Odu verbindet Sonne und Strom

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Die Sonne erzeugt Strom: Aufsichtsratsvorsitzender Endrös (vorn) beobachtet zusammen mit seinem Kollegen Dr. Peter Waltl die ersten Watt-Zahlen, die die neue Fotovoltaikanlage liefert.

Mühldorf - 560.000 Kilowattstunden Strom soll die Fotovoltaikanlage produzieren, die am Mittwochnachmittag auf dem Dach von ODU in Mühldorf in Betrieb gegangen ist.

Die Gesellschafter des Steckerproduzenten haben gut 1,8 Millionen Euro in die Stromgewinnung investiert.

Mehrere Gründe nannte Aufsichtsratsvorsitzender und Gesellschafter Dr. Christoph Endrös für den Bau der Anlage. Dank ihr soll ODU bei der Energieversorgung unabhängiger werden, ein Drittel des benötigten Stroms könnte das Unternehmen jetzt selbst produzieren. Darüber mache die gute Einspeisevergütung das Engagement für die Gesellschafter "finanziell interessant", sagte Endrös und sei ein Beitrag zum Klimaschutz.

ODU ist seit langem mit erneuerbaren Energien verbunden. So liefert das Mühldorfer Unternehmen Steckverbinder für die Hybridfahrzeuge der Mercedes S-Klasse oder für die Produktion von Fotovoltaikanlagen. "Für uns ist das ein strategischer Markt, der Wachstum verspricht", betonte Endrös.

Diese Ansicht vertrat auch Dr. Wolfgang Jacobi, lange Geschäftsführer von ODU und seit seinem Ruhestand im Aufsichtsrat. Für seine neue Firma "Efficent Energie" hat er eine umfangreiche Analyse der künftigen Energieversorgung erarbeitet. Jacobi bezifferte das Volumen für Stecker von Fotovoltaikanlagen auf 400 Millionen Euro. Dieser Markt sei aber für ODU uninteressant, weil es ein Massenmarkt sei. Dagegen könne ODU bei der Entwicklung und dem Bau von Spezialsteckern erfolgreich sein, wie sie in der Fertigung gebraucht würden.

In seinem Vortrag vor der ODU-Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und Vertretern der Firma "Green Solar", die die Anlage auf dem Dach von ODU gebaut hat, ging Jacobi auf die Notwendigkeit ein, auf erneuerbare Energie zu setzen. Dabei hält er die Verknüpfung von Klimaerwärmung und steigender CO²-Belastung für eine Theorie, die weder erwiesen noch widerlegt sei. Sicher sei aber, dass die derzeitigen Energiequellen auf absehbare Zeit zu Ende gingen. Derzeit lieferten in Deutschland Wasser, Wind und Sonne nur zehn Prozent des tatsächlichen Energieverbrauchs; den Anteil der Sonnenenergie bezifferte Jacobi auf 0,7 Prozent.

Die ODU-Gesellschafter haben auf 6600 Quadratmetern Dachfläche eine Fotovoltaikanlage installiert, die eine Spitzenleistung von 560 Kilowatt-Peak bringt. Damit, so der Erbauer "Green Solar", können bis zu 480 Tonnen Kohlendioxid gespart werden. Die Herausforderung für die Solarfirma war groß, die zum Teil sehr kleinteiligen, dreieckigen und in alle Himmelsrichtungen ausgerichteten Dächer von ODU optimal zu bestücken, damit sie genügend Ertrag bringen. Die Lösung: Fotovoltaikzellen sammeln auch in den weniger attraktiven Ost- und Westlagen Sonnenenergie.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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