Flughafenanbindung: Teil eines Gesamtkonzepts

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Eine Region wartet auf das zweite Gleis, wie es derzeit zwischen Mühldorf und Ampfing gebaut wird. Jetzt ist der Ausbau Teil eines Gesamtkonzepts zur Erschließung des Flughafens.

Mühldorf - Mit Spannung wurde das Gutachten zur Anbindung an den Münchner Flughafen erwartet. Mit vorsichtiger Zustimmung, aber auch Kritik haben heimische Politiker auf die Vorlage reagiert.

Lesen Sie hier den Bericht des Mühldorfer Anzeigers vom Mittwoch:

Teil eines Gesamtkonzepts

Mit vorsichtiger Zustimmung, aber auch Kritik haben heimische Politiker auf die Vorlage des Gutachtens zur Flughafenanbindung reagiert.

Zwei wesentliche Punkte für die Region enthält das Gutachten, das Bayern Wirtschaftminister am Montag vorgestellt hat (wir berichteten): Das Bekenntnis zum streckenweisen zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung der Bahnlinie zwischen München und Salzburg sowie den Anschluss der Region an den Flughafen über die Walpertskirchner Spange. Die Gutachter haben diese Bauvorhaben als Voraussetzung für ihre Pläne zur Anbindung Münchens an den Flughafen gemacht. Ausdrücklich nennen sie im Gutachten die Abschnitte Markt Schwaben - Hörlkofen, Obergeiselbach -. Dorfen und Mühldorf - Tüßling. Sie setzten 560 Millionen Euro für den Ausbau an.

Auch von der Variante, die die Gutachter für die bessere Anbindung Münchens an den Flughafen vorschlagen, kann die Region profitieren. Sie sieht nämlich auch den zweigleisigen Ausbau zwischen Hörlkofen und Obergeiselbach vor und den Ausbau zwischen Tüßling und Salzburg vor. Diese Variante kostet laut Gutachten inklusive des zweigleisigen Ausbaus und der Elektrifizierung 1,4 Milliarden Euro.

Staatssekretär Dr. Marcel Huber nennt diese Pläne ein gutes Zeichen: "Wir haben jetzt eine Gesamtkonzeption, in der alle Dinge ihren Platz haben." Im Januar werde das Parlament über das Gutachten diskutieren und es beschließen, das Kabinett habe sich bereits damit befasst.

Die Diskussionen im Kabinett geben Huber vor allem die Sicherheit, dass der Ausbau der heimischen Bahnstrecke nicht abhängig ist von Ausbaumaßnahmen in München. Es sei klar, dass nicht alle im Gutachten angenommenen oder vorgeschlagenen Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden könnten. "Es gibt aber keine zeitliche Priorisierung." Oder anders ausgedrückt: Die zum Teil heftig umstrittenen Ausbaumaßnahmen der Münchner S-Bahn im Osten sind laut Huber keine Voraussetzung für den Weiterbau in der Region. "Die Priorisierung erfolgt nach Baurecht." Wo also die Pläne fertig und rechtskräftig seien, könne gebaut werden, sobald es Geld gebe. Deshalb sei es jetzt die wichtigste Aufgabe, die 50 Millionen abzurufen, die die Europäische Union für die Planung des Ausbaus der heimischen Strecke zur Verfügung stellt.

Für Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer (CSU) gibt das Gutachten der Region mehr Gewissheit: "Der Ausbau ist in allen Planalternativen des Gutachtens mit drin." Offen ist für ihn allerdings die Frage der Finanzierung, weil im Gutachten nicht geklärt sei, aus welchen Töpfen für Nahverkehr oder FerLandrat Georg Huber steht dem Gutachten kritisch gegenüber. Es geht nach seiner Ansicht vor allem um die Anbindung Münchens an den Flughafen. "Wie die Fläche angebunden wird, ist zweitrangig." Als Beispiel nannte er die Berechnungen des Güterverkehrsaufkommens aus der Region, das lediglich vom Ist-Stand ausgehe, Zuwachs aber nicht in die Ausbaupläne einberechnet habe. Huber kündigte an, zusammen mit der "Initiative Airportbahn" die "Meinungsführerschaft für Südostbayern zu übernehmen" und "unter Umständen das eine oder andere nochmal aufzuarbeiten".

Bundestagsabgeordneter Mayer schätzt das anders ein: "Es geht nicht nur um die Erschließung Münchens sondern auch darum, die Anfahrtszeiten zum Flughafen aus dem Münchner Umland deutlich zu verkürzen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Hier finden Sie das Gutachten im pdf-Format zum Download

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