Stadt und Senioren angemessen

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Einschneidender könnte die Veränderung kaum sein: Die Computeranimation des Architektenbüro zeigt, wie das neue Caritas-Altenheim (rechts) aussehen wird: Es wird deutlich niedriger als der derzeitige Bau (links). Noch in diesem Monat soll der Abriss des alten Gebäudes beginnen. 

Mühldorf - Die Tage des Caritas-Altenheims sind gezählt: Noch in diesem Monat soll der Abriss beginnen. Die Caritas hat jetzt die Pläne für den Neubau vorgestellt.

112 Plätze soll das neue "Caritas-Heilig-Geist-Spital" haben, davon 15 Prozent in Doppelzimmern. Der neue Name symbolisiert, die Verbindung, die die Stadt Mühldorf mit der Heilig-Geist-Stiftung und der Caritasverband des Erzbistums eingegangen ist: Gemeinsam stemmen sie die etwa 14 Millionen Euro, die der Neubau samt Ausstattung kostet. Etwa 3,5 Millionen Euro davon trägt die Heilig-Geist-Stiftung, drei Millionen schießt die Städtebauförderung zu.

Gemeinsam erreichen Stadt und Caritas zwei Ziele, wie Bürgermeister Günther Knoblauch betonte: Sie bereinigen das Stadtbild und bieten ein Heim in der Altstadt: "Mit dieser Baumaßnahme wird sich die Stadtsilhouette positiv verändern", sagte er. Und: "Alte Menschen mitten in der Stadt unterbringen: Diese Lebensqualität wollen wir erhalten."

Da traf es sich, dass das alte Heilig-Geist-Spital nicht zu sanieren war und die Betriebskosten aus dem Ruder liefen, während eine notwendige Überholung des Caritas-Heims unwirtschaftlich gewesen wäre. Trotzdem hat es mehr als zehn Jahre seit den ersten Überlegungen gedauert, bevor die Abraumbagger Ende des Monats anrollen können.

Hubert Radan, Leiter des alten und neuen Altenheims sagte: "Die Aufgabenstellung war unglaublich viel schwieriger als anfangs gedacht." So mussten in Zusammenarbeit zwischen Spital und Caritas Pflegen und Wohnen weiter garantiert werden, die Forderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt und die Baukosten begrenzt werden, um das neue Heim wirtschaftlich betreiben zu können. "Es ist ein Glücksfall, dass wir zu dieser Zusammenarbeit gefunden haben." Wichtigen Anteil daran hat auch Stadtkämmerer Thomas Greß, der sich für die Zusammenarbeit mit der Caritas eingesetzt hat, die schließlich zu dem gemeinsamen Neubau geführt hat.

Der Neubau fügt sich mit moderner Architektur deutlich bescheidener als der derzeitige Bau in das Ensemble um die Nikolauskirche ein.

Nach den Plänen, die Architekt Detlef Mevius vorstellte, entspricht das neue Altenheim modernen Anforderungen an Wohnen- und Pflege im Alter. Darüber hinaus soll es spezielle Maßnahmen und Einrichtungen geben, die die Lebensqualität verbessern. Dazu gehört die Möglichkeit, das Essen im gemeinsamen Wohn- und Esszimmer auf jeder Etage ein zu nehmen und sogar zusammen zu kochen. Fenster, die bis zum Boden reichen, sollen auch bettlägrigen Menschen einen Blick nach draußen gewähren. Die direkte Einbindung des Ökonomiestadls mit seiner Cafeteria und Therapieräumen schafft eine weitere Verbindung zur Außenwelt.

Die Höhe des neuen Hauses orientiert sich an der Höhe des benachbarten Pfarrhofes. Im Gegensatz zum bestehenden Gebäude reicht es von der Innbrücke aus gesehen nicht mehr bis an die Traufe der Nikolauskirche, die auch von Osten wieder zum prägenden Gebäude der Altstadt werden soll.

Im Juli soll der Rohbau beginnen, im Frühjahr 2014 wird das neue Haus fertig sein. Absofort sind Anmeldungen wieder möglich. Nach einem Aufnahmestopp, der der Reduzierung der Bewohnerzahl diente, gibt es nach Angaben von Heimleiter Radan inzwischen wieder freie Plätze. Bis zum Einzug in das neue Haus sind die Senioren im Heilig-Geist-Spital untergebracht.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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