Keine Tempo-30-Zone für Grünbacher Straße

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Polling - Die Schillerstraße wird der Grünbacher Straße wieder untergeordnet - das beschloss nun der Pollinger Gemeinderat. Die Tempo-30-Zone wurde gleichzeitig wieder aufgehoben.

Die Schillerstraße wird der Grünbacher Straße wieder untergeordnet. Der Pollinger Gemeinderat hat sich in der jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, nachdem dies für den Verkehr an dieser Stelle die wohl praktikablere Lösung darstellt. Die beschlossene Tempo-30-Zone hat der Gemeinderat aufgehoben.

In der September-Sitzung hatte der Gemeinderat eine 30er-Zone entlang der Grünbacher Straße ab der Kreisstraße beschlossen. Damit verbunden war eine Rechts-vor-links-Vorfahrtsregelung entlang des gesamten Straßenverlaufs. Doch dort, wo die Schillerstraße in die Grünbacher Straße mündet, hat diese Lösung Kritiker ins Feld geführt. Tenor: Lastwagenfahrer und Landwirte mit Zugmaschinen müssten nach dieser Regelung an der Schillerstraße anhalten, hätten bergauf besonders im Winter das Problem, ihre Fahrzeuge von der Stelle zu bewegen.

Auf Empfehlung der Polizei sei die 30er-Zone angedacht gewesen, erklärte Bürgermeister Hans Schmidbauer in der jüngsten Sitzung. Messungen hätten ergeben, dass die meisten Verkehrsteilnehmer bergauf mit einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 40 Stundenkilometer unterwegs seien. Seit über einem Jahr würden die neuen Straßen befahren, bislang habe es trotz fehlender Beschilderung keine Probleme gegeben, nannte er weitere Fakten. "Doch jeder fühlt sich an der Einmündung der Schillerstraße auf der Grünbacher Straße vorfahrtsberechtigt", verhehlte Schmidbauer nicht das offensichtliche Problem. Zumal die Grünbacher Straße an der Einmündung Schillerstraße auch noch abknickt. Für entsprechende Markierungsarbeiten sei es heuer bereits zu spät, es sei aufgrund offensichtlicher Auftragsflut keine Firma aufzutreiben, so Schmidbauer.

Lorenz Kronberger (CSU) schlug vor, die Vorfahrtsverhältnisse mit einem Vorfahrtsschild (Grünbacher Straße) und einem "Vorfahrt achten" (Schillerstraße) zu klären. "Nichts gegen die Tempo-30-Zone, aber mit Schildern hätten wir dann klare Verhältnisse." Konrad Wimmer (UWG) fügte hinzu, dass die gewünschte Temporeduzierung auf 30 Sachen mit zusätzlichen Schildern gewährleistet werden könne. Dies stellte jedoch Anton Jobst (UWG) in Frage: "Alle fahren nachweislich nicht schneller als 35, wieso braucht es dann überhaupt Tempobeschränkungen?"

Tempobegrenzung erst bei Bedarf

Georg Hartl erklärte hierzu, dass die Polizei grundsätzlich Tempo-30-Zonen gegenüber einer entsprechenden Geschwindigkeitsbegrenzung vorziehe, um eine Taferlflut zu vermeiden. Robert Wimmer ((UWG) gab zu bedenken, dass die Errichtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen konsequenterweise auch Radarmessungen zur Kontrolle nach sich ziehen sollten. Josef Mooshuber (CSU) schließlich schlug vor, die Verkehrsteilnehmer zu kontrollieren und erst bei Bedarf 30er-Schilder aufzustellen.

Am Ende der Diskussion hob der Gemeinderat den Beschluss auf, der auf die Errichtung einer Tempo-30-Zone abgezielt hatte. Stattdessen wird die Schillerstraße untergeordnet und an der Einmündung zur Grünbacher Straße mit einem "Vorfahrt achten"-Schild versehen. Die Grünbacher Straße erhält das Verkehrszeichen der abknickenden Vorfahrtsstraße.

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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