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Tausende Kippen und andern Müll gesammelt

Umweltschutz beginnt am Wandertag: Mühldorfer Mittelschüler machen den Stadtplatz sauber

Schüler Necmettin Karahan zeigt auf einen Teil der 6000 Zigarettenstummel: Die Ausbeute von einer Stunde Sammeln auf dem Mühldorfer Stadtplatz.
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Schüler Necmettin Karahan zeigt auf einen Teil der 6000 Zigarettenstummel: Die Ausbeute von einer Stunde Sammeln auf dem Mühldorfer Stadtplatz.

Das Aufräumen des Mühldorfer Stadtplatzes stand bei 48 Schülern der Mittelschule Mühldorf im Mittelpunkt des Wandestages. Sie nahmen Zange und Eimer in die Hand und räumten auf. Und zwar den Mühldorfer Stadtplatz.Eine Stunde lang waren die Jugendlichen unterwegs. Allein rund 6000 Zigarttenstummeln konnten eingesammelt werden.

Mühldorf – Kaffeebecher, Fast-Food-Verpackung, Chipstüten, Brotzeitpapier – es ist allerhand Müll, den die 48 Schüler der Mittelschule in Mühldorf in nur einer Stunde zusammengetragen haben. An ihrem Wandertag waren die Schüler der achten Klassen nicht etwa auf Schusters Rappen unterwegs, erkundeten die Innauen oder einen Wildpark in der Nähe. Sie nahmen Zange und Eimer in die Hand und räumten auf. Und zwar den Mühldorfer Stadtplatz.

Eine Stunde lang waren die Jugendlichen unterwegs. Das, was sie dabei alles aufgeklaubt haben, entsetzte die 13- bis 15-Jährigen. „Unfassbar, wie viele Kippen überall herumliegen“, zeigte sich Azra Coskunpinar schockiert über die Menge an sorglos weggeworfenen Zigarettenstummeln.

Fast 6000 Kippen in nur einer Stunde

1365 Gramm hatten die Schüler aufgepickt und anschließend zum Sammelplatz an der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft am Heilig-Geist-Spital entleert. „Das entspricht in etwa 5850 Kippen“, rechnete Roland Scherer von der Plogging-Gruppe in Mühldorf vor. „Das ist eine ganze Menge“, meinte Scherer, „wenn man bedenkt, dass wir vor zwei Wochen erst den Stadtplatz gesäubert und rund 28.000 Kippen entsorgt haben.“

Umso mehr freute er sich zusammen mit seinen Gehilfen Margit und Dieter Seifert über das Interesse der Schüler, die auch Zielgruppe der ehrenamtlich organisierten Müllsammler aus Mühldorf sind. „Wir bieten das als Schulprojekt an und stellen zum Sammeln die entsprechende Ausrüstung zur Verfügung.“ Warnweste, Sammelbehälter, Zange. Davon machten die Jugendlichen dann auch bereitwillig Gebrauch. 

Das Projekt mit den Schulen gibt es erst seit Juli dieses Jahres. „Aber es wird gut angenommen“, freut sich Roland Scherer über das Bewusstsein für die Umwelt bei den Jugendlichen. Seitdem war er mit seiner Plogging-Gruppe in vier Schulen. „So viele Sammler wie in Mühldorfer hatten wir aber noch nie!

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Verpackungsmüll hier, leere To-go-Becher dort. Das kennt man hinlänglich. Was Lukas Herzog und Marina Mitzscherlin allerdings überhaupt nicht verstehen konnten: Das sorglose Wegwerfen von Atemschutz-Masken jeglicher Art, ob OP-Maske oder FFP2-Maske. „Warum machen die Leute das? Die können doch infektiös sein“, meinte dazu Lukas Herzog.

Die Idee zum Aufräumen hatten die Kinder selbst, wie Lehrerin Helena Haselsteiner verrät. „Es stand die Frage im Raum, was wir am Wandertag machen sollten. Da kam der Vorschlag der Schüler, den Stadtplatz zu säubern!“

Lob von Passanten und Eisgutscheine

Der Lohn: Lob von vielen Passanten, welche die Schüler bei der Aktion antrafen. „Ein Dankeschön hier, ein ,ganz toll‘ dort. Die Rückmeldung ist äußerst positiv“, freut sich auch Lehrerin Andrea Bauer über den Erfolg der Aktion. „Einer hat mir sogar Kleingeld in die Hand gedrückt, weil er so begeistert war“, freut sich Schüler Necmettin Karahan über die Wertschätzung, die von den Passanten entgegengebracht worden sei.

Wertschätzung erfuhren die Schüler auch vom Mühldorfer Grünen-Stadtrat und Umweltreferenten Stephan Schinko, der die Schüler nicht nur für ihr Engagement und ihre Achtsamkeit gegenüber der Umwelt lobte, sondern als Belohnung Eisgutscheine an die Schüler verteilte.

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Am Ende war kaum ein Schüler dabei, der nicht der Meinung war, dass man solche Sammelaktionen ruhig öfters machen könnte. Allerdings waren sie sich im Großen und Ganzen auch darüber einig: „Es wäre natürlich besser, wenn die Leute gleich ihren Müll dorthin entsorgen, wo er hingehört. In die Mülltonne. Dann bräuchte es solche Aufräumaktionen erst gar nicht!“, fand Milena Genzinger.

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