Stärker durch Zusammenarbeit

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Geschäftsführer Jörg Neimcke

Mühldorf - Das Familienunternehmen Neimcke bleibt trotz der der Beteiligung der Firma Stahlgruber selbständig. Die Firma ist auf Kurs:

Knapp zwei Jahre nach dem Verkauf von Anteilen an den Münchner Zulieferer und Werkstattausrüster spricht Neimcke vom "richtigen Schritt für die Zukunft". Mit dem Ausscheiden seines Vaters aus dem 1946 gegründeten Ausrüster von Werkstätten und Lieferer von Autoteilen ging ein Teil des Unternehmens an den deutlich größeren Münchner Wettbewerber Stahlgruber, berichtet Sohn Jörg Neimcke, der die übrigen Anteile übernahm. Trotz der Beteiligung ist das Unternehmen nach Angaben Neimckes weiter selbstständig, er führt die Firma zusammen mit Heinz Rieker, Vertriebsleiter von Stahlgruber. Im Außenhandel bestünde zwischen beiden Unternehmen nach wie vor ein Wettbewerbsverhältnis, sagte Neimcke, man habe sich aber auf faire Regeln geeinigt.

Durch die Beteiligung hat Neimcke Zugriff auf das große Logistikzentrum Stahlgrubers. "Autos werden immer komplexer, haben immer mehr Teile", weist der neue Chef darauf hin, dass die Logistik eine bedeutende Rolle spielt, wenn es gilt schnell und umfassend zu liefern. Es sei entscheidend möglichst viele Teile möglichst schnell verfügbar zu halten. "Im harten Verdrängungswettbewerb auf dem Markt werden die Kleinen deshalb verschwinden." Dazu komme die Kompetenz, die richtigen Teile zu liefern. Autohersteller hielten viele Informationen geheim, so dass Kunden auf die Kenntnisse der Lieferanten angewiesen seien.

Die Firma Neimcke könne dank der Zusammenarbeit weiterhin exklusive Produkte vertreiben und gleichzeitig auf die Ware von Stahlgruber zugreifen. Außerdem hätten die Mühldorfer dank Stahlgruber Teil an neuen technischen Entwicklungen.

Die Wirtschaftskrise hat seine Firma gut überstanden, sagt Neimcke, das Unternehmen habe unter anderem von der stärkeren Nutzung von Gebrauchtwagen in dieser Zeit profitiert. Deshalb sei der Umsatz nur leicht zurückgegangen. Keine Auswirkung hat die Zusammenarbeit auf die Zahl der Mitarbeiter, laut Neimcke wurde niemandem gekündigt. Derzeit macht die Firma mit 260 Mitarbeitern 57 Millionen Euro Umsatz, der Hauptsitz soll Mühldorf bleiben. Größere Investitionen seien derzeit genauso wenig geplant wie eine Erweiterung des Betriebs. Die ist in Mühldorf aber grundsätzlich möglich, vor ein paar Jahren hat der Stadtrat eine entsprechende Nutzung von Flächen erlaubt, die an das derzeitige Betriebsgelände in Mühldorf-Nord angrenzen.

Um qualifizierte Nachwuchskräfte zu erhalten will Neimcke sein bislang kaufmännisches Ausbildungsangebot erweitern. Ab 2012 soll ein Servicetechniker ausgebildet werden, denkbar sei auch eine Lehrstelle für Anlagentechniker.

hon

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