Städte fordern Ganztagesschulen

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Nicht über die Krise jammern, sondern die Integration von Ausländern, Armen oder Jugendlichen vorantreiben: Vertreter des Städtetags forderten mehr Geld vom Freistaat zum Ausbau von Maßahmen zur Eingliederung. Von links: Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair, Geschäftsführer Reiner Knäusl, Regensburgs Bürgermeister Schaidinger und Münchens Stadtoberhaupt Ude, zusammen mit Gastgeber Günther Knoblauch (von links).

Mühldorf - Zu den Leistungen der Städte gehört nicht nur die Schaffung von Infrastruktur, Kultureinrichtungen oder der Unterhalt von Schulen. **Video**

Sie tragen nach Ansicht des Vorsitzenden des Bayerischen Städtetags wesentlich zur Integration von Ausländern und sozialen Randgruppen bei. Deshalb nimmt sich der Städtetag 2009 dem Thema Integration an. Gestern und heute ist der Bayerische Städtetag mit seiner Vollversammlung zu Gast in Mühldorf, der erste Tag endete gestern Abend mit einem Emfpang der Stadt Mühldorf im Rathaus. Davor befassten sich Vorstand und Mitglieder neben Verbandsfragen auch mit dem Thema Integration, einem zentralen Anliegen der 271 Mitgliedsstädte, wie Städtetagsvorsitzender Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger bei einer Pressekonferenz betonte: "Wir sind als Städte die großen Integratoren, wir schaffen Integration auf vielen Ebenen."

Bayerischer Städtetag in Mühldorf

Ob Eingliederung von Ausländern, Jugendlichen oder Armen: In den meisten Fällen liege es an der Arbeit der Städte, für die konkrete Integration zu sorgen, weil sie in der Lage seien, die verschiedenen Aufgaben und Anliegen zu bündeln. Damit verband der Städtetag konkrete Forderungen. "Wir erwarten, dass wir mit dieser Integrationsleistung nicht allein gelassen werden." Ins Zentrum stellte Schaidinger die Forderung nach mehr Ganztagesschulen in Bayern. Bildung sei der Schlüssel zur Integration, dazu gehöre Sprachförderung von Klein auf. "Wir brauchen schnell qualitativ und quantitativ mehr Betreuung." Der Vorsitzende betonte: "Wir dürfen niemanden aus der Schule entlassen, der keinen Abschluss hat."

Christian Ude, Oberbürgermeister von München, betonte, dass die Städte nicht in der Lage seien, die fehlenden Ganztagesschulen auszugleichen. "Viele Schüler sind aber auf qualifizierte Nachmittagsangebote angewiesen." Der Freisstaat sei in der Verantwortung, sich stärker zu engagieren. Als weitere wichtige Elemente nannte Vorsitzender Schaidinger die Schaffung einer gut strukturierten Nachbarschaft in den Stadtteilen, weil sie der erste Ort der Integration seien, und die Unterstützung von Vereinen und Kultureinrichtungen, die der Begegnung von Menschen dienten. "Dafür brauchen wir eine stärkere finanzielle Anerkennung durch Bund und Land."

Migration, Armut und Bildung sind die entscheidenden drei Themen der Integration, mit denen sich der Städtetag auch heute beschäftigt. Dabei wird Schaidinger im Stadtsaal über das Thema "Städte schaffen Integration" sprechen, bevor Prof. Ernst Kistler den Zweiten Bayerischen Armutsbericht erläutert. Interessant dürfte eine Podiumsdiskussion mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle werden, den die anwesenden Bürgermeister mit ihrer klaren Forderung nach einer Ausweisung von Ganztagesschulen konfrontieren werden. Dann dürfte auch die Frage der Finanzierung eine Rolle spielen, die gestern nicht zur Sprache kam. Schaidinger formulierte es so: "Natürlich ist die Wirtschaftskrise ein Thema. Wir wollen uns aber vor allem um Integration kümmern und nicht über die Krise jammern."

hon/Mühldorfer Anzeiger

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„Städte schaffen Integration“

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