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Unwetter mit Hagel in Kreisen Mühldorf, Rosenheim, Ebersberg: Sturmjäger berichtet

„Wir haben die Wetterlage im Vorfeld analysiert und gesehen: Da könnte was Großes kommen!“

Wie hier im Landkreis Mühldorf wütete am Dienstag eine „Superzelle“ über der Region. Sturmjäger Michael Hutter war vor Ort und berichtet gegenüber innsalzach24.de.
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Wie hier im Landkreis Mühldorf wütete am Dienstag eine „Superzelle“ über der Region. Sturmjäger Michael Hutter war vor Ort und berichtet gegenüber innsalzach24.de.

Am Dienstagnachmittag fegte eine sogenannte „Superzelle“ über die Landkreise Ebersberg, Mühldorf und Rosenheim. Ihr hinterher folgte Sturmjäger Michael Hutter. Gegenüber innsalzach24.de berichtet er, wie das Unwetter-Phänomen zu Stande kam und wie ein Sturmjäger arbeitet.

Fischbachau/Landkreis Mühldorf am Inn - „Wir haben die Wetterlage im Vorfeld analysiert und gesehen: Da könnte was Großes kommen!“, berichtet Sturmjäger Michael Hutter gegenüber innsalzach24.de. Momentan liege in Bayern und Süddeutschland eine sehr unwetterträchtige Lage vor. „Gestern kam es zur Bildung einer sogenannten ‚Superzelle‘“, erläutert Hutter. Es ist nicht das erste Mal, dass solch ein Wetterphänomen die Region heimsucht. Vor fast genau einem Jahr zog eine Gewitterwalze über die Region hinweg, sogar von einem möglichen „Tornado“ war die Rede (Plus-Artikel rosenheim24.de).

Die „Superzelle“ am Dienstag über Neuötting.

„Superzelle“ über der Region: Heftige Hagelschauer in den Landkreisen Ebersberg, Mühldorf und Rosenheim

„Voraussetzung zur Bildung einer solchen Superzelle ist eine energiereiche, schwülwarme Luftmasse und das Vorhandensein von Windscherung“, erläutert Hutter, „Diese Zelle zog vom Allgäu bis nach Passau. Im Umkreis von München war sie zunächst noch relativ schwach. Dann hat sie allerdings im Landkreis Ebersberg einen neuen Zyklus durchlaufen, wobei sie sehr kräftig wurde und sich so gestärkt dann ihren Weg durch den Kreis Mühldorf und Rosenheim nach Niederbayern suchte.“

Von Jettenbach über Kraiburg und Mühldorf bis nach Töging fielen am Dienstag kurz nach 17 Uhr taubeneigroße Hagelkörner vom Himmel und hinterließen eine Schneise der Verwüstung. Überflutete Keller und Unterführungen, zerstörte Gärten und eingedellte Autos, zerborstene Dachfenster und Einschläge in Fotovoltaikanlagen werden die Versicherungen in den nächsten Tagen und Wochen beschäftigen. Allein im Stadtgebiet Mühldorf am Inn gab es aufgrund des heftigen Unwetters am Dienstag über 50 Einsätze für die Feuerwehr zu bewältigen. Die Region kommt auch noch nicht zur Ruhe: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den heutigen Mittwoch eine erneute Vorabinformation vor schwerem Gewitter veröffentlicht. Diese gilt vorerst für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Altötting und Berchtesgadener Land von Mittwoch, 15 Uhr, bis Donnerstag, 4 Uhr.

Erneut Unwetterwarnungen für Mittwoch: Sturmjäger Hutter wird erneut unterwegs sein

Michael Hutter wird also erneut unterwegs sein. Der junge Mann aus Fischbachau ist seit mehreren Jahren in ganz Mitteleuropa als „Sturmjäger“ aktiv. Als Sturmjäger bezeichnet man Personen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Unwetter auszumachen, zu beobachten, zu verfolgen und gegebenenfalls mittels Fotografie und Film zu dokumentieren. Sie kooperieren oft mit Wetterdiensten und stellen ihnen ihre gesammelten Daten zur Verfügung, damit diese gegebenenfalls Warnungen herausgeben können. „Das Material das wir sammeln geht, unter anderem, an den Deutschen Wetterdienst (DWD) und diverse Meteorologen“, berichtet Hutter.

Die „Superzelle“ am Dienstag über Mühldorf am Inn

Man sei in der Sturmjäger-Szene gut über verschiedene Kanäle vernetzt. „Wenn sich eine Wetterlage wie am Dienstag abzeichnet, spricht man sich genau ab. Wer bildet Teams? Wer fährt mit wem? Wer bringt welche Ausrüstung?“, so Hutter. „Wir sind dann immer mindestens zwei Personen in einem Auto. Ein Fahrer und ein Navigator. Letzterer behält die Wetterkarten und -radars im Auge, damit wir minutengenau wissen, wohin die Unwetterzelle zieht.“ Dabei müsse alles gut vorbereitet sein. „Das fängt bei der Verstauung unserer Ausrüstung an. Dafür muss nicht nur genug Platz im Fahrzeug sein, es sollte auch sofort griff- und aufbaubereit sein.“

Die „Superzelle“ am Dienstag über Pocking.

Das ganze ist nicht risikofrei: „Man muss die Zugbahn so einer Superzelle genau kalkulieren und aufpassen, dass man nicht selbst darin landet. Sonst kann es einem passieren, dass man mitten in so einen Hagelschauer wie am Dienstag gerät, der einem sämtliche Scheiben einschlägt!“

hs

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