Trotz Winters: Arbeitslosenzahlen nur mäßig gestiegen

Landkreis - Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember um 477 auf 6.546 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es aber 988 Arbeitslose weniger.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, der die Landkreise Rottal-Inn, Altötting und Mühldorf umfasst, ist die Anzahl der Arbeitslosen jahreszeitlich bedingt auf 6.546 angestiegen. Das sind 477 Arbeitslose (acht Prozent) mehr als im November. Gegenüber dem Dezember 2009 ist die Arbeitslosigkeit um 13 Prozent zurückgegangen (988 Personen).

Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 3,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.

„Die anhaltend gute Konjunktur wirkt sich weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt aus“, kommentiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, die neuen Arbeitsmarktzahlen. „Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit ist ausschließlich auf den Wintereinbruch zurückzuführen. Allerdings hält sich die Arbeitslosigkeit noch in Grenzen. Ausschlaggebend dafür ist die kontinuierliche Steigerung bei der Inanspruchnahme des Saisonkurzarbeitergeldes, wodurch die Baubetriebe ihre Mitarbeiter während des Winters nicht ausstellen müssen. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, so Jutta Müller weiter.

Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen umfasst die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen weitere 2.723 Personen, die sich unter anderem in Weiterbildungen oder Altersteilzeit befinden sowie Selbständige, die einen Existenzgründungszuschuss erhalten. „Mit der Ausweisung der Unterbeschäftigung wird der Arbeitsmarkt umfassend und transparent dargestellt. Zusätzlich zu den 6.546 registrierten Arbeitslosen werden auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches III gelten, da sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden“, erklärt Jutta Müller.

Arbeitslosenzahl Dezember 2010 + 477 auf 6.546
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich - 988
Arbeitslosenquote Dezember 2010 3,7 Prozent
Arbeitslosenquote Dezember 2009 4,3 Prozent
Bestand offene Stellen Dezember 2010 1.194
Bestand offene Stellen im Vorjahresvergleich + 159

3.211 Arbeitslose wurden von der Agentur für Arbeit betreut, 3.335 Arbeitslose waren in der Verantwortung der Arbeitsgemeinschaften für Grundsicherung (ARGEn).

Im Dezember meldeten sich 2.244 Personen arbeitslos, das waren 42 oder zwei Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.769 Per- sonen ihre Arbeitslosigkeit, 326 Personen oder 16 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist mit 1.653 im Vergleich zum Vormonat um 19 oder ein Prozent gesunken. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist ein Rückgang um 243 Personen oder 13 Prozent zu verzeichnen. Nahezu drei Viertel der Langzeitarbeitslosen (1.204) sind bei den AR- GEn gemeldet. Verglichen mit dem Dezember 2009 ist hierbei ein Rückgang um 253 oder 17 Prozent zu verzeichnen. Bei der Agentur für Arbeit sind 449 Personen länger als ein Jahr arbeitslos. Die Anzahl dieser Personengruppe stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10 (zwei Prozent) geringfügig an.

Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im Dezember gegenüber dem Vormonat um 72 (elf Prozent) gestiegen und umfasst aktuell 729 Personen. Dieser Anstieg ist ausschließlich auf saisonbedingte Freisetzungen zurückzuführen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist die Arbeitslosigkeit der Jüngeren um 181 Personen oder 20 Prozent zurückgegangen. Damit profitieren die jüngeren Arbeitnehmer weiterhin von der guten konjunkturellen Entwicklung.

Der Anteil der Älteren ab 50 Jahren an der Gesamtzahl der Arbeitslosen liegt bei 34 Prozent. Dies entspricht einer Zahl von 2.209 Personen. Gegenüber November 2010 bedeutet dies einen Anstieg von 145 (sieben Prozent). Verglichen mit dem Vorjahresmonat ist die Anzahl älterer Arbeitsloser um zwei Prozent (47 Personen) gestiegen. Die über 50-Jährigen hatten im Dezember 2009 einen Anteil von 29 Prozent an allen arbeitslos gemeldeten Personen.

„Es wird deutlich, dass das Alter ein erhebliches Vermittlungshemmnis darstellt und sich die Arbeitslosigkeit älterer Bewerber verfestigt.“, so Jutta Müller. „Gründe für die geringe Anzahl an Vermittlungen sind neben einer geringen Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber auch gesundheitliche Ein- schränkungen und fehlende Qualifikation sowie eine feststellbare Rentenorientierung auf Seiten der Bewerber“.

Der Stellenbestand im Bereich der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen ist gegen- über dem Vormonat leicht gesunken. Mit 1.194 offenen Stellen waren es 43 Stellen weniger als im November (1.237). Im Vorjahresvergleich verzeichnete die Arbeitsagentur einen Anstieg um 159 Stellen. Damit sind aktuell 15 Prozent mehr Stellen im Bestand als noch im Dezember letzten Jahres.

Im Dezember wurden insgesamt 693 Stellen gemeldet, dies sind um 78 oder knapp 13 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember 2009 wurden um 37 Prozent oder 186 Stellen mehr gemeldet.

Die Stellenzugänge kommen vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handel, dem Gastgewerbe und dem Gesundheits- und Sozialwesen. Eine Reihe der Stellenzugänge werden bereits jetzt für die Zeit nach der Winterperiode gemeldet. Insbesondere Baubetriebe erhoffen sich dadurch die Besetzung von Stellen für Fachkräfte. Im Bereich der Leiharbeit sind die Stellenzugänge wieder angestiegen. Die Verleihbetriebe suchen dabei vor allem nach Fachkräften im Verarbeitenden Gewerbe.

Zwei Drittel der gemeldeten Stellen betreffen Fachkräfte, die häufig nicht zur Verfügung stehen. Die Besetzung dieser Stellen wird immer schwieriger, da die Bewerber nicht zu den Anforderungsprofilen der freien Stellen passen. Deshalb appelliert Jutta Müller an die Betriebe, auch formal geringer qualifizierten Personen eine Chance zu geben. „Mit Eingliederungszuschüssen und dem Sonderprogramm zur Weiterbildung gering qualifizierter und älterer Arbeitnehmer stehen wir hier den Arbeitgebern jederzeit auch finanziell zur Seite“, so Jutta Müller.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Pfarrkirchen

Rubriklistenbild: © dpa

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