tag wirklich schwerwiegende Gründe gab. Mit der Vergangenheit hatte das nichts zu tun".

Was die weitere Zukunft betrifft, kündigte Elsner rechtliche Schritte gegen seine Kündigung an.

Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa, OVB

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