Suche nach Kuh Yvonne ist beendet

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Ampfing - Die Suche ist beendet: Yvonne wurde in einem Weidegatter in Unteralmsham eingefangen. Damit endet ein Tierschicksal, das weltweit für Aufsehen gesorgt hat.

Friedlich kauert sie mit ihren neuen Freundinnen, vier Kälbern, auf der Weide oberhalb des Isentals. Kein Verstecken mehr, kein Wegrennen. Als wollte sie sagen: Nach fast 100 Tagen ist Schluss. Schon seit vergangenem Dienstag wurde die Kuh Yvonne bei einem eingezäunten Weidebereich in Unteralmsham bei Stefanskirchen gesichtet. Auf der dortigen Weide in almähnlicher Idylle stehen vier Kalbinnen. Anscheinend war Yvonne der Einsamkeit im Wald überdrüssig geworden und sehnte sich nun nach ihren Artgenossen.

Denn als am Donnerstag, den 1. September die Besitzerin Gabriele Gallneder das Gatter des Weidenbereichs öffnet, spazierte Yvonne hinein und gesellte sich zu ihren Artgenossen, wie es seitens des Landratsamtes Mühldorf hieß. Anhand der Ohrmarke konnte das Tier durch Dr. Hans Maier, Chef des Veterinäramtes am Mühldorfer Landratsamt, identifiziert werden. Die Kuh scheint den Stress der vergangenen Wochen, als sie mit Reitern, Quads und Hubschraubern gesucht wurde, völlig unbeschadet überstanden zu haben. Auf Dr. Hans Maier machte das Tier einen gesunden und ruhigen Eindruck.

Kuh Yvonne ist aufgetaucht

Und dennoch blieb Yvonne wachsam: Während die Kalbinnen das gestern aufkeimende Medieninteresse unberührt ließ, stand Yvonne interessiert da. "Was spielt sich denn nun wieder ab?", schien sie sich gefragt zu haben. Auch den Anlockversuchen Konrad Gallneders traute sie scheinbar nicht so recht. Immer noch zeigte sich das einhörnige Rindvieh, das der Nachbar des Gallneder-Anwesens, Hans Hausmann, entdeckt hatte, verschreckt.

Kuh Yvonne ist aufgetaucht Teil 2

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Als Hans Wintersteller von Gut Aiderbichl - er hatte in den vergangenen vier Wochen die Fangversuche um den Zangberger Wald koordiniert - vom unkomplizierten Fang gehört hat, konnte er seinen Ohren kaum trauen. Erst am zurückliegenden Wochenende hatten sich die Aiderbichler aus dem Wald zurückgezogen. Bis zur Maisernte, so hieß es, wolle man warten, die Kuh in Ruhe lassen, um dann erneut tätig zu werden. Dass es nun so früh klappen sollte, darüber sei er nun erleichtert.

Obwohl Yvonne gestern bereits in einem eingezäunten Bereich stand, hieß das aber noch lange nicht, dass sie auch gefangen war. Noch gestern, das kündigte Hans Wintersteller an, wollten die Aiderbichler mit Hilfe von Professor Dr. Henning Wiesner die Kuh betäuben und in den Gnadenhof nach Deggendorf bringen. Dort wird dann bereits ihr Sohn Friesi warten, den Aiderbichl-Chef Michael Aufhauser schon vor Wochen vor dem Schlachthof gerettet und gestern nach Niederbayern transportiert hatte. Die Kuh ist laut Aufhauser also vom Eis, sie kann, wenn alles gut läuft, nun ihren Lebensabend im Gnadenhof verbringen. Am Freitagmorgen, den 2. September ist Kuh Yvonne bereits auf dem Hänger unterwegs in Richtung Gut Aiderbichl.

Und damit geht auch der Wunsch der schwerkranken Frankfurterin in Erfüllung, die der Kuh vor Wochen ihren Namen gegeben hatte. Yvonne aus Frankfurt war es leider nicht mehr vergönnt, das gute Ende mitzuerleben. Sie erlag vor drei Wochen einem schweren Leiden.

sb/je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © Josef Enzinger

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