Die Vielfalt der Geschichte zeigen

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Einblicke in die Geschichte der Heimat: Ein altes Schlafzimmer.

Mühldorf - Sie ist kein Geheimnis, sondern wie ein selbst gemachter Krimi. Viele Mosaiksteinchen werden zusammen getragen, bis man klar sieht.

So beschrieb Dr. Susanne Abel vom Forum Heimatforschung die Geschichtsforschung im Landkreis, die in den nächsten zehn Tagen im Blickpunkt steht.

Die Heimatforscher, Historiker und interessierten Laien haben ein Bild mit vielen Facetten von der Geschichte der einzelnen Landkreisgemeinden gezeichnet. Davon können sich die Bürger noch bis zum Sonntag bei der Geschichtswoche des Landkreises überzeugen. Eine Woche, bei der die Vielfalt der Geschichtsforschung im Landkreis dargestellt werden soll, so Susanne Abel bei der Auftaktveranstaltung in Schwindegg. Die Schwindegger Bläser spielten einen Tusch und gaben damit offiziell den Startschuss für die Geschichtswoche. Mit einem Geschichtstag hat alles angefangen, den der Förderverein unter der Leitung der stellvertretenden Landrätin Eva Köhr ins Leben gerufen und organisiert hatte. In diesem Jahr hat das Forum Heimatforschung unter der Leitung von Dr. Susanne Abel erstmals die Organisation übernommen. Der Förderverein habe die Messlatte durch seine Arbeit bereits sehr hoch gelegt. Nach intensiver Diskussion wurde beschlossen, dieses Mal die Vielfalt der Geschichtsforschung im Landkreis darzustellen. Damit solle gezeigt werden, wie viele unterschiedliche und spannende Geschichten es im Landkreis gibt. Einen Einblick bekamen die Gäste bereits in der Schwindegger Bahnhofsgaststätte, wo eine Vielzahl unterschiedlicher Exponate - von der alten Schulbank über landwirtschaftliche Gerätschaften bis hin zu Holzskier oder alten Werkstattausstattungen - sowie zahlreiche Fotografien das Leben von 1900 bis 2000 dokumentierten.

Landrat Georg Huber erinnerte an Hans Stadler, einen Mann der ersten Stunde, der zahlreiche landwirtschaftliche Gerätschaften gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe. "Es wird immer wichtiger, zu erkennen, wie schnell vieles Geschichte wird", so der Landrat. "Durch die Heimatforschung bekommen Orte, Gemeinde und Städte ein Gesicht und die Wurzeln werden sichtbar. Die ortsbezogene Geschichte ist wichtig, um die eigene Geschichte kennenzulernen." Huber zitierte Ingeborg Bachmann, die gesagt hatte: "Die Geschichte lehrt dauernd, doch sie findet keine Schüler" und forderte alle Besucher auf: "Lasst uns zu Schülern der Geschichte werden".

Als Abel im Januar mit der Organisation der Geschichtswoche betraut wurde, war es für sie wichtig, die zahlreichen Heimatforscher "zueinander zu bringen, damit sie sich unterstützen und ergänzen". Das Ergebnis zeige sich mit dem vielfältigen Programm der Geschichtswoche, wo alle Mitwirkenden zeigen können, woran sie gerade arbeiten. Damit sei "eine breite Palette unterschiedlicher Angebote in unterschiedlichen Stadien zu sehen". Deshalb sei es beinahe zwangsläufig so, dass der vierte Geschichtstag - so heißt die Veranstaltung offiziell - über mehrere Tage gehe, damit die Interessierten auch alle Angebote nützen können.

Beim Schuster

Geschichte besteht nicht nur aus nackten Zahlen oder Fakten, sondern aus den Geschichten von Menschen. Mit ihr hofft man, die Fehler von früher zu vermeiden, sagte Schwindeggs Bürgermeister Dr. Karl Dürner bei der Begrüßung. Geschichte sei die Zeit, die hinter uns liegt. Sie wirke aber bis in die Gegenwart hinein, so Dürner und machte dies am Schloss Schwindegg fest. Es sei bereits Hofmark, Herrschaftssitz, Schule, Krankenhaus oder Wohnhaus gewesen. Es prägt das Schwindegger Ortsbild seit vielen hundert Jahren und tut es auch weiterhin. Er hob die wichtige Aufgabe der Heimatforscher hervor, durch deren Arbeit viele Facetten der Vergangenheit wieder deutlich werden. "So bekommt jeder nach und nach ein Bild der Vergangenheit, der Geschichte". Er sagte aber auch, dass jeder sein eigenes Bild der Geschichte habe, was auch von Dr. Susanne Abel bekräftigt wurde. Geschichtsforschung stütze sich auf "die Quellenlage und deren Interpretation". Damit komme jeder Geschichtsforscher zu subjektiven Ergebnissen. Dürner lobte das Engagement des Landrats, da dadurch der Landkreis "zu einem geschichtsträchtigen Landkreis geworden ist". Viel Beifall bekam der Förderverein, der für die Ausrichtung der Auftaktveranstaltung 1000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

hsc/Mühldorfer Anzeiger 

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