Trinkwasser: UV-Anlage kommt im Juli

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Das Brunnenschutzgebiet am Harter Weg umfasst sechs Brunnen. Im Brunnen Nummer 6 wurde laut städtischem Bauamt im März eine KBE (koloniebildende Einheit) festgestellt.

Töging - Die UV-Lichtanlage zur Entkeimung des Trinkwassers wird Mitte bis Ende Juli installiert. Das hat Bürgermeister Horst Krebes auf Anfrage von Stefan Grünfelder am Dienstag im Bauausschuss mitgeteilt.

Die Dauer begründete Krebes mit einem Verweis auf die Konstruktion der UV-Anlage. Diese werde "nicht von der Stange" gekauft, sondern eigens auf die Bedürfnisse der Stadt abgestimmt hergestellt. Der Einbau selbst werde im Verlauf nur einer Nacht geschehen. Die Stadt lässt bis dahin weiterhin die Qualität des Wassers untersuchen. Proben werden sowohl an den Brunnen, als auch im Wassernetz gezogen. Die Messwerte sind laut Krebes seit der letzten bekannt gewordenen Belastung alle ohne Befund. Vom Brunnen VI, vor Monaten Auslöser der Töginger Wasserprobleme, wird nach wie vor kein Wasser eingespeist.

Auf Nachfrage von Werner Lehner sagte Krebes, die Stadt habe einen Abwasserkanal am Trinkwasserschutzgebiet im Bereich des Sportplatzes untersuchen lassen. Dort müsse ein neuer Kanal mit Doppelwandung installiert werden. Noch steht nicht fest, wie die Stadt langfristig mit dem Wasserproblem umgehen wird. Derzeit gibt es Gespräche mit der Stadt Mühldorf über einen Wasserverbund, dafür erforderliche Technik und damit verbundene Kosten. Laut Krebes besteht zwar ein Notverbund mit Mühldorf. Es reiche aber nicht, ein kleines Rohr anzuschließen. "Das Wasser in Mühldorf ist nicht unproblematisch", sagte Gerd Pfrombeck zur dortigen Wasserqualität.

Grünfelders Vorschlag, aus dem Ortsteil Engfurt Wasser zu beziehen, entgegnete Krebes mit dem Hinweis auf eine Jahre zurückliegende Diskussion. Schon damals habe man von Erschließungskosten in Höhe von zehn Millionen Mark gesprochen. Zudem müsse die Stadt dann ein Wasserschutzgebiet ausweisen. Ein erster Überprüfungsauftrag an einen Ingenieur würde heute 50000 Euro kosten. Lehner sagte, in Engfurt habe es früher eine Mülldeponie gegeben. Die Stadt wartet auf die Ergebnisse eines Gutachtens zu Fließrichtungen der Grundwasserströme, um weitere Entscheidungen treffen zu können. Die Ergebnisse dieses Gutachtens, das in Kooperation mit anderen Gemeinden beauftragt worden war, stehen noch aus.

Heidi Schachtner berichtete von braunem Wasser aus Trinkwasserleitungen am vergangenen Sonntag. Krebes erklärte, dies habe mit einem Rohrbruch im Schwimmbad zu tun gehabt. Dieses Loch hat Krebes zufolge den Tiefbehälter in kurzer Zeit "fast leergesaugt". Als Folge des dadurch erhöhten Wasserdrucks seien Leitungs-Ablagerungen ins Netz gelangt, die nach Angaben der Bauverwaltung ungefährlich sind.

Mühldorfer Anzeiger/rob

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