Viel Wasser, wenig Schaden

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Der Inn, ein reißender Fluss: Bis auf ein paar überschwemmte Uferwege richtete das Hochwasser kaum Schaden an.

Mühldorf/Kraiburg/Neumarkt - Die Hochwasserlage im Landkreis Mühldorf entspannt sich wieder. Bis Donnerstagmittag hatten die Pegelstände an Inn, Rott und Isen ihre Scheitelpunkte erreicht.

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Größere Uberflutungen blieben aus, die Einsatzkräfte hatten die Situation jederzeit im Griff. Lediglich in Kraiburg wurde Meldestufe Vier ausgelöst. Der anhaltende Regen hat auch im Landkreis Mühldorf zu leichten Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen geführt. Die Lage im Überblick:

Inn

Meldestufe vier hieß es bis gestern Nachmittag in Kraiburg: Gegen 12 Uhr stand der Pegel bei 5,92 Meter - der dritthöchste Wert, der in den letzten elf Jahren in St. Erasmus gemessen wurde. Für die Waldkraiburger Feuerwehr allerdings kein Grund zur Aufregung. "Es war keine bedrohliche Situation, alles noch im grünen Bereich", sagt Kommandant Bernhard Vietze. Meldestufe vier bedeute für sein Team lediglich, dass die Radwege am Innufer im Bereich der Kraiburger Innbrücke bis St. Erasmus gesperrt werden müssen. In Hausing hätte es noch 20 Zentimeter gebraucht, dann wären laut Vietze die Häuser unter Wasser gestanden.

Flutopfer mit Toren: Der Fußballplatz des TSV Neumarkt.

Gegen 13 Uhr erreichte der Inn bei Mühldorf mit 5,39 Meter seinen Scheitelpunkt und blieb damit rund 60 Zentimeter unter der laut Feuerwehrkommandant Günther Starzengruber kritischen Marke von sechs Metern. Zum Vergleich: Beim Hochwasser im Jahr 2005 lag der Pegel bei 7,99 Meter. Der Bauhof sperrte dieses Mal lediglich die Rad- und Wanderwege in Ufernähe, in Polling und Mühldorf mussten nach Polizeiangaben zwei Keller ausgepumpt werden. Aufatmen bei Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch: "Den Unterschied macht der Kanal: Sonst wären wir einen Meter höher."

Isen

Nur vereinzelt kamen Pumpen zum Einsatz, wie hier in der Bahnunterführung in Neumarkt.

An der Isen kam es in den Morgenstunden zu vereinzelten Überschwemmungen, die Feuerwehren wurden lediglich zu kleineren Einsätzen gerufen. Weil die Wassermassen zu viel wurden, hatte sich bei Frixing das so genannte Klappenwehr geöffnet. Zudem hatte Georg Grandl, E-Werkbetreiber bei Frixing, um 5 Uhr früh die Grundschleuse gezogen, um Wasser in den Flutkanal zu leiten, der parallel zur Isen verläuft. Bereits zur Mittagszeit entspannte sich die Situation an der Isen, die laut Hochwassernachrichtendienst (www.hnd.bayern.de) in Engfurt bei Erharting um 11 Uhr einen Pegelstand von 3,04 Metern hatte (Meldestufe Eins). "Der Pegelstand geht wieder zurück, auch die kleineren Zuflüsse bewegen sich mittlerweile wieder auf Normalniveau", gab Grandl schließlich Entwarnung. Die Feuerwehr Töging musste allerdings gegen 11.50 Uhr noch einmal zum Sichern der Wehranlage bei Engfurt ausrücken, die durch die starken Wassermassen der Isen beschädigt wurde.

Rott

Einen Pegel von 2,61 Metern hatte die Rott gestern Vormittag an der Messtelle bei Kinning (Neumarkt-St. Veit) erreicht, was die Meldestufe zwei bedeutete. Das genügte, um die Uferbereiche zu überschwemmen. Ein großer See hatte sich zwischen Hundham und Lamprechten gebildet, unter Wasser standen die Fußballplätze in Neumarkt und Hörbering. Auch die Geh- und Radwege entlang der Rott waren nicht mehr passierbar. Die Feuerwehr Neumarkt hatte jedoch eine ruhige Nacht, lediglich gegen 2.30 Uhr wurde sie zur Hilfe gerufen, um einen Keller leer zu pumpen. Gegen Mittag kamen die Pumpen der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt außerdem in der Unterführung am Bahnhof zum Einsatz, die aufgrund des Regens unter Wasser stand.

ha/je/kla/Mühldorfer Anzeiger

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