Stadt gibt Jugendtreff auf

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Zu hohe Kosten, zu wenig Interesse - die Stadt kündigt den Mietvertrag für den Jugendtreff.

Töging - Zu geringes Interesse Jugendlicher, fehlendes Aufsichtspersonal, dazu Kosten von 15000 Euro pro Jahr - die Stadt wird den Mietvertrag für den Jugendtreff im Industriepark Inntal zum 1. September kündigen.

Diese Entscheidung hat der Stadtrat am Mittwoch im nicht-öffentlichen Sitzungteil beschlossen. Die Räume mit 290 Quadratmetern Fläche neben dem ehemaligen VAW-Silo hatte die Stadt im Januar 2001 angemietet. Ein ständiges Auf und Ab prägte das Dasein des Jugendtreffs seit dieser Zeit - wie bei vergleichbaren Einrichtungen anderer Städte auch, worauf Stadträte am Mittwoch mehrfach hinwiesen. Zuletzt war aus dem Ab ein Tief geworden. Auch wenn die städtische Jugendreferentin Birgit Noske (SPD) und Silo-Wirt Hans Utz junior im Frühjahr noch neue Vorschläge zur Wiederbelebung des Jugendtreffs erarbeiteten und zur Fußball-WM Public Viewing anboten - das Interesse war gering.

Bürgermeister Horst Krebes (SPD) zufolge blieb auch ungeklärt, wer die Räume beaufsichtigen und die Verantwortung dafür übernehmen wolle. Laut Krebes hat sich zuletzt auch eine denkbare Nutzung der Räume durch den Gehörlosen-Verein Altötting-Mühldorf zerschlagen. Noske merkte an, dass die Zeit im Frühsommer aufgrund der Prüfungen an vielen Schulen ungeeignet gewesen sei, um den Treff wieder in die Gänge zu bringen. Bei dem schönen Wetter seien viele Jugendliche auch eher im Freibad als in einem Jugendtreff zu finden.

"Es tut mir leid, wenn die offene Jugendarbeit jetzt stirbt", sagte Noske, die auf eine Wiederbelebung zu einem späteren Zeitpunkt hofft. Hans-Werner Bauer (SPD) wiederholte seine Aussage, ein Jugendtreff sei ohne professionelle Leitung nicht zu führen. Auch sei der Bedarf im Moment nicht da. Krebes zufolge hat die Stadt derzeit keinen geeigneten Betreuer und auch das Geld dafür gebe es nicht. Er stehe zur offenen Jugendarbeit. Aber die Stadt müsse angesichts der Situation "zwischenzeitlich Konsequenzen ziehen".

"Jugendarbeit ist ein Auf und Ab", sagte Stefan Grünfelder (CSU) mit Verweis auf die gute Zeit im Jugendtreff, die von einer Gruppe engagierter Jugendlicher geprägt gewesen sei. CSU-Fraktionssprecher Dr. Tobias Windhorst forderte, für eine Wiederbelebung des Treffs müsse der Impuls von den Jugendlichen selbst kommen. Windhorst verglich die jährlichen Kosten von 15000 Euro mit den gleich hohen Aufwendungen der Stadt für die Jugendarbeit in den Vereinen mit ihren etwa 1500 Jugendlichen. Im Jugendtreff seien es "deutlich weniger" Jugendliche gewesen. Das habe "nicht mehr gepasst", sagte Windhorst. SPD-Fraktionssprecher Günter Zellner wollte die Entscheidung nicht ausschließlich unter dem Kosten-Gesichtspunkt sehen - schließlich seien "andere Maßnahmen weitaus teurer".

Allerdings solle man einen Jugendtreff auch "nicht zwanghaft auflassen". Zellner forderte, die freiwerdenden 15000 Euro bei den Haushaltsberatungen wieder für Jugendprojekte einzusetzen.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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