Paradies vor der Haustür

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Mühldorf - Für die Besucher war der erste „Tag am Inn“ vor allem eines: Ein entspannter Familienausflug direkt vor der Haustür. Und die Veranstalter dürfen von einer mehr als gelungenen Idee sprechen.

Ausgerechnet die Gummistiefel für die Kinder hatten die Wagners zu Hause vergessen. „Dann mussten wir eben noch einmal kurz umdrehen“, erzählt Mama Christine. Aber um kurz nach halb elf hatte sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern dann Platz genommen, in den Liegestühlen am Inn. Auch die beiden Nichten waren mitgekommen zu diesem Familienausflug direkt vor der Haustür. „Eine schöne Idee ist das“, lobt Christine Wagner. „Und das Beste ist: Es kostet nichts.“

Die Projektgruppe „Inn“ hatte im Rahmen der Stadtgespräche diesen Tag am Innufer ins Leben gerufen, in Kooperation mit dem Haus der Begegnung. „Wir wollen den Inn den Mühldorfern mehr ans Herz legen. Das hier ist ein Anfang“, erzählt Initiatorin Marianne Zollner. Ein mehr als gelungener Auftakt, was alleine die Resonanz der Besucher zeigt. Viele sind gekommen, lassen sich Wiener und Weißwürste schmecken – und genießen einfach die entspannte Atmosphäre. So wie die Wagners.

Der vierjährige Michael feilt gerade an seinem Rindenschiffchen, unter fachkundiger Anleitung von Christoph Gemander. Die dreijährige Hannah will unbedingt noch Steine anmalen. Und wenig später lauschen die beiden gebannt den Flussgeschichten von Marianne Zollner. Selbstverständlich wird anschließend noch fleißig nach dem Kurfürstenschatz gegraben. Fast 40 Kinder buddeln mit Löffeln nach Ton- und Silbermünzen – und freuen sich über jeden Fund, selbst wenn es nur ein silberner Kronkorken ist.

Tag am Inn

Inzwischen hat auch die Wasserwacht ihr Boot zu Wasser gelassen, sehr zur Freude der Buben und Mädchen, die immer in Dreiergruppen eine Rundfahrt machen dürfen. Und im Hintergrund spielt die Streicherklasse von Max Fandrey irische Melodien. Am frühen Nachmittag kommt Besuch: Zwischen den Decken und Liegestühlen spazieren die Schauspieler des Kulturschuppn‘s am Ufer entlang – verkleidet als Meerjungfrauen und Fische machen sie Werbung für ihr neues Stück. Und auch die Sonne lässt sich immerhin für eine halbe Stunde blicken – sehr zur Freude des Eisverkäufers, der am Indianerspielplatz seinen Wagen abgestellt hat. Auch wenn es nur ein kurzes Sonnengastspiel ist: Über das Wetter beschwert sich niemand. Selbst ein paar Regentropfen tun der Stimmung keinen Abbruch. Michael und Hannah ist es ohnehin egal: Tragen sie halt Regenjacken statt Badehosen. Und Gummistiefel statt Sandalen.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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