Tüßling ist "aus dem Häuschen"

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Der Tüßlinger Johannes Kühn.

Tüßling - Für einen Ort wie Tüßling, weitab von den Bergen gelegen, ist es definitiv eine Besonderheit, einen frischgebackenen Jugend-Weltmeister im Biathlon in seiner Mitte zu haben!

Im Biathlon-Sprint in Torsby schnappte sich Johannes Kühn den Weltmeistertitel der Jugend über die Kurzdistanz.

Dass der damals zwölfjährige Johannes Kühn überhaupt zum Biathlonsport gefunden hat, mag mit seiner Zielstrebigkeit zusammenhängen, die ihn jetzt bis an die Weltspitze seiner Altersklasse geführt hat.

Heinz Hauser, der Biathlonsportwart des WSV Reit im Winkl, erinnert sich noch gut daran, wie damals der Bub mit der Familie zum Langlaufen in Reit im Winkl auftauchte und den Wunsch äußerte, Biathlon zu lernen. Das tat er dann am Stützpunkt Ruhpolding, schloss sich aber dem WSV Reit im Winkl an, der ihm den Weg dazu öffnete. Heini Hauser und die Familie Kühn blieben in Verbindung. "Sie haben öfter bei uns übernachtet, damit der Johannes schneller beim Training ist", berichtet Hauser, der zur Familie Kühn ein sehr enges Verhältnis pflegt. "Der Johannes ist sehr sportbegeistert, er macht auch Leichtathletik, und als ich ihn mit zwölf Jahren kennengelernt habe, war er für sein Alter schon sehr fit."

Zielstrebigkeit ist sicher ein Markenzeichen für den jungen Biathleten, der sich von seinen Eltern mehrmals in der Woche zum Training nach Ruhpolding fahren ließ. Diesem Fahrstress gewann Johannes auch etwas Positives ab, denn dabei könne er ausspannen und auch Hausaufgaben erledigen, hatte er einmal gesagt.

In der Schule findet Johannes Kühn, so die Mutter, viel Verständnis. "Ihm wurde sogar der Abgabetermin für die Facharbeit verlängert", sagt Bea Kühn, "und die Mitschüler kopieren alles, was über ihn in der Zeitung steht." Doch in den letzten Monaten habe er viel entbehren müssen, so Mutter Kühn. So hatte er lediglich am Silvesterabend, als er mit seinen Biathlon-Freunden in Bergen am Hochfelln war, ein wenig gefeiert.

Der Lohn folgte prompt, denn mit glänzenden Leistungen nahm er alle Qualifikationshürden, meinte aber auch selbstkritisch, dass er das Niveau vom Deutschlandpokal in Kaltenbrunn nicht mehr erreicht habe. Doch das spielt keine Rolle mehr: In Torsby hat er gezeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Sein ursprüngliches Saisonziel, im C-Kader zu bleiben, hat Johannes Kühn schon erreicht. Danach geht es in die "heiße Phase" der Vorbereitung aufs Abitur, nach dem er sich weiter dem Biathlonsport widmen will. Er wolle aber, so Bea Kühn, seinen durchs Abitur erwarteten Trainingsrückstand erst aufholen, um dann ein Jahr später zu einer Behörde zu gehen, um Profi zu werden.

Doch zuerst wird gefeiert, wobei ihm auch der WSV Reit im Winkl einen gebührenden Empfang bereiten will. Gefeiert wird auch in Tüßling. "Ich habe schon viele Anrufe erhalten", berichtete gestern Mutter Bea Kühn.

"Die Tüßlinger sind ganz aus dem Häuschen." Ein besonders schönes Erlebnis hatte sie am Montagmorgen, als sie die Tochter in die Schule brachte: "Ich war gerade auf dem Weg, als ein Bekannter mitten auf der Straße stehen blieb, die Warnblinkanlage einschaltete, ausstieg und mir zum Erfolg des Johannes gratulierte."

he/Mühldorfer Anzeiger

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