Sprache ist die Wurzel, Bildung der Baum

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Mühldorf - Mehrsprachigkeit ist ein Segen und verschiedene Kulturen ein Gewinn. Zu diesem Thema fand vergangen Mittwoch ein Eltern-Info-Abend statt.

Das Schulamt Mühldorf a. Inn, Lehrkräfte aus dem Landkreis Mühldorf und die Bildungsinitiative Lernen vor Ort luden vergangenen Mittwoch Eltern nichtdeutscher Herkunft mit Kindern in der 3. und 4. Klasse zu einem Informationsabend ein. Mehr als 30 Mütter und Väter informierten sich im Schülercafé der Mittelschule an der Dieselstraße in Waldkraiburg über das bayerische Schulsystem und erhielten Ratschläge, wie sie ihre Kinder in der Grundschule beim Lernen unterstützen können. Ergänzend dazu beginnen die Integrationslotsen des Landkreises nächste Woche ihre Arbeit.

Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, appellierte in seiner Rede an die Gäste, dass es vor allem um die Kinder gehe, denen man eine optimale Zukunft geben müsse. Dabei sei Sprache die Wurzel, Bildung der Baum. Und um alle Möglichkeiten zu kennen, braucht man das Wissen so, Waltraut Richter, Beratungsrektorin und Lehrerin an der Grundschule Mößling, und stellte das bayerische Schulsystem vor. Sie betonte, dass es viele Wege und viele Ziele enthält. Auch beispielsweise von der Mittelschule und Realschule aus besteht die Möglichkeit zum (Fach-)Abitur und Studium. Seit einigen Jahren ermöglicht der Meisterbrief den Weg zur Universität. Wer an der Fachoberschule (FOS) als 2. Fremdsprache seine Muttersprache wählt, kann so das allgemeine Abitur ablegen. In Bezug auf den Übertritt von der Grundschule auf die weiterführende Schule wies Waltraut Richter darauf hin, dass alle Schülerinnen und Schüler im Mai das Übertrittszeugnis bekämen. Um alle Möglichkeiten für sein Kind zu kennen, sollten Eltern jetzt zum Elternabend oder in die Sprechstunde der Klassenlehrkraft gehen. Weitere Informationen gibt es auch im Internet: www.meinbildungsweg.de, www.schulberatung.bayern.de.

Nicht nur die Kenntnis der möglichen Bildungswege ist wichtig. Annette Gibis, Beraterin für Migration für die Landkreise Mühldorf, Altötting und Ebersberg, vermittelte den anwesenden Müttern und Vätern Lerntipps. Wichtig sei vor allem, die Muttersprache gut zu beherrschen, weil sie das Fundament für andere Sprachen sei. Man solle zu Hause in der Muttersprache sprechen und mit den Kindern zweisprachige Bücher lesen. Folgendes sei bei Hausaufgaben wichtig: ein fester und aufgeräumter Platz, maximal eine Stunde Zeit dafür aufwenden und stets das Hausaufgabenheft kontrollieren. Annette Gibis betonte, dass auch ausreichend Schlaf (neun bis zehn Stunden) und höchsten eine halbe Stunde Fernsehen und Computer am Tag eine große Rolle spielen.

Frau Gibis ist für Fragen und weitere Ratschläge unter annette.gibis@gmx.de und über die Grundschulleitungen zu erreichen. Wie ein Bildungsweg von Menschen nichtdeutscher Herkunft aussehen kann, erzählten Viktor Rein und Mehmet Koca von der Firma ODU. In der Schule seien sie nicht immer fleißig gewesen, aber als das Ende nahte, hätten sich beide sehr engagiert, viele Praktika gemacht und Bewerbungen geschrieben. Die Ausbildung bei ODU sei anstrengend gewesen, aber sie hätten auch viel gelernt und eine gute Basis bekommen, so Viktor Rein und Mehmet Koca. Ihr Tipp an junge Menschen: Ziele setzen und auch wenn man nicht den direkten Weg gehen kann, mal einen Umweg in Kauf nehmen. Schulrat Hans Wax wies daraufhin, dass viele Unternehmen aus der Region das Potential von MittelschülerInnen erkannt hätten, besonders auch derer mit nichtdeutschem Hintergrund. Eine zweite Fremdsprache, also die Muttersprache, sei bei Auslandskontakten äußerst hilfreich.

Im Rahmen des Programms „Integrationslotsen“, das die Bildungsinitiative Lernen vor Ort des Landratsamtes Mühldorf unter Federführung der Referentin für Bildungsübergänge, Elke Beckedorf-Jaeger, ins Leben rief, entstand die Idee zu diesem Elternabend. Die ehrenamtlichen Integrationslotsen stehen Eltern nichtdeutscher Herkunft in Waldkraiburger Grundschulen für Fragen über das bayerische Schulsystem und die Möglichkeiten, die sich ihren Kindern bieten und wie sie ihnen helfen können zur Verfügung.

Die Sprechstunden finden Dienstagmittag in der Grundschule Graslitzer Straße und Mittwochmittag in der Grundschule am Goetheplatz statt. Zudem können aber auch alle weiteren Grundschulen ab Januar 2012 mit den Lotsen Kontakt aufnehmen, wenn sie Unterstützung in der Zusammenarbeit mit Eltern nichtdeutscher Herkunft benötigen.

Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf am Inn

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