Unter starkem Preisdruck

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Mühldorf - Auch die beiden Belimed-Gesellschaften mit Sitz in Mühldorf haben die Konjunkturkrise zu spühren bekommen. Vor allem der Preisdruck lastete auf der Produktions- und der Vertriesgesellschaft.

Extremer Preisdruck lastete 2009 auf Belimed, die durch zwei getrennte Gesellschaften in Mühldorf Großwaschanlagen produziert und vom Inn aus vertreibt. Dabei litt vor allem die Produktionsgesellschaft Belimed Technik, die "horrende Rabatte" gewähren musste, um ihre Chancen zu wahren, berichtet Geschäftsführer Martin Combé. Trotzdem musste Belimed Technik mit einem Umsatzrückgang auf 23 Millionen Euro (Vorjahr: 25 Millionen Euro) leben, vor allem im Bereich der Großkammeranlagen seien Bestellungen gestrichen oder verschoben worden.

Die schwierige Situation hatte laut Combé auch Konsequenzen für die Mitarbeiter, um 20 sank ihre Zahl. Sie sei durch normale Fluktuation, Abfindungsverträge oder den Wechsel in die Weiterbildung und die Trennung von Zeitarbeitern reduziert worden. Das Mittel der Kurzarbeit habe wegen des enormen Zeitdrucks nach Bestellungen nicht gegriffen, betonte Combé bei der Vorstellung der Jahresbilanz. "Damit haben wir keinen positiven Effekt erzielt." Durch den hohen Kostendruck sind auch die Umsatzerlöse gesunken.

120 Mitarbeiter konstruieren und produzieren Waschanlagen für Belimed Technik, große Investitionen sind heuer nicht vorgesehen. Vielmehr werde es darum gehen, Produkte zu überarbeiten, um die Herstellungskosten zu verringern. Einheitliche Benutzeroberflächen und eine Anpassung des Produktspektrums sollen Belimed die Arbeit erleichtern und Kunden moderne Maschinen liefern.

Besser als für Belimed Technik lief es für Belimed Deutschland. Die Vertriebstochter schaut auf ein durchaus gutes Jahr zurück, das eine Steigerung des Umsatzes um neun Prozent auf 30,5 Millionen Euro brachte. Damit lag das Unternehmen über den Planwerten. Wesentlichen Anteil am erfolgreichen Jahr hatte die Übernahme des Serviceunternehmens eines Konkurrenten im vergangenen Jahr.

110 Mitarbeiter verkaufen und reparieren für Belimed Deutschland Waschanlagen in Krankenhäusern und Pharmakonzernen, durch die Übernahme kamen 23 dazu. "Wir hatten Glück, dass im Gesundheitswesen so gut investiert wurde", erklärt Belimed Deutschland-Chef Klaus Zwicker und weist auf das Konjunkturprogramm II hin. Allerdings waren die Gewinnmargen auch bei Belimed Deutschland unter Druck. Belimed Deutschland vertreibt und repariert allerdings nicht nur Waschanlagen, die in Mühldorf hergestellt werden. In der Verkaufspalette finden sich auch andere Belimedprodukte wie Sterilisatoren.

Zwicker gibt auch für dieses Jahr die Devise Expansion aus. Man werde "Serviceaufträge aktiv verkaufen", die Übernahme weiterer Konkurrenten sei geplant. Auch Investitionen sind vorgesehen. Belimed Deutschland will in den Fuhrpark, Messgeräte, Klimaanlagen oder die elektronische Verarbeitung von Servicescheinen etwa 1,2 Millionen Euro investieren.

Die gesamte Belimedgruppe mit Niederlassungen an verschiedenen Standorten in Europa hat laut Combé im vergangenen Jahr mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent zu kämpfen gehabt. Der Standort Mühldorf stehe nicht in Frage, sagten Combé und Zwicker: "Eine Verlagerung ist so leicht nicht möglich", vor allem im Pharmabereich gehe es ausschließlich um kundenspezifische Produkte, deren Entwicklung und Bau nicht ohne weiteres an einem anderen Standort geleistet werden könne.

Die ersten Monate lassen die Geschäftsführer der beiden Belimedtöchter optimistisch ins Jahr 2010 blicken. Der Auftragseingang hat angezogen, für Deutschland beträgt er plus 15 Prozent.

Gute Aussichten gibt es auch für Lehrlinge. Belimed bildet in beiden Firmen derzeit insgesamt zehn Lehrlinge aus, an eine Verringerung ist nicht gedacht.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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