Unhaltbare Zustände moniert

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Wie in den meisten anderen Landkreisen in der Bundesrepublik teilen sich die örtliche Bundesagentur sowie das Landratsamt den Betrieb der ArGe.

Mühldorf - Die Personalprobleme bei der "Arbeitsgemeinschaft zur Integration Arbeitssuchender im Landkreis Mühldorf " hat Landrat Georg Huber in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Frank-J. Weise, heftig angeprangert.

Huber schreibt, dass es sich in Mühldorf bei dieser Zusammenarbeit um "unhaltbare Zustände" handelt.

Wie in den meisten anderen Landkreisen in der Bundesrepublik teilen sich die örtliche Bundesagentur sowie das Landratsamt den Betrieb der ArGe. Dazu gehört, neben dem Tragen der anfallenden Kosten auch die Gestellung von endqualifiziertem Personal, um den gesetzlichen Auftrag der Arbeitslosenversicherung und der Integration Arbeitssuchender erfüllen zu können. Die Missstände, so Huber, beginnen bereits bei dem Umstand, dass der Landkreis Mühldorf in der ArGe rund 50 Prozent des eingesetzten Personals stellen muss, obwohl die kommunalen Aufgaben mit rund der Hälfte dieser Mitarbeiter zu bewältigen wären. Der dem Landkreis zugestandene Verwaltungskostenanteil liegt insgesamt aber nur bei 12,6 Prozent. "Es ist somit festzustellen, dass die Bundsagentur (BA) schon dieser Verpflichtung zur Gestellung von quantitativ ausreichendem Personal offensichtlich nicht nachkommt. Auch hinsichtlich der Qualität der von der BA gestellten Mitarbeiter besteht Anlass zu schärfstem Protest", schreibt der Landrat.

Huber kritisiert, dass die BA Mitarbeiter einstellen, die sechs Monate eingearbeitet werden müssen. Er monierte weiter, dass die BA einen Großteil des Personals nur nach dem Teilzeitbefristungsgesetz für zwei Jahre einstelle. Nach Ablauf dieser zwei Jahre, so Huber, werden die Arbeitsverträge nicht einmal bei guter Arbeitsleistung auf unbestimmte Zeit verlängert. Wenn diese Verträge auslaufen, müssen dann wieder neue Mitarbeiter angelernt werden. "Wenn Sie bedenken, dass dies nicht nur aus personalentwicklerischen Gesichtspunkten kontraproduktiv ist, sondern auch zu steigendem Frust bei den BA-Mitarbeitern führt, so können sie meine Verärgerung sicherlich nachvollziehen. Wenn in Privatbetrieben so mit Personal, mit Menschen umgegangen würde, wäre der Aufschrei in der BA sicher groß", erklärte Huber.

Der Landrat hofft, dass diese Probleme jetzt von der BA angepackt werden. Er fordert eine Lösung, die die dauerhafte Leistungsfähigkeit der ArGe sicherstellt, damit die nicht mehr vertretbaren Belastungen der noch vorhandenen Verwaltungskräfte sofort abnimmt und die Hilfeempfänger zu dem ihnen zustehendem Geld kommen. "Ich bin nicht mehr bereit, als politisch Mitverantwortlicher dabei tatenlos zuzusehen", betonte der Landrat.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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