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Unwetter-Katastrophe

Nach dem Unwetter: Sorge um die Festigkeit der Dämme am Innkanal im Landkreis Mühldorf

Der Innkanal bei Mühldorf
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Der Innkanal bei Mühldorf: Würden die Dämme standhalten bei einem ähnlichen Unwetter wie zuletzt im Westen Deutschlands oder im Berchtesgadener Land?

Der Landkreis Mühldorf ist bei den jüngsten Unwettern glimpflich davon gekommen. Trotzdem bewegt viele angesichts der Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Berchtesgaden die Frage: Würden die Dämme des Innkanals extremem Regen standhalten? Oder drohen zwischen Jettenbach und Töging ähnliche Flutwellen?

Mühldorf – Angesichts der Unwetter- und Hochwasserkatastrophen der letzten Tage haben Menschen im Landkreis auch die Frage nach der Sicherheit des Innkanals gestellt. Würden die Böschungen solchen Unwetter standhalten? Wie wirkt sich Hochwasser auf den Kanal aus.

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Wolfgang Syrowatka, Sprecher des Kanal- und Kraftwerksbetreibers Verbund, betont, dass der Kanal von Hochwasser grundsätzlich nicht betroffen sei. „Der Innkanal dient aufgrund seiner Ausgestaltung und vorgesehenen Nutzung als künstliches Gewässer nicht zur Hochwasserabfuhr“, erklärt Syrowatka auf Anfrage.

Wassermenge im Kanal wird über das Wehr geregelt

Die Wassermenge im Kanal werde über das Wehr in Jettenbach geregelt, sollte dort mehr Wasser auflaufen, als der Kanal fassen kann, werde es über den Inn abgeleitet, der seit je her von Hochwasser getroffen ist.

Die Innkanalböschung als Erholungsgebiet: Nach der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen stellt sich für viele die Frage: Wie stabil ist der Damm zwischen Jettenbach und Töging? Die Spaziergänger bei Pürten hatten gestern offenkundig keine Bedenken.

Hochwasser spielt keine Rolle

„Eine besondere Belastung der Dämme am Innkanal und Ihre Standsicherheit findet daher durch Hochwasser nicht statt, da sich die Verhältnisse im Kanal bei entsprechenden Ereignissen nicht verändern.“

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Aber auch Unwetter fürchtet der Verbund nicht. „Der Aufbau und die Auslegung der Dämme und Deiche berücksichtigen auch Hochwasserszenarien“, betont Syrowatka. So werde der Damm, seine Geometrie, der Aufbau, das Dichtungssystem, die Böschungsneigungen, Betriebs- und Verteidigungswege bis hin zur landseitigen Oberflächengestaltung auf entsprechende Zustände und Szenarien ausgelegt.

„Starke Regenfälle und Unwetter sind natürlich grundsätzlich Belastungen für eine Vielzahl von Bauwerken.

Betreiber garantiert Kontrollprogramm

Eine umsichtige Pflege, eine laufende Kontrolle und entsprechender Unterhalt stellen aber sicher, dass auch bei starken Regenfällen die Schutzwirkung aufrechterhalten werden kann.“

Der Verbund betreibt nach eigenen Angaben für alle seine Dämme und Deiche ein umfassendes Begehungs- und Kontrollprogramm, um so auch kleinere Veränderungen zu erfassen und korrigieren zu können.

Bei Erweiterung Maßnahmen ergriffen

An dieser Situation habe auch die Erhöhung der Dämme in den vergangenen Jahre nichts geändert. Dank einer neuen wasserrechtlichen Genehmigung darf der Verbund seine Stromerzeugung am Kanal erhöhen.

Erfüllung von Anforderungen im Genehmigungsverfahren nachgewiesen

Dazu ist der laufende Umbau der Kraftwerksanlagen am Jettenbacher Stauwerk und im Wasserschloss Töging notwendig. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch der Kanal vergrößert und erhöht. „Entsprechend musste im Genehmigungsverfahren nachgewiesen werden, dass die hohen Anforderungen an die Schutzbauten weiterhin in vollem Umfang erfüllt werden“, erklärt Syrowatka

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An einzelnen Stellen habe es Eingriffe in den bestehenden Damm gegeben, um die Sicherheit zu gewährleisten. „Neben dem Hochziehen der Kanaldichtung wurden etwa auch punktuell die Auflastfilter angepasst.

So verlief das Katastrophen-Wochenende im Landkreis Mühldorf

Der Landkreis ist am Wochenende mehr als glimpflich davon gekommen. Das sagt Kreisbrandrat Harald Lechertshuber. „Wir hatten alles in Stellung, waren vorbereitet. Zur akuten Hilfeleistung mussten wir aber nicht ausrücken.“ Die höchste Warnstufe erreichte der Inn am Pegel Kraiburg, es gab einige überschwemmte Uferwege, Anwohner waren aber nicht betroffen. „Wir haben den Pegel stündlich beobachtet, ab 24 Uhr ist er sehr stark gefallen“, sagt Lechertshuber. In Mühldorf hat es Radwege am Inn erwischt. „Wenn das Wasser wieder weg ist, werden wir sie wieder herrichten“, sagt Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner.

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Als Vorsichtsmaßnahme hat die Feuerwehr Kraiburg die Dammbalken am Oberen Auweg eingesetzt. Gebraucht wurden sie nicht, der Pegel sank rechtzeitig wieder.

Dämme in Kraiburg vorsichtshalber geschlossen

In Kraiburg erreichte der Inn zwar Meldungsstufe drei mit über sechs Metern Wasserstand, größere Schäden gab es aber nicht. Die Feuerwehr war vorsorglich im Einsatz und hat am Oberen Auweg die Dammbalken eingesetzt. „Es war unklar, was kommen wird“, sagt Kraiburgs Kommandant Günther Stuiber. Problematisch werde es in Kraiburg erst ab einem Pegel von mehr als sieben Metern. „Wegen des Damms ist Kraiburg gut gesichert“, bestätigt Bürgermeisterin Petra Jackl.

Elf THW-Helfer in Berchtesgaden

Elf Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind in Berchtesgaden im Einsatz. Sei gehören nach Angaben von Ortsbeauftragtem Florian Seemann zur „Führungskomponente“. „Wir haben den Einsatz von 150 THW‘lern aus Bayern koordiniert“, umschreibt er die Aufgaben. Die Führungsstelle ist eine der besonderen Einrichtungen, die beim THW Mühldorf für überregionale Einsätze eingerichtet sind. Die Helfer werden laut Seemann auch am morgigen Dienstag, 20. Juli, noch in Berchtesgaden im Dienst sein, um die Arbeit des THW zu koordinieren. Das Rote Kreuz Mühldorf hat nach eigenen Angaben bis jetzt keine Helfer entsandt.

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