Fall Pfeiffer: Angst vor Knoblauch-Tochter?

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Mühldorf - Erneut hat der Stadtrat Alexander Pfeiffer die Entlassung aus seinem Ehrenamt verwehrt. Ist Christine Knoblauch der Grund dafür, dass die Stadträte so vehement bei ihrer Entscheidung bleiben?

"Es besteht die Möglichkeit, dass der Listen-Nachrücker ein Problem für den Stadtrat darstellen könnte, das sollte aber eigentlich kein Grund sein, mir die Entlassung zu verwehren", sagt Pfeiffer und meint damit Bürgermeister Günther Knoblauchs Tochter Christine, die im Fall seiner Ausscheidung in den Stadtrat nachrücken würde. Gerüchten zufolge hätten einige Stadträte, besonders die der CSU Angst, dass Knoblauch (SPD) dann als heiße Anwärterin für das Bürgermeisteramt gehandelt würde.

Christine Knoblauch.

"Diese Vermutungen sind da", bestätigt Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch. "Das wäre aber das Enttäuschendste." Im Fall Pfeiffer dürfe man nicht parteipolitisch agieren, sondern müsse das tun, was das beste für die Stadt ist. "Bei der CSU hat man das Gefühl, dass sie ihre Entscheidungen treffen, um irgendwas zu verhindern. Man sollte aber die Rechtslage berücksichtigen. Wir sind schließlich keine Bananenrepublik", so das Stadtoberhaupt. Seine Tochter, die wegen Krankheit keine Stellungnahme abgeben konnte, habe sich über ihr Wahlergebnis und damit ihre Chance als Nachrückerin in den Stadtrat gefreut. "Die Wähler dürfen nicht vor den Kopf gestoßen werden", meint der Bürgermeister. Eine Stellungnahme der CSU-Stadträte steht noch aus.

Bürgermeister Günther Knoblauch.

Schon im Oktober hatte das Mühldorfer Landratsamt den ersten Beschluss des Stadtrats, Alexander Pfeiffer nicht aus seinem Ehrenamt zu entlassen, für rechtswidrig erklärt. Trotzdem verweigerten ihm die Stadträte erneut sein Ausscheiden. Bürgermeister Günther Knoblauch hat den Beschluss beim Landratsamt beanstandet.

"Ich gehe davon aus, dass das Landratsamt den Stadtrat nochmal bittet, einen neuen Beschluss zu fassen", meint Pfeiffer. Er hofft, dann endlich entlassen zu werden. Theoretisch stünde dem Mühldorfer die Möglichkeit offen, vor das Verwaltungsgericht zu gehen. "Das wäre aber der letzte Ausweg. Ich halte es eigentlich für überflüssig." Ein Gerichtsverfahren würde allen Beteiligten nur schaden. "Ich würde das lieber auf dem ´normalen` Weg regeln."

Abwarten ist momentan Pfeiffers Devise. "Als ich im August den Antrag gestellt habe, hätte ich nie gedacht, dass es solche Probleme geben würde", so der Mühldorfer. Weil er neben seiner Gastronomie noch eine eigene Werbefirma gegründet hat, sah er sich der Aufgabe des Stadtrats zeitlich nicht mehr gewachsen. Laut Gemeindeverordnung darf man aus dem Ehrenamt entlassen werden, wenn die Berufsverhältnisse eine hohe Arbeitsbelastung mit sich bringen und es sich nicht mehr mit dem Amt vereinbaren lässt. "Ich habe das Restaurant, die Werbefirma und meine Familie - eins davon wird früher oder später unter der Belastung leiden."

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © amu/stl

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