Vier Damen aus dem Landkreis Mühldorf pflegten deutsche Gräber auf dem Soldatenfriedhof in Costermano

Ein Urlaub, den man nicht so schnell vergisst

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Viel Lob für das Engagement: Jugendbeauftragter Josef Gebler, Anna Menth aus Mühldorf, Alexandra Reiter und Ursula Eberl, beide aus Schönberg, sowie Julia Schönbach aus Mühldorf und Franz Maier, Vorsitzender des Kreisverbands Mühldorf.

Mühldorf - In den Ferien denken viele Jugendliche an Sonne, Strand und Meer. Bei Anna Menth, Alexandra Reiter, Ursula Eberl und Julia Schönbach war es in diesem Jahr anders.

Sie pflegten im Rahmen des Jugendlagers der Kriegsgräberfürsorge in Costermano am Gardasee deutsche Gräber. Im Rahmen eines KSRK-Informationsnachmittags schilderten die vier jungen Damen ihre Erlebnisse.

"Wir haben vieles über verschiedene Kulturen und andere Religionen erfahren. In unserer Gruppe waren vier junge Türken", erzählt Julia Schönbach. "Gemeinsam haben wir nebeneinander im Soldatenfriedhof die Gräber geschrubbt und Unkraut gejätet - das verbindet. Und wir haben viele neue Freundschaften geschlossen."

Für Anna Menth war besonders erschreckend, dass viele Gefallene sehr jung waren. "Oftmals nicht älter als 15 Jahre. Das waren Erlebnisse, die man nicht so schnell vergisst."

Auf dem Programm standen aber auch Ausflüge und Spiele, abends saßen die Teilnehmer auf der Terrasse und unterhielten sich über die Erlebnisse und tauschten Gedanken aus. "Wir haben uns mit der Geschichte auseinandergesetzt und gelernt, dass Frieden in der Welt sehr wichtig ist", sagt Anna Menth weiter.

"Es ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass junge Menschen ihre Freizeit aufwenden und Gräber pflegen", würdigte Jugendbeauftragter Josef Gebler aus Schönberg das Engagement. Es werde immer schwieriger, Jugendliche für diese Aufgabe zu bewegen. Deshalb appellierte er an die vier jungen Damen, die Werbetrommel zu rühren. Geplant sei auch, so Gebler weiter, einen Informationsabend zu veranstalten um derartige Projekte vorzustellen.

KSRK-Kreisvorsitzender Franz Maier dankte ebenfalls dem Quartett für den Einsatz in Italien. Er hoffe, dass man auch weiterhin diese Aufgaben durchführen könne. "Vor allem aber gebührt unsere Anerkennung und unser Respekt den Jugendlichen, sie sind ein Vorbild für unsere Gesellschaft."

Als besonders lobenswert erwähnte Josef Gebler die Tatsache, dass der Landkreis Mühldorf als einziger Landkreis Zuschüsse für diese Reisen gewähre. Rund 50 Prozent der Reisekosten werden von den Kommunen, dem KSRK-Kreisverband, den KSK-Vereinen und dem Landkreis erstattet.

Nach ihren Berichten zeigten die Jugendlichen den Gästen viele eindrucksvolle Bilder von ihrer Arbeit auf dem Soldatenfriedhof in Costermano.

Zum Abschluss waren sich die Vier einig: "Auch im nächsten Jahr werden wir wieder dabei sein."

stn/Mühldorfer Anzeiger

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