Fragestunde eskalierte

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Der Zankapfel: die Kleingartenanlage in der Nähe des Innkanals.

Töging - Die Querelen in der Kleingartenanlage am Kanalhang über das Einhalten von Vorschriften haben nach Vorwürfen auf der Bürgerversammlung gegenüber dem Bürgermeister zu einer weiteren Auseinandersetzung in der Stadtratssitzung am Mittwoch geführt.

Stadtrat Werner Lehner (SPD) warf Monika Slavkovic-Schanz, der Vorsitzenden des Kleingartenvereins, vor, ihre Kritik an einem Teil der aus Russland zugewanderten Pächter sei in einen "rechtsradikalen Bereich" ausgeartet. Slavkovic kommentierte dies mit "Wir sind keine Rechtsradikalen. Das ist eine Unverschämtheit".

Monika Slavkovic-Schanz.

Stadtratsthema waren Punkte aus der Bürgerversammlung im März. Damals hatte Slavkovic von Schwierigkeiten mit deutsch-russischen Pächtern berichtet und Krebes vorgeworfen, in diesem Punkt keine geradlinige Haltung zu haben. Lehner forderte in der Stadtratssitzung den Bürgermeister auf, bei künftigen Bürgerversammlungen gegen "befremdliche" Aussagen zu "deutsch-russischen Mitbewohnern" vorzugehen.

Bürgermeister Horst Krebes (SPD) wies am Mittwoch den Vorwurf zurück, er habe Slavkovic gegenüber gesagt, der Verein solle keine "Russen" mehr aufnehmen. Slavkovic sagte, für diese Aussage Krebes´ gebe es zwei Zeugen.

Bürgermeister Horst Krebes.

Die Auseinandersetzung zwischen Slavkovic und anderen Anlagenpächtern drehen sich unter anderem um verschiedene Ansichten zum Bau eines Gemeinschaftshauses mit Toiletten in der seit drei Jahren bestehenden Anlage. Slavkovic hatte auf der Bürgerversammlung auch von einem aggressiven Verhalten von Pächtern gesprochen und gesagt, sie fühle sich bedroht. Die Vorsitzende kritisierte, Krebes würde sie in ihrer Funktion als Vorsitzende in ihrem Bemühen Vereinsregeln durchzusetzen nicht unterstützen.

Krebes habe bereits im vergangenen Jahr Pächter mit einem laut Slavkovic "sehr rabiaten Brief" zu einem Gesprächs-Termin eingeladen. Dann sei Krebes der Vorstandschaft aber mit dem Hinweis "Wo kein Kläger ist, ist kein Richter" in den Rücken gefallen. Krebes habe bei dem Treffen keine Diskussion zugelassen, unter anderem mit dem Hinweis, er wolle jetzt "nach Hause zum Fußball anschauen".

Krebes sagte in der Sitzung, er stehe nach wie vor zu der Aussage, "wo kein Kläger, da kein Richter". Bei vereinsinternen Angelegenheiten sehe er sich nicht in der Pflicht. Außerdem hänge in der Kleingartenanlage eine Lärmschutzverordnung aus.

Unter anderem sagte Stadtrat Hans Werner Bauer (SPD), solche vereinsinternen Angelegenheiten seien kein Stadtratsthema. Diese Ansicht vertrat auch Sepp Neuberger (FW). Slavkovic entgegnete, die Parzellen seien von der Stadt verpachtet worden.

Slavkovic verneinte in der Sitzung eine Frage des Bürgermeisters, ob sie ihrerseits mit den Fragen fertig sei. Darauf stellte Krebes fest: "Aber ich bin fertig. Es reicht Frau Slavkovic." Slavkovic brachte dennoch weitere Punkte an. Keine Antwort gab Krebes auf die Frage der Vorsitzenden, wie sie sich im Verein durchsetzen solle, wenn der Bürgermeister die Autorität des Vorstandes bei den Pächtern immer wieder untergrabe.

Drago Slavkovic, Ehemann der Vorsitzenden, fragte am Ende der Bürgerfragestunde in die Stadtratsrunde: "Warum verschließt ihr die Augen vor den Tatsachen? Antwort brauche ich keine".

Nach Informationen der Zeitung war gestern Abend eine Sitzung des Vorstandes des Kleingartenvereins anberaumt. Dabei soll es auch um die Zusammensetzung des Vorstandes gegangen sein.

rob

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