Städtebauförderung steht im Mittelpunkt

Mühldorf - Die Städtebauförderung und die nachhaltigen Investitionen mit ihren steuerlichen Möglichkeiten standen im Mittelpunkt des Mühldorfer Immobilien-Stammtisches.

Dazu wurden die steuerlichen Möglichkeiten bei Sanierungen vorgestellt. Bürgermeister Günther Knoblauch gab zu Beginn des Stammtisches die Leitlinien der Mühldorfer Altstadtsanierung vor: die Attraktivität erhöhen und private Besitzer mit ins Boot nehmen. "Wir haben, dank der Stadtbauförderung, im Altstadtbereich sehr viel erreichen können. Es bleibt aber weiter eine große Aufgabe, wenn es in Zukunft um die Gassen gehen wird," erklärte der Bürgermeister. Er gab bekannt, dass es für die Lederergasse noch in diesem Jahr eine Feinuntersuchung geben werde, die dann mit den Anwohnern diskutiert wird.

Im Rahmen der Mühldorfer Stadtgespräche stellte Dr. Josef Rott von der Regierung von Oberbayern die Chancen und Möglichkeiten der Städtebauförderung für die Modernisierung privater Anwesen vor. Er bescheinigte Mühldorf auf einem guten Weg zu sein und schon viel im Bereich der Altstadtsanierung geleistet zuhaben.

Die Städtebauförderung leistet seit 1971 mit über drei Milliarden Euro einen bedeutenden Beitrag zur städtebaulichen Erneuerung der bayerischen Städte, Märkte und Dörfer. Die Finanzhilfen des Bundes und des Freistaats Bayern aktivieren Privatkapital in mehrfacher Höhe und tragen nachhaltig zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei.

"Die aktuellen Handlungsschwerpunkte sind die Stärkung der Innenstädte und Ortsmitten, die Fortentwicklung von Stadt- und Ortsteilen mit besonderem sozialem, ökonomischem und ökologischem Entwicklungsbedarf sowie die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen angesichts von Funktionsverlusten", erläuterte Dr. Rott.

Übergreifende Handlungsfelder sind insbesondere: Wohnraumversorgung, Wirtschaft und Beschäftigung, Ökologie, Denkmalpflege, Kultur und Kunst, Bildung und Soziales sowie die Gleichstellung in allen Lebensbereichen.

Die Städtebauförderung greift dann ein, wenn es sich um einen bestehenden Siedlungskern handelt. "Wenn sie ein Gebäude haben, das das Ortsbild prägt, dann ist eine Förderung möglich", sagte Dr. Rott. Dies sieht er bei den Mühldorfer Altstadtgassen als gegeben an. Die Mittel der Städtebauförderung kommen vom Bund und Land und werden von der Regierung von Oberbayern verwaltet und ausbezahlt. Es werde, so Dr. Rott, auch die private Modernisierung gefördert. Dies aber nur dann, wenn die Stadt sich beteiligt. In der Regel werden für den Mehraufwand bei älteren Gebäuden die Kosten geteilt: 40 Prozent übernimmt die Stadt und 60 Prozent die Städtebauförderung.

Dr. Rott machte deutlich, dass nicht die Regierung von Oberbayern der direkte Ansprechpartner sei, sondern die Stadt Mühldorf. "Es wäre schön, wenn sich heute ein oder zwei Hausbesitzer zu einer Modernisierung entscheiden könnten. Wir werden sie sicherlich unterstützen", erklärte Dr. Rott.

Maximilian Reichert, Geschäftsführer der Consilia Steuerberatungsgesellschaft in Mühldorf, erläuterte, warum sich Investitionen in der Altstadt rechnen würden. "Sie investieren in die Nachhaltigkeit und sorgen dafür, dass ihre Investition ökologisch, ökonomisch und sozial erfolgreich ist", betonte der Mühldorfer Steuerberater. Er verwies auf seine Erfahrungen bei der Sanierung des Gebäudes am Mühldorfer Stadtplatz.

Nach seinen Worten führt die zentrale Lage einer Immobilie in einer Stadt zu einer langristigen Vermietbarkeit. "Der Wiederaufbau eines zerstörten Baudenkmals ist steuerlich nicht gefördert und bringt auch nicht das gleiche Ergebnis, wie der Erhalt der Originalsubstanz", erklärte Reichert.

Nach den Berechnungen von Max Reichert kann bei einer Mietrendite von nur vier Prozent derzeit die Annuitätsbelastung (ohne Eigenkapital) aus Zins und Tilgung aus eigener Wirtschaftskraft herbeigeführt werden. Er verwies auch auf die höheren Abschreibungsmöglichkeiten von neun Prozent. "Die Abschreibungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Ausgleich für den aus dem Denkmalschutz und Brandschutz und anderen Auflagen erwachsenden bautechnischen Mehraufwand", stellte Reichert heraus.

Er machte deutlich, dass auch die Kosten für die Sanierung und eigene Nutzung von Wohnraum abzugsfähig seien.

sb/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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