Stadtrat entscheidet über KZ-Gedenkstätte

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Im ehemaligen Waldlager gibt es seit 2009 eine Info-Plattform. Am weitern Ausbau einer Gedenkstätte will sich auch Mühldorf beteiligen, das letzte Wort darüber hat am Donnerstag der Stadtrat.

Mühldorf - Am kommenden Donnerstag befasst sich der Stadtrat in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit dem Bau und Betrieb einer KZ-Gedenkstätte im Bunkergelände.

Mit dem Landkreis und der Gemeinde Mettenheim haben zwei der drei kommunalen Beteiligten den Plänen für die Einrichtung einer KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart zugestimmt. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich der auch Mühldorfer Bauausschuss bereits Anfang September in einer nicht öffentlichen Sitzung für die Beteiligung der Stadt ausgesprochen, der Stadtrat soll diesen Beschluss - ebenfalls nicht öffentlich - am kommenden Donnerstag, 27. September, nachvollziehen.

Lesen Sie auch:

Landkreis für eine Gedenkstätte

Bewegung unterm Bunkerbogen

Bürgermeister Günther Knoblauch begründete die Nichtöffentlichkeit des Beschlusses mit Vertragsangelegenheiten, die hinter verschlossenen Türen behandelt werden, weil die Interessen von Grundstückseigentümern oder Vertragspartnern betroffen seien. "Wir können die Gemeindeordnung nicht beliebig auslegen", sagt er. "Das hat nichts damit zu tun, ob das Thema interssant oder bequem oder unbequem ist."

Bei den Vertragsangelegenheiten geht es um die Vereinbarung, die Mühldorf, der Landkreis, Mettenheim und die Stiftung Bayerischer Gedenkstätten schließen. Sie stellen die Beteiligung des Landkreises und der Stadt an den Investitionskosten sicher und garantieren den Betrieb und Erhalt der Gedenkstätte samt Infrastruktur. Der Kreistag hatte der Vereinbarung mit nur einer Gegenstimme zugestimmt, in Mettenheim war es eine deutliche Mehrheit.

Auf die Stadt kommen nach dem Beschluss des Bauausschusses Kosten von 200000 Euro für die Einrichtung einer Ausstellung zu. Dazu geht die Zweckvereinbarung von 60000 Euro jährlich für die Beschäftigung einer Mitarbeiterin in der Ausstellung zum ehemaligen KZ-Außenlager aus. Dieses Summe ergibt sich aus der bereits bestehenden Vereinbarung zwischen Stadt und Landkreis über den Betrieb des Kreismuseums.

Die derzeitigen Pläne, wie sie während der Kreistagssitzung vorgestellt wurden, sehen den Bau von drei Erinnerungs- und Informationsstätten im Mühldorfer Hart an den Stellen vor, an denen die Bunkerbaustelle, das Waldlager und das Massengrab lagen. Alle drei Orte sollen über zum Teil neu zu bauende Parkplätze erreicht werden können. Außerdem soll sie ein beschildertes Wegesystem verbinden. Zur Infrastruktur gehört auch der Bau von Toilettenanlagen an den Parkplätzen.

Der ehemalige Häftling Max Mannheimer sprach bei der Gedenkfeier unter dem Bunkerbogen 2008. Er setzt sich wie viele andere seit Jahren für eine Gedenkstätte im Mühldorfer Hart ein. Jetzt soll sie so nahe sein wie nie zuvor.

Im Dachgeschoss des Haberkastens soll eine Dauerausstellung als fester Bestandteil der Gedenkstätte Informationen über die Geschichte und Bedeutung der Rüstungsfabrik und die Opfer, die dort litten und starben, geben. Dazu muss der Haberkasten ertüchtigt werden, neben einem Aufzug, einer Fluchttreppe muss der Dachboden ausgebaut und klimatisiert werden. Erste Kostenschätzungen gehen von 800000 Euro aus, die aus dem Gesamtpaket von 3,2 Millionen Euro finanziert werden sollen. Den Löwenanteil dieses Gesamtpakets soll die Gedenkstättenstiftung und der Bund mit 1,2 beziehungsweise 1,6 Millionen Euro tragen. Eine Zusage gibt es bislang nur von der Gedenkstättenstiftung, der Bund wird erst nach dem jetzt zu stellenden Förderantrag über eine Beteiligung entscheiden.

Gespräche mit dem Denkmalamt scheinen nach anfänglichen Schwierigkeiten auf eine Lösung der Umbauprobleme im historischen Haberkasten hinauszulaufen. Da es aber noch keine konkreten Pläne gibt, ist nicht klar, ob die geschätzten Ausgaben von 800000 Euro für den Umbau ausreichen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser