Angeklagter Informatikstudent schweigt

Verschlüsselte Kinderpornos

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Mühldorf - Ein junger Mann aus dem Landkreis Mühldorf hat seine Kenntnisse aus dem Informatikstudium dafür genutzt, um die Festplatten vor Unbefugten zu schützen.

Auch die Polizei und ein Gutachter hatten deshalb ihre Müh und Not, die Dateien zu sichten. Bei ihrer Suche nach Kinderpornografie wurden sie dennoch fündig. Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte vor dem Amtsgericht Mühldorf nicht, er bot allerdings seine Zusammenarbeit an.

Breit angelegte Ermittlungen brachten die Polizei auf die Spur von insgesamt 123 Beschuldigten in Deutschland, 14 davon in Bayern. Bei der Wohnungsdurchsuchung im September 2009 fanden die Beamten unter anderem einen Computer, der als Server diente. Außerdem beschlagnahmten sie mehrere Festplatten.

Für die Beamten stand schnell fest, dass als Verdächtiger nur der Sohn des Hauseigentümers infrage kommt. Der war allerdings kurz zuvor von zu Hause ausgezogen. Bis die Beamten dessen Wohnung in München durchsuchen konnten, hatte er bereits die Festplatten aus seinem Computer verschwinden lassen, wie ein Polizeibeamter in der Verhandlung sagte.

Die im Landkreis Mühldorf sichergestellten Festplatten waren allesamt verschlüsselt - nur eine nicht. Und auf der konnte ein Sachverständiger gelöschte Dateien auch wiederherstellen. Darunter 17 Bilder mit kinderpornografischem Inhalt.

"Bei allen anderen Festplatten wäre der Aufwand zu groß gewesen, sie zu entschlüsseln", sagte der Gutachter vor Gericht. Die Verschlüsselung habe sich noch verstärkt, nachdem die Geräte vom Netz genommen wurden. Sehr gute Kenntnisse seien dazu nötig gewesen, die entsprechende Fachliteratur haben die Beamten in der Wohnung sichergestellt.

Auf den Bildern waren Kinder und Jugendliche in eindeutigen Posen abgelichtet. Auf mindestens sechs Bildern seien die Kinder jünger als 14 Jahre, hieß es in der Verhandlung. Der Körperbau lasse diesen Schluss zu, wie ein Gutachter vom rechtsmedizinischen Institut in München erklärte.

Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte nicht. Über seinen Verteidiger bot er seine Zusammenarbeit an und will nun bei der Verschlüsselung der übrigen Festplatten helfen. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich dadurch, mehr über die Hintermänner zu erfahren.

Die Verhandlung wird am 30. Januar fortgesetzt.

hi/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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