Dorferneuerung: Ziele genauer festlegen

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Streitpunkt Feuerwehrhaus: Vor allem bei Einsätzen und gleichzeitiger Schulzeit ist die Nähe des Mößlinger Feuerwehrhauses und der Grundschule problematisch. Die Diskussion über seine Zukunft ist ein wichtiger Teil der Dorferneuerung und hat zum Streit im Vorbereitungsteam gesorgt. Feuerwehrvorstand und Dritter Bürgermeister Funiok arbeitet nicht mehr im Leitungsteam mit.

Mößling - Die Dorferneuerung in Mößling kommt derzeit nur langsam voran. Gegen die ersten Erwartungen der Verantwortlichen, hat der Stadtrat keinen Antrag beim Amt für Ländliche Entwicklung gestellt.

Zugleich gibt es Streit über die Zukunft des Feuerwehrhauses.

Mitte November hat die Arbeitsgruppe, die die Dorferneuerung Mößling vorantreiben will, die Stadt gebeten, die Aufnahme Mößlings in das Dorferneuerungsprogramm zu beantragen. Das hat die Stadt in einem Brief an die Verantwortlichen zunächst abgelehnt, weil nach den Richtlinien des Programms konkrete Ziele festgelegt und die Notwendigkeit der Dorferneuerung erläutert werden müsse. "Wir werden bei den nächsten Sitzungen unsere Zielvorstellungen formulieren und begründen", sagte Konrad Bauer, Vorstand des Schützenvereins "D'Isengauer".

Damit ist für Bauer auch klar, dass es nicht schnell weiter geht. "Wir müssen den Antrag sehr genau formulieren, weil es einen zweiten Anlauf nicht geben wird." Er rechnet nicht damit, dass der Antrag schon nach der geplanten Sitzung am 18. Januar fertig sein wird. Zudem wollen die Mößlinger Informationen bei Nachbargemeinden einholen, die das Programm der Dorferneuerung bereits durchlaufen haben. Grundlage des Antrags soll die Bevölkerungsbefragung sein, die seit Herbst vorliegt. Darin zeichnet sich ab, dass der Bau eines Vereinsheims und die Schaffung eines Dorfzentrums zu den wichtigsten Anliegen der Mößlinger gehörten.

Bauer hält es für wichtig, dass sich auch der FC Mühldorf in der Dorferneuerung engagiert, auch wenn er kein Dorfverein ist. "Wir kennen die Planungen des FC nicht", sagt der Vorsitzende der "D'Isengauer". Mühldorfs Fußballer nutzen die Sportplätze im Dorfzentrum, bei einem möglichen Umzug des Vereins ins Altmühdorfer Tal bestünde in diesem Bereich das größte Potenzial für eine Neugestaltung. Die Arbeit soll künftig auf Arbeitskreise verteilt werden, die sich der Themenbereiche annehmen, 30 Mößlinger haben sich zur Mitarbeit bereit erklärt.

"Insgesamt ist die Dorferneuerung eine langwierige Angelegenheit", sagt Bauer, er hält einen Zeitraum von fünf oder sechs Jahren für realistisch. Denn nach dem Antrag durch die Mößlinger muss das Amt für Ländliche Entwicklung den Antrag annehmen und das Dorf ins Programm aufnehmen. Nur dann fließen Zuschüsse.

Ein hausgemachtes Problem gefährdet die Dorferneuerung nach Ansicht Bauers und anderer Beteiligter nicht: der Streit unter einigen Aktiven. Dritter Bürgermeister und Feuerwehrvorstand Christian Funiok, bis dahin treibende Kraft der Dorferneuerung, erklärte nach der Novembersitzung seinen Ausstieg aus dem Dorferneuerungsteam. Vorausgegangen waren zum Teil heftige Vorwürfe von Ulrich Niederschweiberer, der Funiok vorwarf, er blockiere eine Verlegung des Feuerwehrhauses und vertrete damit einseitig die Interessen von Bürgermeister Günther Knoblauch. Niederschweiberer, wie Funiok Feuerwehrmitglied, hält den derzeitigen Standort in der Nähe der Schule für zu gefährlich. Es gebe zu wenig Parkplätze, bei Einsätzen während der Schulzeit seien Kinder gefährdet. Eine Verlegung des Feuerwehrhauses sei deshalb notwendig.

Funiok verweist dagegen auf Kosten, die ein Neubau an anderer Stelle verursachen würde. "Zwei Millionen Euro können wir in den nächsten zehn Jahren nicht finanzieren." Ein Anbau, Kosten 300000 Euro, würde der "unerträglichen Raumnot" der Feuerwehrleute dagegen Abhilfe schaffen. Funiok will künftig nicht mehr an leitender Position an der Dorferneuerung teilnehmen, die Feuerwehr sei aber durch drei Führungsmitglieder weiterhin vertreten.

Für einen Anbau hat sich auch der Stadtrat ausgesprochen. Er hat im Oktober beschlossen, Fördergeld zu beantragen, die Entscheidung für den Bau fällt allerdings erst mit der Aufstellung des Haushaltes. Die CSU hatte während der Sitzung für einen Neubau plädiert, eine Haltung an der Fraktionsvorsitzende Ilse Preisinger-Sontag festhält. Zugleich spricht sie von einer "Zwangslage", die sich durch die sehr beengten Verhältnisse für die Feuerwehrleute ergebe. "Ich bin immer noch sehr für einen Neubau, der sich aber nicht finanzieren lässt", äußert sie ihre persönliche Meinung. "Wir werden wohl in den sauren Apfel eines Anbaus beißen müssen." Eine Meinungsbildung innerhalb der CSU-Fraktion habe es noch nicht gegeben.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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