Tiefflieger verhindern Windräder

Mühldorf - In einem knapp 20 Kilometer breiten Streifen, der den Landkreis von Nord nach Süd durchzieht, wird es keine großen Windräder geben.

Wie die Bundeswehr gestern bestätigte, sind in diesem "Nachttiefflugkorridor" keine Bauwerke zulässig, deren höchster Punkt die Höhe von 609 Metern über dem Meeresspiegel überschreitet. Der Korridor verläuft in Nord-Süd-Richtung genau über Mühldorf und Neumarkt-St. Veit und schließt alle Gebiete ein, die zehn Kilometer östlich oder westlich dieser Linie liegen.

Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer, dessen Gemeinde im Korridor liegt, hat jetzt auf diese Beschränkung hingewiesen: "Das würde das Aus für große Windräder in den meisten Teilen des Landkreises bedeuten." So sei auf Schönberger Gemeindegebiet künftig die maximale Gesamthöhe eines Windrades von 109 Metern möglich. Moderne, leistungsfähige Anlagen haben aber heute bis zu 140 Meter Nabenhöhe, zu der die Rotorblätter hinzukommen.

Die meisten der ohnehin sehr wenigen Gebiete, die laut der "Gebietskulisse Wind" für den Bau von Windrädern geeigneten Standorte liegen in diesem Korridor. Lediglich westlich von Waldkraiburg und im Raum Schwindegg sind nach den bisher bekannt gewordenen Daten Windräder möglich und sinnvoll. Laut Bundeswehr gibt es den Nachtflugkorridor seit Mitte der 60er Jahre. Er sei unter Beteiligung des Freistaats festgelegt worden. Eine Änderung sei nicht wahrscheinlich, da Piloten in der Ausbildung zuverlässige Nachtflugsysteme bräuchten, in denen es keine Hindernisse gebe.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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