Weltmeisterliche Kunstwerke

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Eineinhalb Meter groß war das Kernstück der Arbeit von Angelika Huber, ein Zuckerguss-Schaustück.

Unterneukirchen/Mühldorf - Die 3000-Seelen-Gemeinde bejubelt erstmals eine Weltmeisterin. Doch die kommt nicht vom Sport, sondern aus dem Konditor-Handwerk.

Angelika Huber krönte sich in Budapest zur weltbesten Konditorin im Juniorenbereich bis 25 Jahre. Damit topte die 23-jährige Konditormeisterin, die im elterlichen Bäckereibetrieb Huber- Schönstetter beschäftigt ist, der auch in Mühldorf eine Filiale betreibt, ihren 2008 gewonnen Deutschen-Meister-Titel.

Der Empfang der Weltmeisterin am Rathaus-Vorplatz mit rund 100 Zuschauern und Blasmusik beeindruckte Angelika Huber derart, dass sie einige Tränchen nicht verbergen konnte. "Mit so einem Empfang habe ich nicht gerechnet", verriet Huber, bevor sie ihren riesigen WM-Siegerpokal abstellte und der Reihe nach von den strahlenden Verwandten, Beschäftigten und Bürgern beglückwünscht und gedrückt wurde.

Dabei fiel alle Last von ihr ab. Denn: physischen und psychischen Stress habe sie "unendlich viel gehabt". Dies nicht nur beim je Acht-Stunden-Wettkampf jeweils am Dienstag und Mittwoch, sondern auch schon zuvor bei der Anreise am Sonntag sowie dem Aufbau der Gerätschaften und Materialien zur Erfüllung der geforderten Aufgaben. Nicht weniger als sechs Monate Zeit habe sie in die Vorbereitung gesteckt und mit Ex-Konditorweltmeister Manfred Bacher aus Mühldorf, der sie auch zum deutschen Meistertitel geführt hatte, trainiert.

Mit dem Ziel "nicht schlechter als Fünfte oder Sechste zu werden", sei sie hingefahren. Als ihre Kreationen zum Thema "Fashion" mit ihrem "Zuckerschaustück mit Hut" an der Spitze sowie Torten, Pralinen, Figuren, Eisbomben und weitere Süßigkeiten, als beste Arbeit gekürt und sie am Ende als Siegerin unter zehn weiblichen und sieben männlichen Teilnehmern aus elf Nationen genannt wurde, "wäre ich umgefallen, wenn mich mein Trainer nicht gehalten hätte". Das Gefühl sei "unbeschreiblich" gewesen. Auch die Eltern, Anton und Marlene Huber, die die WM vor Ort miterlebten, konnten den Erfolg kaum fassen. "Zu dem außergewöhnlichen Anlass, der durch diesen Menschenauflauf dokumentiert wird", wie Georg Heindl einleitete, gratulierte der Bürgermeister im Namen der Gemeinde Unterneukirchen. "Der Angelika ist eine riesige Überraschung gelungen", jubelte er und bekräftigte, "dass du damit dein großes Können bewiesen und den Namen eurer Bäckerei weltweit Ehre gemacht hast".

sgr/Mühldorfer Anzeiger

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