Tierheim-Neubau feierlich eröffnet

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Vereinsvorstand Fedor Hermann bei der Eröffnungsfeier im Informationssaal des Tierheim-Neubaus.

Mühldorf/Winhöring - Etwa 1,3 Millionen Euro hat der Tierschutzverein in den Landkreisen Altötting und Mühldorf in den Tierheim-Neubau als Ersatz für das marode alte Gebäude in Kronberg investiert.

Problematisch bleibt die Deckung der Fundtier-Betriebskosten aufgrund einer geringen Fundtier-Pauschale. Die Fundtier-Pauschale muss steigen, um die Kosten der Unterbringung zu decken. Das sagte Fedor Hermann, Vorsitzender des Tierschutzvereins in den Landkreisen Altötting und Mühldorf, bei der Eröffnung des Tierheim-Neubaus am Montag in Eisenfelden vor etwa 100 geladenen Gästen.

Hermann sagte, eine Fundtier-Pauschale von etwa einem Euro pro Einwohner und Jahr für Städte und Gemeinden würde in etwa die Betriebskosten für die Fundtier-Betreuung decken. Die seit zehn Jahren nicht erhöhte Pauschale beträgt 26 Cent. Der Vorsitzende kündigte Gespräche mit den Kommunen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf an.

Die ersten Bewohner kamen schon vor einer Woche: Eine Katze wartet auf Besucher.

Silvia Dietrich, Schatzmeisterin des Tierschutzbundes Landesverband Bayern, gab den notwendigen Betrag einer Fundtier-Pauschale für Bayern gemittelt mit 1,10 Euro an. Laut Hermann dient die Pauschale dem Betrieb des Tierheimes, nicht aber zur Deckung der Baukosten. 80.000 Euro kosten die Fundtiere den Verein pro Jahr. Demgegenüber stehen 26.000 Euro Einnahmen aus der Fundtier-Pauschale.

Etwa 1,3 Millionen Euro hat das neue Tierheim in Eisenfelden gekostet. Der Neubau dient als Ersatz für das marode Heim in Kronberg. Ein Grundstückstausch mit der Gemeinde Winhöring im Wert von etwa 640.000 Euro ermöglichte das Vorhaben. Spenden wie die der Gerhard-und-Ellen-Zeidler-Stiftung in Höhe von 55.000 Euro oder der VR meine Raiffeisenbank über 50.000 Euro halfen ebenso wie der Zuschuss des Landkreises Altötting von 150.000 Euro. Dennoch reichte das Geld nicht ganz: der Verein musste einen Kredit aufnehmen.

Auf etwa 15.000 Quadratmetern Fläche steht das von Architektin Ulrike Bubl geplante Atrium-Gebäude, in dem derzeit 33 Hunde und 19 Katzen untergebracht sind. Der Bau entspricht nach Angaben des Vereins den gesetzlichen Mindestvoraussetzungen für einen Tierheim-Neubau. Die Stromversorgung wird durch eine Fotovoltaikanlage gedeckt, geheizt wird mit Erdwärme, ein Brunnen sorgt für das Brauchwasser - Investitionen, um langfristig Betriebs-kosten gering zu halten.

Altöttings Landrat Erwin Schneider stellte die Konsolidierung des Vereines nach den Querelen um die vorhergehende Vorstandschaft heraus. Der Verein könne sich jetzt wieder für die "wirklichen Ziele" einsetzen. Schneider bezeichnete den Neubau und die Investitionen als "vernünftig".

"Ein hervorragendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement" ist der Neubau für den Tüßlinger Bürgermeister Heinrich Hollinger, stellvertretender Bürgermeistersprecher des Landkreises Altötting.

Hans Daferner, Bürgermeister der Standortgemeinde Winhöring, sieht in der Öffnung des Tierheims nach außen einen richtigen Schritt. Das Tierheim biete ein pädagogisches Konzept für Schulklassen in einem Informationsraum an. Laut Hermann will der Verein auch Kindergärten und Altenheime ansprechen.

VR-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Altmüller bezeichnete den Tierschutz und die Unterstützung des Tierheimes als "gesellschaftliche Aufgabe". Der Verein habe mit der Umsetzung des Neubaus Mut bewiesen, sei "nicht Spielball" weniger Kritiker gewesen. Altmüller kündigte die weitere Unterstützung des Vereins an.

Unterstützung für das Tierheim Eisenfelden kommt auch von der Stadt Burghausen, wo ein zweiter Tierschutzverein ein Tierheim betreibt. Aus der Salzachstadt kam eine Spende von 20.000 Euro für den Neubau. Hermann interpretierte dies als Interesse an einem großen Landkreis-Tierheim, dem auch Landrat Schneider "nicht unbedingt ablehnend" gegenüberstehe.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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