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Philipp Garbe fährt täglich mit der Bahn ins Büro

Am Stau vorbei

Philipp Garbe ist überzeugter Bahnpendler. Jeden Tag mit dem Auto in die Arbeit zu fahren kommt für ihn nicht in Frage.

Mühldorf/München - Philipp Garbe sitzt auch an diesem Morgen auf seinem Stammplatz im Zug um 6.37 Uhr. Seit Januar pendelt der 29-Jährige fünfmal in der Woche nach München.

Dieser Zug, der im Pendlerjargon "der Durchrauscher" genannt wird, ist der wohl beliebteste Zug der Südostbayern Bahn, und noch dazu einer der längsten Doppelstockzüge ganz Deutschlands. "Der ist einfach angenehm.", sagt Philipp Garbe, "es geht schnell und ruhig ist es obendrein." Mit nur knapp 45 Minuten Fahrzeit ist der "Durchrauscher" die schnellste Verbindung zwischen Mühldorf und München Ost. Er hält an keiner Zwischenstation. "Und das schätzen wohl die meisten hier", sagt Garbe.

Auch an diesem Morgen ist es sehr leise. Die meisten lesen oder schlafen, nur ab und an hört man das Rascheln einer Zeitung. Abends nimmt er dann wieder einen Zug der schnellen Sorte, der gleich nach Töging weiterfährt. "Das ist ganz praktisch, da spart man sich das umsteigen." Er ist mit seinem "Pendlerdasein" zufrieden. "Ich bin vor zehn Jahren schon mal gependelt", erzählt er, "und seitdem hat sich wirklich einiges zum Guten verändert."

Mit dem Auto zu fahren, hat er nie in Erwägung gezogen. "Das ist mir einfach zu teuer. Jeden Tag B12 - das muss ich mir nicht antun." Allein die Benzinkosten würden sich auf ein Vielfaches seiner Monatskarte summieren. Den Verschleiß nicht eingerechnet. 189 Euro zahlt er derzeit im Monat und nutzt dabei das Spezialangebot der Bahn "10 Monate zahlen, 12 Monate fahren". Natürlich profitiere er auch davon, dass sein Arbeitsplatz direkt am Münchner Ostbahnhof liegt, sagt er. "Das sind nur fünf Minuten zu Fuß. Da brauche ich dann keine MVV-Tickets mehr obendrauf."

Einzige Einschränkung ist die mangelnde Unabhängigkeit vor allem abends. "Wenn man dann mal länger in der Arbeit war, wegen eines Meetings zum Beispiel, dann stört es ein bisschen."

Philipp Garbe zählt noch nicht zu den langjährigen Pendlern aus der Region, doch in diesen ersten elf Monaten hat er auch schon negative Erfahrungen gemacht. "Naja, bis September ging es eigentlich", sagt er und schmunzelt, "aber der Oktober war schon heftig." Ein Gleisbruch zwischen Dorfen und Thann-Matzbach habe das absolute Chaos ausgelöst. "Das war mal wieder typisch Bahn. Irgendwann kam die Durchsage, dass hinter uns ein leerer Doppelstockzug fährt, und dass, wer gerne möchte umsteigen kann, nachdem die Leute ab Mühldorf schon stehen mussten."

Ansonsten sei er bis dato vor "größeren Zwischenfällen" verschont geblieben. Mit der Pünktlichkeit ist er nicht zufrieden, obwohl sich die in den letzten zehn Jahren deutlich gebessert habe. "Der Lokbrand vor kurzem hat mich zum Glück nicht betroffen."

Gerade in den letzten Wochen stand die SOB in der Region wieder in der Kritik. Gleisbruch und Lokbrand sind nur zwei Schlagworte. Dahinter stehen entnervte Bahnfahrer, Verspätungen und der Wunsch nach Verbesserung von beiden Seiten.

Die Bahn-Aktionen nach solchen Zwischenfällen, wie zum Beispiel Frühstück am nächsten Tag, sind in den Augen von Philipp Garbe in Ordnung. "Besser wäre es halt, wenn sie nicht nötig wären", sagt der 29-Jährige.

Während des Schienenersatzverkehrs im Sommer hat er sich, wie viele andere auch, Urlaub genommen. "Ich habe nur den zwischen Dorfen und Thann-Matzbach mitgemacht, aber da hat alles so funktioniert, wie es geplant war", lobt er. Es sei zwar etwas stressiger gewesen als normal, "aber dafür war alles lang genug vorher bekannt, sodass man planen konnte."

Wenn die Autobahn irgendwann einmal durchgehend bis München befahrbar ist, wird sich für Philipp Garbe nichts ändern. "Da fahr ich lieber stressfrei am Stau vorbei, spare dabei und nehme Verspätungen eben in Kauf."

alx/Mühldorfer-Anzeiger

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