Ist Unterzucker Schuld am Tod eines Menschen?

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Mühldorf - Bei einem Frontalzusammenstoß 2009 nahe Erharting starb eine Mühldorferin. Ihr Ehemann wurde dabei schwer verletzt. Vor Gericht steht jetzt der 81-Jährige Unfallverursacher.

Dieser muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Am ersten Verhandlungstag fiel aber kein Urteil, der Prozess gegen den 81-Jährigen wurde bis Mitte August vertagt.

Der aus Fürth stammende Angeklagte war am 27. September 2009 gegen 16 Uhr mit seinem Porsche Boxter auf der Staatsstraße 2092 von Mühldorf in Richtung Neumarkt-St. Veit unterwegs, als er in Höhe Schoßmühle auf der Fahrbahn nach rechts abkam und 50 Meter an der Leitplanke entlang schleifte, wobei das rechte Vorderrad abbrach.

Unfall bei Erharting

Nach drei umgefahrenen Straßenpfosten und nur mehr drei Reifen stoppte das Auto nach 300 Metern. Als Zeugen auf den Porschefahrer zukamen, soll er wieder Gas gegeben haben und auf die B299 in Richtung Erharting gefahren sein. Dabei geriet er immer wieder auf die Gegenfahrbahn, bis er schließlich mit einem entgegenkommenden Opel Astra zusammenstieß. Bei dem Aufprall wurden er und die Insassen, ein Ehepaar aus Mühldorf schwer verletzt. Die 66-jährige Ehefrau auf dem Beifahrersitz erlag noch am selben Abend ihren massiven Frakturen im Krankenhaus Mühldorf.

Eine nach dem Unfall entnommene Blutprobe wies einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel auf. Bereits 2006 verursachte der Rentner einen Verkehrsunfall wegen Unterzuckerung. An einer festgestellten Diabetis leidet er aber nicht. Laut Gutachten war der ehemalige Ingenieur zudem auch weiterhin fahrtüchtig und hätte einen auftretenden Schock frühzeitig erkennen müssen. Außerdem zeugt sein Fahrverhalten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft davon, dass er bei Bewusstsein war, sonst hätte er seine Fahrt nicht fortsetzen können.

Während die Staatsanwaltschaft auf fahrlässige Tötung plädiert, beruft sich die Verteidigung auf einen durch Unterzuckerung hervorgerufenen Aussetzer am Steuer zum Zeitpunkt des Unfalls.

Das Verfahren wurde auf Antrag des Verteidigers auf den 17. August vertagt, da der Angeklagte anfangs keine Stellungnahme und später doch Angaben zum Unfallhergang machen wollte.

hhw/Mühldorfer Anzeiger

 

Rubriklistenbild: © ff

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