Volksmusik, die trösten kann

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Brigitte Amasreiter an ihrem geliebten Hackbrett. Auf den Notenständern liegen einige der Volksmusik-Notenhefte, die sie geschrieben und getextet hat.

Mühldorf - "Musik ist mein Leben", sagt Brigitte Amasreiter, genauer: Volksmusik. Gerade hat sie wieder ein neues Volksmusik-Liederheft veröffentlicht. Es ist sicherlich schon das elfte oder zwölfte.

Die 61-jährige Musikpädagogin gab Unterricht an vielen Schulen, lehrt heute noch einige Schüler an Hackbrett und Zither. "Aber meine Hauptaufgabe sehe ich im Schreiben neuer Notenhefte mit Instrumentalstücken, Liedern und Texten." Zahlreiche Stücke hat sie schon geschrieben, lustige, besinnliche, "einfach stimmige" Texte in Mundart und auch Hochdeutsch verfasst, die Notensätze selbst erstellt.

Kürzlich kam wieder ein Heft im Musikverlag Preißler, Manching, Titel "Die Vielsaiter" (JP 6579) heraus, mit mehrstimmigen Instrumentalstücken und mit ausgeschriebener Bass-Stimme ("Sehr wichtig für die Musiker!"). Damit hat sie fast ein Dutzend Hefte geschrieben, ein Hackbrett-Schulwerk bereitet sie gerade vor.

Viel Arbeit, aber auch viel Freude. "Außerdem lenkt mich das ein bisserl von meiner Krankheit ab, mit der ich seit Jahren lebe." Und auch von ihrer Trauer, denn letztes Jahr verstarb nach 37-jähriger sehr glücklicher Ehe ihr Mann. "Die Musik und auch mein fester Glaube geben mir viel Kraft für die Wechselfälle des Lebens", sagt die gebürtige Eggenfeldnerin, die immer Dirndl trägt. "Weinen und Lachen liegen so nah beieinander. Vieles kann man durch die Musik rauslassen, besser verarbeiten." Deshalb sind ihre Lieder ruhig, fröhlich, besinnlich oder munter, freudig und auch wehmütig. "Musik erreicht uns immer und sie kann auch trösten", ist Amasreiter überzeugt.

Viele kennen Brigitte Amasreiter noch von den Zangberger Volksmusiktagen, die sie von 1984 bis -91 im Kloster Zangberg leitete und die sehr viel Zuspruch hatten. Junge Leute, auch Behinderte, konnten in tagelangen Seminaren Instrumente lernen, im Kloster wohnen und vor allem zusammen Freude haben, tanzen, singen und musizieren - was für die Mühldorferin zusammengehört. "Die Schüler kamen von weither, aus Norddeutschland, aus Österreich, der Schweiz und natürlich auch aus der Umgebung." Viele bedauern, dass es diese schöne Einrichtung nicht mehr gibt.

Auch ihre zwei Kinder sind der Musik verschrieben: Sohn Rainer ist 34, spielt als Berufsmusiker steirische Harmonika und Volksmusikgitarre; Tochter Petra ist 37, studierte Geige und gab auch schon ein Notenheft "Für`n Tanzboden" heraus. Beide geben Unterricht. "Das freut mich sehr", sagt die stolze Mama. "Musik war in unserer Familie immer sehr wichtig."

Und sie müsste es ihrer Meinung nach für alle sein: "Kinder und Erwachsene sollten Musizieren lernen. Die Musik gibt uns Kraft, hilft, das Leben besser zu bewältigen, sorgt für Disziplin, für Rücksicht und den besseren Umgang miteinander. Sie ist für Ältere gut gegen die Einsamkeit, gegen Demenz und sorgt ganz selbstverständlich für den guten Ton und Einklang mit sich selbst - und auch mit anderen."

eig/Mühldorfer Anzeiger

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