Turbulenzen um den Tunnel

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Das Autobahnteilstück Heldenstein-Ampfing und der Einsatz der Feuerwehr im Tunnel beschäftigen die UWG-Gemeinderäte in Heldenstein.

Heldenstein - Im Ernstfall rückt die Feuerwehr aus. "Doch warum wird die Heldensteiner Wehr im Autobahntunnel bei Ampfing eingesetzt?"

Diese Frage stellte sich die Heldensteiner UWG.

Im Gemeinderat sorgte der Antrag für Diskussionen. Etwas verwundert sei er gewesen, als er vom Antrag hörte. Doch der Kommandant der Heldensteiner Wehr, Werner Müller, kam kam trotzdem in die Gemeinderatssitzung. Dort zielte das UWG-Anliegen darauf ab, die Zuständigkeit der Feuerwehr Heldenstein im Autobahntunnel bei Ampfing in Frage zu stellen.

Aus Sicht der UWG-Gemeinderäte ist es nicht verständlich, warum die Feuerwehr Heldenstein im Autobahntunnel bei Ampfing zum Einsatz kommt, obwohl der Tunnel auf dem Gebiet der Gemeinde Ampfing liegt. Aus ihrer Sicht sei die Feuerwehr Ampfing schneller am Einsatzort. Die große Furcht: Die Gemeinde muss mehr Geld ausgeben. Deshalb, so der Antrag, solle man seitens der Gemeinde alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, dies zu prüfen.

Bürgermeister Helmut Kirmeier gab bekannt, dass man deshalb Rücksprache mit Kreisbrandrat Karl Neulinger gehalten habe. Demzufolge ist die Zuständigkeit der Feuerwehr bayernweit gleich geregelt. Grundsätzlich ist demzufolge immer die Feuerwehr zuständig, deren Standort am nächsten zur Autobahnausfahrt liegt. "Das ist alles festgelegt", bestätigt auch der Kommandant. Das Konzept sieht vor, dass die Feuerwehr Heldenstein in Fahrtrichtung Passau bis zur Ausfahrt Waldkraiburg/ Ampfing im Einsatz ist. Da ein Einfahren in die Autobahn entgegen der Fahrtrichtung auf Autobahnen in aller Regel nicht erfolgen kann, müsste sonst die Feuerwehr Ampfing erst bis Heldenstein fahren, dort wenden und dann in Richtung Ampfing zurückfahren. In Fahrtrichtung München hingegen ist zwischen Ampfing und Heldenstein grundsätzlich die Feuerwehr Ampfing im Einsatz.

Gerade bei Einsatzlagen im Tunnel ist es erforderlich, die Feuerwehr aus beiden Richtungen anfahren zu lassen. "Und wir sind ja auch dafür da, um Menschen zu helfen", sagt Werner Müller. "Es wäre ja wiedersinnig, wenn eine Wehr im Ernstfall daheim bleiben würde."

Aus dem Archiv: Großübung im Tunnel

Große Übung in der Einhausung Wimpasing

Im Moment ist die Feuerwehr Heldenstein laut Kreisbrandrat Neulinger auch ausreichend ausgestattet, höhere Kosten für zusätzliche Ausrüstung stehen im Zusammenhang mit der Autobahn derzeit nicht im Raum. Bei einer Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen wird man sich, wie bereits im März 2010 bekannt gegeben, wohl künftig an den jeweils aktuellen Normen orientieren müssen. Das nun 24 Jahre alte Tanklöschfahrzeug wird wohl ersetzt werden müssen. Kommandant Müller rechnet mit dem Kauf in den kommenden vier bis sechs Jahren.

In der Diskussion gab Gemeinderat Klaus Neßler (UWG) an, dass es seiner Fraktion nicht darum ginge, der Feuerwehr etwas abzusprechen, sondern der Haus-halt der Gemeinde und das Bilden von Rücklagen im Fokus stehe. Sein Fraktionskol-lege Lothar Schinke machte klar, dass er noch immer nicht verstanden habe, warum hier die Feuerwehr Heldenstein zum Einsatz kommt.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sah aufgrund der eingeholten Informationen vor, den Antrag der UWG auf das Ausschöpfen rechtlicher Möglichkeiten und der juristischen Instanzen gegen die bestehende Regelung abzulehnen. Dieser wurde gegen die Stimmen der vier UWG-Gemeinderäte angenommen.

jhg/bst/Mühldorfer Anzeiger

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